• 27.05.2011, 09:05:34
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VIER PFOTEN: Schnecken sind nicht nur Schädlinge!

Wien (OTS) - Im Kampf gegen Nacktschnecken greift so mancher zur
chemischen Waffe: Schneckenkorn wird häufig von Hobbygärtnern und
auch in der Landwirtschaft eingesetzt. Doch das Gift führt nicht nur
bei den Schnecken zu einem äußerst qualvollen Tod - es bedeutet auch
eine Gefahr für Heimtiere.

Handelsübliches Schneckenkorn enthält das Magengift Metaldehyd und
kann bereits in kleinen Mengen tödlich sein. "Gartenfreunde mit
Kindern oder Heimtieren sollten es auf keinen Fall verwenden", warnt
Johanna Stadler, Geschäftsführerin von VIER PFOTEN. "Es kommt immer
wieder zu tödlichen Vergiftungen bei Hunden, und auch so mancher Igel
stirbt qualvoll am Schneckengift." Doch nicht nur für die gesamte
Tierwelt im Garten ist die chemische Methode schädlich, die
Giftstoffe sickern durch den Erdboden und belasten so Umwelt und
Gewässer in hohem Maß. Schon kleinste Mengen sind gefährlich: "Es
reicht nicht, darauf zu achten, dass die Tiere das Gift nicht
aufschlecken", warnt Johanna Stadler. "Eine Vergiftung durch
Metaldehyd kann bereits entstehen, wenn sie ihre Pfoten sauberlecken.
Noch dazu mögen Hunde den süßlichen Geschmack dieses Giftstoffes."

Eine Schneckenkorn-Vergiftung zeigt sich bei Mensch und Tier durch
Erbrechen, erhöhten Speichelfluss, Durchfall, Zittern und Atemnot.
Besondere Vorsicht ist bei Katzen geboten: Während man beim Hund
durch die Symptome alarmiert wird, sterben Katzen und Kleintiere oft
unbemerkt, da sie sich eher zurückziehen.

Wenn Ihr Haustier mit dem Mittel in Kontakt gekommen ist, sollten
Sie sofort zum nächsten Tierarzt gehen. Bei einer
Schneckenkorn-Vergiftung entscheiden Minuten über Leben und Tod, denn
die Latenzzeit ist kurz: Nach 30 bis maximal 60 Minuten lässt sich
das Gift nicht mehr aus dem Körper entfernen. Der Tierarzt wird
versuchen, den Magen auszupumpen und ein Mittel gegen die Krämpfe
verabreichen.

Im Kampf gegen die ungeliebten Gartenbewohner bieten sich
umweltverträgliche und tierfreundliche Alternativen an: Achten Sie
auf die Gestaltung des Gartens. So sollte der Kompost möglichst weit
von den Beeten entfernt stehen. Auch lässt sich der Garten für Igel
und Blindschleichen, die natürlichen Feinde von Schnecken, freundlich
gestalten. Ein gefülltes Wasserschälchen hilft dem Igel durch heiße
Sommertage und ein sonniger Steinplatz lädt die Blindschleiche zum
Verweilen ein. Sicheren Schutz bieten allerdings nur sogenannte
"Schneckenzäune" und "Schneckenkrägen". "Wem das zu teuer und
aufwendig ist, sollte es stattdessen mit zerkleinerten Eierschalen
probieren", rät Johanna Stadler.

"Die Schnecken haben ein grausames Ende durch chemische Keulen
einfach nicht verdient", betont Johanna Stadler. "Sie sind nämlich
nicht nur schädlich: Schnecken graben Unmengen an Biomasse um und
verwandeln diese in fruchtbaren Boden. Zusätzlich vertilgen sie altes
und vergammeltes Obst und verhindern so die Ausbreitung von
Krankheiten. Die Ausrottung von Schnecken im Garten bringt dessen
biologisches Gleichgewicht komplett durcheinander."

VIER PFOTEN - Buchtipp: Sofie Meys: Schneckenalarm! So machen Sie
Ihren Garten zur schneckenberuhigten Zone. Pala Verlag 2007

Rückfragehinweis:
Hella Camargo
Tel.: 01/545502031

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