- 25.05.2011, 09:30:33
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VKI: Prämiengeförderte Zukunftsvorsorge nicht empfehlenswert
Kompliziert, intransparent und teuer - gesetzliche Änderungen dringend nötig
Wien (OTS/VKI) - Seit der Einführung der prämiengeförderten
Zukunftsvorsorge (PZV) im Jahr 2003 wurden fast 1,5 Millionen
Verträge abgesetzt. Die Verkaufsargumente waren überzeugend: Vom
Staat gefördert, steuerfrei, Kapitalgarantie und durch einen
Aktienanteil Aussicht auf höhere Renditen. Doch dann kam die Krise
und der Kombipack "Risiko mit Sicherheit" - sprich: Aktienbeteiligung
mit Kapitalgarantie wollte nicht mehr so richtig funktionieren. Die
Verträge wurden zur Absicherung der Kapitalgarantie häufig
ausgestoppt, der Aktienanteil somit kurz- oder mittelfristig auf Null
reduziert. Informationen an die betroffenen Konsumenten flossen
spärlich. Mehr und mehr zeigte sich, dass die prämiengeförderte
Zukunftsvorsorge ein höchst kompliziertes, intransparentes und nicht
zuletzt teures Produkt ist. Für die Juni-Ausgabe des Testmagazins
Konsument sollte daher ein Vergleich der aktuell abschließbaren
PZV-Produkte für Durchblick im Chaos sorgen. Doch ein solcher ist
derzeit selbst für die Veranlagungsexperten des Vereins für
Konsumenteninformation (VKI) nicht möglich: Zu unterschiedlich sind
die einzelnen Produkte aufgebaut, zu verschieden die
Veranlagungsstrategien, Laufzeiten und Kostenstrukturen. Garantiert
erfassbar ist daher nur eines: die Undurchschaubarkeit von
prämiengeförderten Zukunftsvorsorge-Produkten. Eine Änderung der
gesetzlichen Rahmenbedingungen ist daher aus Sicht des VKI dringend
nötig.
"Prämiengeförderte Zukunftsvorsorge-Produkte sind derzeit so
gestaltet, dass wir eher davon abraten. Allerdings werden zurzeit
Änderungen diskutiert, die sinnvollere Produkte erwarten lassen.
Außerdem haben einzelne Anbieter damit begonnen, die Produkte zu
verbessern - insbesondere, was die Kosten und die Transparenz
betrifft", so VKI-Experte Walter Hager. "Unser Tipp: Abwarten. Wer
jedoch einen laufenden Vertrag hat, sollte bei seinem Anbieter so
bald als möglich abklären, unter welchen Bedingungen dieser die
nächsten Jahre weitergeführt oder auch gekündigt werden kann. Eine
Kündigung ist allerdings oft mit gravierenden finanziellen Nachteilen
verbunden - was zum Teil aber auch für die Prämienfreistellung gilt.
So verrechnen manche Anbieter u.a. einen Abschlag, wenn der Vertrag
prämienfrei gestellt wird. Derzeit können wir nur raten, gemeinsam
mit dem Anbieter nach alternativen Lösungen zu suchen bzw. eventuelle
Kosten wegzuverhandeln."
So sollten PZV-Produkte aussehen:
- Staatliche Förderung wie gehabt
- Geringe oder keine Mindestaktienquote
- Aufhebung der Veranlagungsbeschränkung auf bestimmte Börsen
- Volle Kostentransparenz und Deckelung der Kosten
- Einfache, für jeden nachvollziehbare Garantiemodelle
- Einheitliche, vergleichbare Voraussetzungen - Unterschiede nur bei
der Performance
Weitere Informationen zum Thema gibt es auf www.konsument.at sowie
ab dem 26.5. im Mai-Konsument.
Rückfragehinweis:
Verein für Konsumenteninformation/Testmagazin "Konsument"
Mag. Andrea Morawetz, Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: 01/588 77 - 256
mailto:[email protected]
www.konsument.at
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