OTS0059   26. Mai 2011, 09:59

Frauenministerin Heinisch-Hosek: "Quote ist nicht elegant, aber wirkungsvoll"

Bundesministerin bei Diskussionsveranstaltung "Mindestquote für Frauen in Aufsichtsräten" in Wien


"Mein Ziel ist es, dass der Anteil der Frauen in
Führungspositionen den Bevölkerungsanteil der Frauen in der
Gesellschaft widerspiegelt", sagte Frauenministerin Gabriele
Heinisch-Hosek bei der gestrigen Diskussionsveranstaltung des Wolf
Theiss Forums. Dieses hatte zum Thema "Mindestquote für Frauen in
Aufsichtsräten - Gesellschaftsrecht als Instrument für die Umsetzung
von Gesellschaftspolitik?" in das Steigenberger Hotel "Herrenhof" in
Wien geladen.

Der Bund könne und müsse nach Ansicht von Heinisch-Hosek beim Thema
Mindestquote eine Vorbildwirkung übernehmen. "Wir haben uns eine
Selbstverpflichtung für eine höhere Frauenquote in den Aufsichtsräten
staatsnaher Unternehmen auferlegt. Ein entsprechender Stufenplan
sieht vor, bis 2013 25 Prozent der Spitzenpositionen mit Frauen zu
besetzen, 2018 sollen es bereits 35 Prozent sein" erklärte die
Ministerin.

Auch in anderen europäischen Ländern könne man derartige
Entwicklungen beobachten. Dieser Trend sei nicht zuletzt auch auf das
Engagement der EU-Kommissarin Viviane Reding zurückzuführen. Diese
möchte bis Ende 2011 den Mitgliedstaaten die Möglichkeit geben, auf
freiwilliger Basis Fortschritte in dieser Frage zu erzielen.
"Gemeinsam mit der Kommissarin möchte ich das brachliegende Potenzial
der Frauen ausschöpfen. Deshalb habe ich auch in Österreich alle
ATX-Unternehmen zu Gesprächen eingeladen, um sie von meinem
Standpunkt zu überzeugen." Denn es sei "nicht nur
gesellschaftspolitisch" sondern auch ökonomisch sinnvoll, wenn auf
allen Ebenen ausgewogen besetzt werde. "Ich weiß, die Quote ist nicht
elegant, aber sie ist wirkungsvoll. Sie wirkt langsam, aber sie
wirkt. Hätten wir sie nicht, müssten wir noch weitere 30 bis 40 Jahre
auf Veränderungen warten", betonte Heinisch-Hosek.

Darüber hinaus sei es aber auch an der Zeit, ein generelles Umdenken
bei den in der Gesellschaft verankerten Rollenbildern voranzutreiben.
"Der Zugang zu Frauen und Männern, etwa in der Arbeitswelt, ist
oftmals sehr unterschiedlich. Die Frage 'Haben Sie vor, Vater zu
werden?' wird Männern bei einem Bewerbungsgespräch nie gestellt."
Auch das Angebot der Karenz für Väter würde in Österreich äußerst
selten in Anspruch genommen. Überdies sei noch immer ein immens hoher
Anteil an Frauen in Teilzeitbeschäftigungen angestellt, dies könne
langfristig sogar in die Altersarmut führen.

"Mit Freiwilligkeit alleine lässt sich eine Gleichstellung zwischen
Frauen und Männern nicht erreichen. Aus diesem Grund ist es
notwendig, gesetzliche Rahmenbedingungen zu schaffen", erläuterte die
Ministerin. Um den gesetzten Zielen näher zu kommen, sei eben auch
eine Quote für Frauen in Führungspositionen ein notwendiger Schritt.
"Wir wollen Gas geben. Wir wollen das Potenzial der Frauen fördern
und niemanden auf der Strecke lassen. Daher bin und bleibe ich für
eine Quotenregelung", sagte Heinisch-Hosek abschließend.

Bilder zu dieser Veranstaltung sind in Kürze über das Fotoservice des
Bundespressedienstes, http://fotoservice.bundeskanzleramt.at,
kostenfrei abrufbar.

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OTS0059 2011-05-26 09:59 260959 Mai 11 NBU0002 0451



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Rückfragehinweis: Dr. Julia Valsky
Pressesprecherin der Bundesministerin Gabriele Heinisch-Hosek
Tel.: (01) 531 15 - 2149,
0664/610 62 76
julia.valsky@bka.gv.at

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