- 21.05.2011, 15:57:03
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Jung, psychisch krank: Keine Frühpension mehr
"Die Presse am Sonntag" vom 22.05.2011
Wien (OTS) - Brisanter Bericht liegt bei Hundstorfer:
Sozialpartner wollen Ersatz für Invaliditätspension. Meldung von
Fällen an Verkehrsämter umstritten.
Die Zahl der Österreicher, die wegen psychischer Erkrankungen mittels
Invaliditätspension vorzeitig in den Ruhestand gehen (müssen),
steigt. Jetzt gibt es konkrete Pläne, dass zumindest junge Menschen,
die aus diesen Gründen nicht mehr arbeitsfähig sind, keine Pension
mehr erhalten sollen, sondern eine andere Sozialleistung. Dieser
brisante Vorschlag, der der "Presse am Sonntag" vorliegt, findet sich
über Anregung der Wirtschaftskammer und der Industriellenvereinigung
im ersten Zwischenbericht der Sozialpartner an Sozialminister Rudolf
Hundstorfer (SPÖ). Darin geht es um Maßnahmen, damit Österreicher
später in Pension gehen.
Einigkeit bei Arbeitgeber- und Arbeitnehmerorganisationen herrscht
darüber, dass psychischen Erkrankungen in nächster Zeit besonderes
Augenmerk geschenkt werden müsse. In dem Papier an Hundstorfer wird
hingewiesen, dass psychische Krankheiten im Vorjahr "schon die
Hauptursache für Invalidität darstellten". Auch im Ende 2010
präsentierten Sozialbericht des Ministeriums wird auf die dramatische
Entwicklung hingewiesen: Demnach müssen bei Invaliditätspensionen vor
allem Frauen wegen psychischer Probleme im Schnitt mit knapp 47
Jahren gehen.
Junge Menschen können vor dem vollendeten 27. Lebensjahr in
Invaliditätspension gehen, wenn sie unter anderem bis dahin
mindestens sechs Versicherungsmonate erworben haben. Im Bericht an
Hundstorfer wird empfohlen, die Pension durch eine nicht näher
definierte andere Leistung (im Regelfall dürfte dies wohl die soziale
Mindestsicherung sein, Anm.) "mit entsprechendem Versorgungsniveau"
zu ersetzen.
Seniorenvertreter dagegen. Aufhorchen lässt ein Vorschlag mit Folgen
für Führerscheinbesitzer: Die Wirtschaft "regt an", bei Anträgen auf
Invaliditätspension Daten an das Verkehrsamt zu übermitteln, "wenn im
Verfahren eine Gefahr für die Allgemeinheit offensichtlich ist". Im
Bericht ist auch vermerkt, dass sich die oberste Vertretung der
Pensionisten, der Seniorenrat, dagegen ausgesprochen hat. Die
bestehenden Regelungen - bei auffälligem Verhalten im Verkehr wird
der Amtsarzt eingeschaltet - reichten aus.
Rückfragehinweis:
Die Presse
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Tel.: (01) 514 14-445
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