- 26.05.2011, 09:26:21
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Konsument: Jugendschutz in Wettbüros - reine Glückssache
Acht von 18 Wiener Wettbüros verhielten sich nicht gesetzeskonform
Wien (OTS/VKI) - Vor exakt einem Jahr veröffentlichte der Verein
für Konsumenteninformation (VKI) im Testmagazin Konsument die
Ergebnisse eines Tests zu Jugendschutz in Wettbüros. Damals
verhielten sich nur drei von 15 getesteten Wiener Wettcafés
gesetzeskonform, indem sie den beiden minderjährigen Testpersonen den
Abschluss von Wetten verweigerten. Die Betreiber der Wettbüros
gelobten Besserung - bei einer Wiederholung des Tests würde dies zu
anderen Ergebnissen führen. Der VKI wiederholte den Test. Und auch
wenn das Ergebnis etwas besser ausfiel als 2010: In acht von 18
Wettbüros konnte mindestens eine der drei minderjährigen Testpersonen
einen Tipp abgeben - und das obwohl sich sowohl Spieler als auch
Betreiber dadurch strafbar machen. Auffällig ist, dass es bei den
einzelnen Anbietern nicht immer einheitliche Vorgehensweisen gibt. Es
hängt offenbar stark davon ab, wie ernst der jeweilige Angestellte
den Jugendschutz nimmt. Fazit: Jugendschutz in Wettbüros ist reine
Glückssache.
Der Jugendschutz spielte bei vier Büros des Betreibers Wettpunkt
sowie bei jeweils zwei Einrichtungen von Cashpoint und Admiral keine
Rolle. In einem Wettpunkt-Büro ließ sich der Betreiber auch nicht nur
die Bemerkungen eines anderen Kunden irritieren, der auf das
vermeintlich zu junge Alter des Testers hinwies. Und wie bereits beim
letzten Test sticht wieder ein Wettbüro des Betreibers Wettpunkt
besonders negativ hervor: Wettpunkt Humboldtgasse im 10 Bezirk nahm
zwar eine Wette an, der Gewinn wurde dann aber mit Verweis auf das
Alter nicht ausbezahlt.
Zusätzlich zu den Fußballwetten stand dieses Mal auch das Kleine
Glücksspiel im Fokus der Tester. Experten stufen dieses als
hochgradig suchtgefährdend ein. In Wien ist das Kleine Glücksspiel
dennoch bereits seit Längerem erlaubt. In fünf der getesteten
Wettbüros sollten die minderjährigen Tester nun auch an den
vorhandenen Automaten ihr Glück versuchen. "Bei zwei von fünf
Wettbüros klappte das problemlos. Das wiederum entkräftet ein immer
wieder ins Rennen geführtes Argument: Dass die Automatenlegalisierung
einen verbesserten Jugendschutz mit sich bringt. Unser Test zeigt ein
anderes Bild", kritisiert VKI-Projektleiter Walter Hager.
Alle Details zum Test gibt es auf www.konsument.at und im
Juni-Konsument.
Rückfragehinweis:
Verein für Konsumenteninformation/Testmagazin "Konsument"
Mag. Andrea Morawetz, Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: 01/588 77 - 256
mailto:[email protected]
www.konsument.at
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