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OTS0191   23. Mai 2011, 14:44

Berlakovich: Bäuerlich-nachhaltige Landwirtschaft ja, Agrarindustrie nein

Anlässlich der Parlamentarischen Enquete zur Gemeinsamen Agrarpolitik nach 2013


"Die österreichische Umsetzung der Gemeinsamen
Agrarpolitik (GAP) gilt europaweit als Erfolgsgeschichte. Auch
EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso hat unser Modell als
vorbildhaft für ganz Europa bezeichnet. Ich setze mich mit Nachdruck
dafür ein, diesen bäuerlich-nachhaltigen Weg weiterzuführen. Denn
weder Österreichs Bäuerinnen und Bauern noch die KonsumentInnen
wollen eine industrielle Massenproduktion", betonte
Landwirtschaftsminister Nikolaus Berlakovich heute anlässlich der
Parlamentarischen Enquete zur Gemeinsamen Agrarpolitik nach 2013.

Kürzungen drohen von mehreren Seiten

"Ende Juni, wenn die Finanzielle Vorausschau für die kommende
Haushaltsperiode vorgestellt wird, geht es ans Eingemachte.
Einerseits wollen die Oststaaten mehr Geld, andererseits wollen
einige Nettozahler weniger einzahlen. Außerdem hat EU-Budgetkommissar
Janusz Lewandowski anklingen lassen, dass es weniger Geld für den
Agrarsektor geben soll. Das darf es nicht geben. Dagegen will ich mit
dem gesamten österreichischen Agrarsektor massiv Widerstand leisten.
Schlussendlich sind aber auch die Regierungschefs gefordert, das
Maximale für unsere Bäuerinnen und Bauern herauszuholen", unterstrich
Berlakovich.

GAP ist kein Sozial-, sondern ein Leistungs- und Ökoprogramm

"Es muss klar sein, dass es nicht immer mehr Leistungen für immer
weniger Geld geben kann. Die GAP ist außerdem kein Sozial-, sondern
ein Leistungs- und Ökoprogramm, von dem die gesamte europäische
Gesellschaft und alle ländlichen Räume profitieren. Ohne eine
ausreichend dotierte GAP gäbe es keine leistbaren und
hochqualitativen Lebensmittel sowie keine so günstig gepflegten
Kulturlandschaften mit sauberster Luft und Wasser. Wir müssten auf
viele bäuerliche Leistungen verzichten, die viele als
selbstverständlich erachten", so der Landwirtschaftsminister.

Berlakovich schmiedet Allianzen im Sinne des Zukunftssektors

"Heute sind wir Bioweltmeister, haben unvergleichlich viele junge
BetriebsführerInnen, eine weibliche Landwirtschaft, denn 40% dieser
Leiter sind Frauen, und einen ländlichen Raum, der - im Gegensatz zu
den meisten anderen Ländern - schneller wächst als der städtische.
Damit das auch so bleibt, setze ich mich auf nationaler und
europäischer Ebene ein und schmiede Allianzen, beispielsweise mit
Deutschland und Frankreich sowie einigen osteuropäischen Staaten.
Beispielsweise konnten unsere Positionen schon in den
Schlussfolgerungen der ungarischen Ratspräsidentschaft zur
GAP-Zukunft Einklang finden. Doch ich werde nicht locker lassen, um
möglichst viele Gleichgesinnte in unser Boot zu holen", betont
Berlakovich.

Bäuerlich-nachhaltige Landwirtschaft forciert Klimaschutz

"Eine bäuerlich-nachhaltige Land- und Forstwirtschaft kann
außerdem wichtige erneuerbare Energieträger produzieren und ist auch
sonst im Sinne des Klimaschutzes und somit ein Zukunftssektor. Diesen
gilt es mit ausreichend Mitteln zu versorgen und dafür setze ich mich
heute wie morgen ein", so Berlakovich.

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