OTS0182   20. Mai 2011, 13:15

Journaldienstkürzungen an Universitätskliniken gefährden Patienten


Mit 60 Stunden pro Woche im Halbjahresschnitt
arbeitet keine Berufsgruppe so viel wie Spitalsärzte. Im Zuge des
wirtschaftlichen Drucks kürzen nun einzelne Krankenanstalten allen
voran die Medizinische Universitäten Wien und Graz die Anzahl der
anwesenden Ärzte im Nachtdienst. In den letzten Jahren ist es durch
ein Versorgungsdefizit im Bereich der niedergelassenen Ärzte an
Wochenenden oder in Nachtzeiten zu einem massiven Ansturm auf die
Notfallambulanzen der Universitätskliniken gekommen. Die massive
Zunahme der Arbeitsbelastung im Nachtdienst wird durch die neue
Burnout-Studie der österreichischen Ärztekammer bestätigt. Die
geplante Einschränkung der Zahl der im Nachtdienst anwesenden
Ärztinnen und Ärzte führt dazu, dass die Arbeitsbereitschaftsdienste
zu Nachtschichtarbeiten werden, was zu unzumutbaren
Arbeitsbedingungen führt. Diese Umwandlung von Journaldiensten mit
Ruhezeiten zu durchgehenden Schichtdiensten wird von den
Krankenanstalten ohne Rücksicht auf das ärztliche Personal und die
Patienten gebilligt. Das nächtliche Durcharbeiten ist
gesundheitsgefährdend wie eine Studie der Medizinischen Universität
Innsbruck ergeben hat. Da Belastungen durch 25 Stunden-Schichtdienst
auch für Patienten mit Risiken verbunden sind, empfehlen wir dringend
von radikalen Sparmaßnahmen Abstand zu nehmen.

Die Betriebsräte der medizinischen Universitäten Graz, Wien und
Innsbruck

Regina Gatternig
Thomas Szekeres
Martin Tiefenthaler
Vorsitzende der Betriebsräte für das wissenschaftliche Personal
der Medizinischen Universitäten Graz, Wien und Innsbruck

OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders.
OTS0182 2011-05-20 13:15 201315 Mai 11 NEF0009 0216



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Tel.: 0699 123 69 897

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