OTS0158   24. Mai 2011, 11:52

Bundeskonferenz 2011 der Unabhängigen GewerkschafterInnen im ÖGB: "Investitionen in Bildung und Soziale Dienste statt Spardiktat!"

Erfreuliche Entwicklung der Unabhängigen GewerkschafterInnen im ÖGB - UG-Gremien neu gewählt


Im Rahmen der von 20. bis 22. Mai in Salzburg
stattgefundenen Bundeskonferenz der Unabhängigen GewerkschafterInnen
im ÖGB wurden nicht nur die UG-Gremien neu gewählt, sondern auch eine
zufriedene Bilanz über die Entwicklung der UG in den letzten Jahren
gezogen. "Die Unabhängigen GewerkschafterInnen haben im ÖGB ihre
Position als 'Größte unter den Kleinen' klar festigen und ausbauen
können. Die Unabhängigen sind besonders im Sozial- und
Bildungsbereich stark verankert und gewinnen auch in für die UG
bislang 'neuen' Branchen wie Banken und Versicherungen zunehmend an
Stärke," freut sich Lisa Langbein, scheidende UG-Vorsitzende und
Vertreterin der UG im ÖGB Vorstand, dem ehemaligen Präsidium. "Die
inhaltlichen Schwerpunkte der UG bleiben auch in Zukunft die Stärkung
der Sozialen und öffentlichen Dienste und die Bildungspolitik sowie
Fragen der Verteilungs- und Steuergerechtigkeit. Und wir sind und
bleiben im ÖGB die parteiunabhängige und 'bunte' Kraft, die sich
entschieden für eine Demokratisierung der Gewerkschaften, die
Stärkung der Mitgliederrechte sowie ein gemeinsames,
gewerkschaftliches Miteinander statt verzetteln in
einzelgewerkschaftliche Interessen, sowie gegen falsche
Rücksichtnahme auf Partei- und Regierungsinteressen stark macht."

Zwt.: UG-Vorsitzteam neu gewählt

Gewählt wurde ein neues Vorsitzteam, nachdem sich Lisa Langbein -
langjährige geschäftsführende Vorsitzende der UG - in den
wohlverdienten Ruhestand verabschiedet. Das neu gewählte Vorsitzteam
besteht aus Beate Neunteufel-Zechner, Betriebsratsvorsitzende bei der
Österreichischen Nationalbibliothek, Fritz Schiller
Betriebsratsvorsitzender bei Raiffeisen Capital Management und Markus
Koza, bislang Vertreter der UG im ÖGB-Bundesvorstand, der als neuer
geschäftsführender Vorsitzender künftig auch das UG-Mandat von Lisa
Langbein im ÖGB-Vorstand übernehmen wird. Ihm folgt Ulrike Stein,
Betriebsrätin an der Med-Uni Wien, in den ÖGB-Bundesvorstand nach,
Ersatzmitglied wird Christine Rudolf, Sozialpädagogin und ehemalige
Betriebsrätin und Beschäftigte in der Behindertenbetreuung. Neu
beschickt wurde auch der Koordinationsausschuss der Unabhängigen
GewerkschafterInnen, das neben der Bundeskonferenz wichtigste
politische Gremium der Unabhängigen, das für die Koordinierung der
politischen Arbeit und Schwerpunkte zuständig ist.

Zwt.: Herausforderungen EU-Wirtschaftspolitik, Klimawandel und
Verteilungsgerechtigkeit

Die Herausforderungen für die Gewerkschaftsbewegung sind gewaltig:
"Auf europäischer Ebene droht eine weitere Verschärfung des
Stabilitäts- und Wachstumspakts und ein noch schärferer neoliberaler
Kurs mit massiven Einschnitten ins Pensions- und Gesundheitssystem,
sowie der Versuch, in nationale Lohnfindungsprozesse sowie
Arbeitsrechte einzugreifen. Aus der Finanz- und Wirtschaftskrise
werden auf europäischer Ebene vollkommen falsche Schlüsse gezogen. Es
werden nicht die Ursachen der Krise behoben - nämlich die massive
Ungleichverteilung bei Einkommen, Vermögen und Chancen sowie
vollkommen deregulierte und liberalisierte Finanzmärkte, mit
entsprechend riskanten und spekulativen Produkten, sondern es gibt
'more of the same'. Diesen drohenden Entwicklungen müssen die
Gewerkschaften die Vision eines demokratisch-solidarischen
Wirtschaftssystems, sozialer Sicherheit, von einer Entmachtung der
Finanzmärkte - kurz von einem 'guten Leben für Alle' entgegensetzen,"
so Markus Koza.

Der Klimawandel und die sich verknappenden Ressourcen bringen
massive Auswirkungen auf Beschäftigung, Produktionsweise und
Lebensstil mit sich. "Damit müssen sich Gewerkschaften intensiver
auseinandersetzen, um den notwendigen und ohnehin unvermeidlichen
Umbau unseres Industriesystems im Sinne der ArbeitnehmerInnen und des
gesellschaftlichen Zusammenhaltes entsprechend sozial zu gestalten.
Dafür werden wir uns auch weiterhin im ÖGB stark machen," ergänzt
Fritz Schiller.

Beate Neunteufel-Zechner wiederum sieht es als eine der zentralen
Aufgaben der Unabhängigen im ÖGB "Verteilungsgerechtigkeit in ihrer
ganzen Breite" zu thematisieren: "Die Frage 'Öffentlich oder Privat?'
ist letztlich auch eine Frage der Verteilungsgerechtigkeit - wer
nämlich Zugang zu sozialen Diensten, Bildung, zu
Gesundheitsversorgung, zu Kultur, zu Mobilität etc. hat. Die
Verteilungsfrage läuft nicht nur entlang der Widerspruchspaare Arbeit
und Kapital, sondern auch zwischen Männern und Frauen, MigrantInnen
und NichtmigrantInnen, ArbeitnehmerInnen und 'atypisch' Beschäftigten
hinsichtlich gesellschaftlicher Partizipation, Arbeit und damit
Einkommen, Chancen, sozialer Sicherheit. In diesem Sinne stehen
Forderungen nach umfassender Arbeitszeitverkürzung, gleichen sozialen
Rechten unabhängig von Herkunft und StaatsbürgerInnenschaft, 'guter
Arbeit', eine konsequente Gleichstellungspolitik, sowie eine Stärkung
öffentlicher und sozialer Dienste statt Privatisierung ganz oben auf
unserer politischen Agenda."

OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders.
OTS0158 2011-05-24 11:52 241152 Mai 11 AGG0001 0638



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Rückfragehinweis: Markus Koza,
gf. UG-Vorsitzender
Tel: 0676/951 27 82
Internet: www.ug-oegb.at

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