OTS0007   22. Mai 2011, 08:00

"trend": Ökostrom macht Kraftwerk unrentabel

Verbundchef Wolfgang Anzengruber drohen Verluste beim neuen Gaskraftwerk Mellach.


Den mehrheitlich staatlichen Verbund-Konzern plagen
derzeit Sorgen rund um sein Gaskraftwerksprojekt in Graz/Mellach, das
unter anderem wegen des steigenden Stromanteils aus Wind- und
Solaranlagen zum Verlustbringer zu werden droht. In der kommenden
Ausgabe des Wirtschaftsmagazins "trend" bestätigt Verbundchef
Wolfgang Anzengruber interne Berechnungen, wonach alleine das Ende
2011 ans Netz gehende Kraftwerk in Mellach in einem
"worst-case-Szenario" künftig bis zu 25 Millionen Euro Verlust machen
könnte, anstatt Geld zu verdienen. Anzengruber: "Dieser Ökostrom
verschmutzt nur die Stromnetze."
Beim Verbund befürchtet man, dass die Betriebszeiten zu gering sein
könnten. Vor allem deswegen, analysiert der "trend", weil man sich
mit dem Gashändler Econgas (u. a. OMV, EVN) auf einen 15-jährigen,
unkündbaren Liefervertrag für jährlich 750 Millionen Kubikmeter
Erdgas eingelassen hat. Das verursacht über die Vertragslaufzeit
schon zu heutigen Gaspreisen rechnerisch Kosten über zwei Milliarden
Euro. Anzengruber möchte wegen der unsicheren Aussichten den Vertrag
jetzt neu verhandeln.
Der unsicheren Stromrechnung fällt nun auch die teure, aber
ökologische Fernwärmeauskopplung zum Opfer: Die Verbundgesellschaft
hat in ihren Businessplänen maximal 150 Gigawattstunden Wärme aus dem
Kraftwerk Mellach veranschlagt, lediglich gut fünf Prozent des
bislang promoteten Leistungsmaximums. Die Stadt Graz muss sich daher
die benötigte Fernwärme zumindest noch bis 2030 aus ihrem alten
Steinkohle-Heizkraftwerk selbst besorgen, heißt es beim Verbund.

OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders.
OTS0007 2011-05-22 08:00 220800 Mai 11 TRE0005 0228



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