- 24.05.2011, 13:56:36
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"Rapid-Seelsorger" Pelczar tief betroffen von Hooligan-Skandal
Spielfelderstürmung: "Ein paar Narren haben viele andere mitgerissen" - Verein und Polizei sollen harte Maßnahmen setzen - Auch gegen Bestechung konsequenter vorgehen
Wien, 24.05.11 (KAP) Tief betroffen vom Hooligan-Skandal im Wiener
Hanappi-Stadion hat sich "Rapid-Seelsorger" Christoph Pelczar
gezeigt. Dass erboste, gewaltbereite "Fans" beim Stand von 0:2 im
Wiener Derby zwischen Rapid und der Wiener Austria das Spielfeld
stürmten, Spieler der eigenen Mannschaft beschimpften und u.a.
Feuerwerkskörper in den Sektor der Austria-Anhänger warfen, sei
nicht akzeptabel und verlange klares Gegensteuern von Verein und
Polizei, so Pelczar am Dienstag im Gespräch mit "Kathpress".
Er verwies auf jene wirksamen Maßnahmen, mit denen man in England
das Hoologan-Problem gut in den Griff bekommen habe: Nicht nur
Stadionverbote seien verhängt, auch empfindliche Geldstrafen für
jene ausgesprochen worden, die auch nur einen Fuß über die weiße
Linie des Spielfeldrandes gesetzt hätten. Es dürfe nicht dazu
kommen, beim Fußball das Feld jenen zu überlassen, die nur ein
Ventil für ihre Frustrationen und Aggressionen suchten, betonte der
Pfarrer der niederösterreichischen Gemeinde Weikendorf, der sich
seit mehreren Jahren als "Mentaltrainer" der Rapid-Jugend engagiert.
Die Eskalation am Sonntagnachmittag im Hanappi-Stadion erklärte
Pelczar mit "Massenpsychologie": Einige wenige Gewaltbereite hätten
viele andere in einem hochemotionalen Moment (Austria Wien hatte
gerade das 2:0 erzielt) mitgerissen; diese hätten im "Wunsch,
dazuzugehören", ihre Eigenverantwortung abgegeben. Der Geistliche
übte Kritik an nachlässigen Kontrollen schon im Vorfeld des Wiener
Derbys; dadurch sei es Fans der Rapid-"Ultras" wohl gelungen,
gefährliche Gegenstände schon Tage vor dem Match in der eigenen
Tribüne zu deponieren - Gegenstände, die dann zu bedrohlichen
Wurfgeschoßen wurden.
Pelczar glaubt trotz des Skandalspiels nicht, dass speziell Rapid
Wien ein Problem mit seinen Fans hat: "Es hat nur niemand sonst in
Österreich so viele Anhänger."
Gegner darf nicht zum Hassobjekt werden
Der "Fußball-Pfarrer" hatte bei einer Generalaudienz im Vatikan erst
vergangene Woche dem Papst ein grün-weißes Trikot des Wiener
Traditionsclubs mit der Aufschrift "Benedikt XVI." überreicht.
Pelczar habe dabei den Zusammenhalt der "Rapid-Familie"
unterstrichen und auf die wertvolle erzieherische Funktion des
Sports hingewiesen. Dass jetzt das Image des Vereins aus
Wien-Hütteldorf wohl nachhaltig beschädigt ist, tue ihm sehr Leid,
wie er beteuerte.
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