- 26.05.2011, 10:08:58
- /
- OTS0068 OTW0068
Weltmilchtag: Heimischer Markt weist wieder positive Tendenzen auf
Berlakovich: Qualitätsinitiativen wie Heu- und Biomilch weiter forcieren
Wien (OTS) - Nach dem Krisenjahr 2009 zeigt die Milch-Kurve für
2011 bei Wert und Menge wieder nach oben. Besonders gut entwickelt
hat sich dabei Bio. Dies teilte die AMA Marketing bei einem
Pressegespräch zum bevorstehenden Weltmilchtag, der am 01.06.
begangen wird, mit. Landwirtschaftsminister Nikolaus Berlakovich
begrüßt Qualitätsinitiativen wie die Forcierung von
Heumilchprodukten, "weil damit ein neues Segment im Markt verankert
werden konnte und dies zur Identität und Unverwechselbarkeit
österreichischer Milchprodukte beiträgt". Der Minister zeigte sich
erfreut darüber, dass sich die Erzeugerpreise wieder nach oben
bewegen und beim Käse-Export erstmals die 100.000 Tonnen-Schallmauer
erreicht wurde.
"Die heimische Milchwirtschaft hat in den vergangenen Jahren Höhen
und Tiefen durchwandert. Dem Höhenflug der Preise im Jahr 2008 folgte
im nächsten Jahr der Absturz. Die EU hat dann in den Markt
eingegriffen und etwa EUR 700 Mio. zu dessen Stabilisierung
verwendet. In der Folge zeigten sich 2010 beim Erzeugerpreis wieder
Aufwertstendenzen", erklärte Berlakovich. Derzeit (Stand März 2011)
liege der Bauernmilchpreis im Bundesschnitt bei 38,5 Cent brutto je
kg.
Milchstandort Österreich absichern
Die Umsätze der heimischen Molkereien erreichten 2010 mit EUR 2,08
Mrd. ein Plus von rund 5%. Die Zahl der Milchlieferanten ging
allerdings trotz wieder steigender Erzeugerpreise um 3% auf 36.700
zurück, der Strukturwandel setzte sich also fort. Als Problem werden
von den Bauern vor allem die steigenden Produktionskosten genannt. Um
den Milchstandort Österreich zu stärken und abzusichern, sollten laut
Berlakovich auch im Rahmen der Reform der Gemeinsamen EU-Agrarpolitik
entsprechende Maßnahmen gesetzt werden. "Wir haben uns schon
erfolgreich dafür eingesetzt, dass die Bergbauernförderung in der
zweiten Säule der GAP verbleiben soll, auch EU-weit einheitliche
Flächenprämien soll es nicht geben. Probleme drohen aber bei einer
Kürzung des EU-Agrarhaushalts, wofür es leider deutliche Bestrebungen
gibt", so der Minister. Er kämpfe daher "für jeden Euro, der in die
Landwirtschaft fließt". Auf nationaler Ebene müsse die
Milchwirtschaft einerseits Allianzen mit dem Handel bilden, die
Partnerschaft mit den Konsumenten ausbauen und die
Qualitätsphilosophie weiter konsequent umsetzen.
Bio-Anteil im Bereich Molkereiprodukte weiter steigend
"Im heimischen Lebensmitteleinzelhandel (LEH) wurden im Jahr 2010
Milch und Milcherzeugnisse im Wert von rund EUR 1,43 Mrd. gekauft.
Jeder Haushalt gibt im Monat ca. EUR 36,- für Molkereiprodukte aus,
am meisten davon für Käse mit 36%, gefolgt von Trinkmilch mit 19%",
berichtete Günter Griesmayr, Vorstandsvorsitzender der Agrarmarkt
Austria. Der Bio-Anteil weist laut RollAMA-Erhebungen in den letzten
Jahren sowohl in Menge als auch in Wert eine stetige Steigerung auf
und lag 2010 im Segment Butter etwa bei 10,8%, bei Käse sind es 6,9%,
bei Fruchtjoghurt 11,9% und bei Trinkmilch 14,7%. Die Steigerung in
diesem Bereich wurde durch den Bio-Einstieg einer Handelskette
forciert.
Käse ist im Heumilch-Segment am erfolgreichsten
Besonders gut entwickelt sich das Segment Heumilch. In Österreich
gibt es rund 8.000 Milchbauern, die 15% der insgesamt in unserem Land
angelieferten Milch nach den Kriterien der Heumilch-Produktion
erzeugen (im EU-Schnitt liegt dieser Anteil bei 3%). Im Jahr 2010
wurden bereits Heumilchprodukte im Wert von EUR 56 Mio. im heimischen
Handel verkauft, das sind um rund 20% mehr als 2009. Das beliebteste
Produkt ist dabei der Hartkäse mit einem Anteil von fast 30% in
diesem Segment.
Trinkmilch: Siegeszug der ESL-Milch geht weiter
"Frischmilch hat mit etwa 46% in Wert und Menge im Einzelhandel
weiterhin den größten Anteil im Trinkmilchsegment. ESL-Milch, also
länger frische Milch, konnte jedoch ihren Marktanteil von 2009 auf
2010 auf hohem Niveau weiter ausbauen. Der absolute Höhenflug scheint
hier aber vorbei zu sein. Mit geringen Veränderungen bleibt seit
Jahren der Anteil der Haltbarmilch stabil", erläuterte Griesmayr.
Milchprodukte wurden seit 2008 billiger
Im 1. Quartal 2011 wurden laut Erhebungen von AC Nielsen um 1,2%
mehr Molkereiprodukte gekauft als in der Vorjahresperiode (Jänner bis
März 2010). Dieses Plus geht auch einher mit einer Wertsteigerung um
6,1%. Auch die Preise im Moprosegment haben sich in diesem
Vergleichszeitraum etwas erholt und sind um durchschnittlich 4,8%
gestiegen. Leichte Mengenrückgänge gibt es bei Frischmilch und
Haltbarmilch. Butter kann sich hier am besten behaupten und tut das
auf Kosten der Margarine, die sowohl in Wert als auch in Menge die
deutlichsten Rückgänge verzeichnet. "Im 1. Quartal 2011 sind die
Preise für Milchprodukte zwar gestiegen, haben aber insgesamt noch
lange nicht das Niveau von 2008 erreicht", informierte Griesmayr.
Erstmals 100.000 t Käse exportiert
Nach dem Krisenjahr 2009 tendierte die Exportkurve 2010 wieder
nach oben, die Ausfuhren von Österreichs Molkereierzeugnissen legten
um 6,6% zu. Auch der Import stieg in ähnlichem Ausmaß, nämlich um
7,5%. Am erfolgreichsten war Käse, wo die Ausfuhren knapp an der
100.000 Tonnen-Grenze lagen. Der Käse-Export hat sich seit dem
EU-Beitritt nahezu versechsfacht, das wichtigste Exportland ist und
bleibt
Deutschland.
Bei 90% der Konsumenten gehört Milch in den Haushalt
Bei einer Umfrage von keyQuest im Mai 2011 gaben 72% der Befragten
an, dass sie immer Milch im Kühlschrank haben. Bei weiteren 18% ist
das immerhin großteils der Fall. Der Anteil der Milchverwender steigt
mit der Größe des Haushalts und mit der Zahl der hier lebenden
kleinen Kinder.
"Milch ist und bleibt ein wichtiger Bestandteil der Ernährung und
der heimischen Lebensgewohnheiten. Sie ist eben ein richtiges
Überlebensmittel. Der Trend geht dabei immer mehr zu Regionalität und
Natürlichkeit. Heimische Herkunft und hohe Qualität sind dabei die
großen Leitlinien", erklärte Griesmayr. Deshalb heiße das neue
Marketing-Motto auch: "Das AMA-Gütesiegel setzt der Milch die Krone
auf". Anlässlich des Weltmilchtages am 01.06 sind neue
Milch-Broschüren mit den Titeln "MILCH. Reinster Genuss. Pure
Energie!" sowie "Käse - immer ein Genuss" erschienen. Sie können im
Webshop unter www.ama-marketing.at bezogen werden.
(Schluss) kam
Rückfragehinweis:
Dr. Peter Hamedinger, Manager für Milch und Milchprodukt Tel. 01/33151-414, Email: [email protected] Mag. Hermine Hackl, Unternehmenskommunikation Tel. 01/33151-404, Email: [email protected]
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | AIZ






