- 25.05.2011, 16:05:31
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"KURIER"-Kommentar von Margaretha Kopeinig: "Wahrheitstest"
Nur ein Umdenken schafft Sicherheit, nicht aber die Stresstests für AKW.
Wien (OTS) - Nach dem Super-GAU von Fukushima hat sich die EU zu
Stresstests für 143 Atomkraftwerke durchgerungen. Immerhin. Bisher
war nicht einmal das möglich. Euphorie ist über die Einigung aber
nicht angebracht. Erstens, weil die Risiken von Terrorattacken und
Cyberkriminalität noch nicht sofort geprüft werden. Zweitens ist das
Testverfahren kompliziert und bürokratisch, von Transparenz keine
Spur.
Was die Stresstests taugen, wird man erst sehen, wenn die
Ergebnisse vorliegen und daraus Konsequenzen gezogen werden. Glaubt
man Experten, sind mindestens 67 der 143 Reaktoren aufgrund des
Alters, der Erdbebengefahr und des Fehlens eines Schutzmantels, der
wenigstens temporär den Austritt von Radioaktivität stoppen kann,
sofort vom Netz zu nehmen.
Die Gefahr ist groß, dass die EU-Kommission, die Regierungen und
die AKW-Betreiber durch die Stresstests nur Zeit gewinnen wollen. Die
energiepolitische Zeitenwende werden nicht die Zeugnisse über den
Zustand der Atommeiler bringen, sondern nur mutige Entscheidungen
der politisch Verantwortlichen, die Sicherheit in alternativen
Energieformen und in energiesparender Architektur zu suchen. Die
Schweiz setzt mit ihrem geplanten Atomausstieg ein Signal.
Rückfragehinweis:
KURIER, Innenpolitik
Tel.: (01) 52 100/2649
mailto:[email protected]
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