• 19.05.2011, 12:45:16
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Hernstein: Auszeit ist für Manager kein Thema

Wien (OTS) - Die viel zitierte Work-Life-Balance ist in den
Führungsetagen noch keine gelebte Realität. Karriere geht vor. Zwei
Drittel der Manager geben im aktuellen Hernstein Management Report
an, dass in ihrem Unternehmen Führungskräfte einen Karriereschritt
zugunsten einer ausgeglichenen Work-Life-Balance noch nie abgelehnt
haben.

"Das Ergebnis an und für sich überrascht nicht. Menschen in
Führungsposition sind Karriere orientiert und möchten in Unternehmen
etwas bewegen und weiterentwickeln. Teilweise wird auch die Angst vor
Job- Prestige- und Einkommensverlust eine Rolle spielen. Auf der
anderen Seite ist es gerade für Führungskräfte wichtig, auf das
innere Gleichgewicht zu achten. Nicht zuletzt deshalb, weil man ja
seine nachhaltige Leistungsfähigkeit sichern muss. Und da sind Pausen
auch für hoch belastete Top-Manager sinnvoll", ist Hernstein
Institutsleiterin Katharina Lichtmannegger überzeugt.

Auszeit findet wenig Anklang

Obwohl zwei Drittel der Großunternehmen Auszeit grundsätzlich als
Möglichkeit anbieten, geben nur 7% aller befragten Führungskräfte an,
dass Auszeit im eigenen Unternehmen auch anerkannt ist. In 27 % der
Großunternehmen in Österreich, Deutschland und der Schweiz gibt es
die Möglichkeit eines Sabbaticals gar nicht.

Die Firmengröße jedenfalls hat einen starken Einfluss darauf, ob
Auszeiten in Unternehmen denkbar sind oder nicht. In mehr als einem
Drittel der "kleineren Unternehmen" (100 bis 249 Mitarbeiter) gibt es
diese Perspektive gar nicht.

Auch der Wunsch der befragten Führungskräfte nach einer Auszeit
ist nicht sehr ausgeprägt. Zwei Drittel kann sich ein Sabbatical gar
nicht vorstellen, für ein Viertel ist eine Auszeit prinzipiell
denkbar. Lediglich 8% aller Führungskräfte von Großunternehmen geben
an, dass eine Auszeit derzeit für sie persönlich ein Thema ist. Am
ehesten sind Schweizer Führungskräfte einer Auszeit zugeneigt, die
österreichischen Manager lehnen diese am häufigsten ab.

"Das hängt wahrscheinlich auch stark mit dem Selbstbild des hart,
lang arbeitenden und mit wenig Freizeit ausgestatteten Managers
zusammen. Stress gehört zum Alltag. Aber man vergisst dabei, dass
sich die Zeiten geändert haben. Die Geschäftswelt dreht sich
schneller. Aufgabenvielfalt, Arbeitsdichte und zeitliche
Verfügbarkeit haben sich enorm verändert", hebt Katharina
Lichtmannegger hervor.

Die wenigen in den Führungsetagen, für die eine Auszeit denkbar
ist, geben als Gründe vor allem den Wunsch nach mehr Zeit für Familie
und Hobbies an. An zweiter Stelle wird die Weiterbildung genannt.

Am ehesten noch Bildungskarenz

Am meisten favorisiert wird von den befragten Führungskräften die
Idee einer Bildungskarenz (31% in Österreich und Deutschland, 26% in
der Schweiz), aber auch Teilzeitarbeit ist für 19 % denkbar, in
Österreich sogar für ein Viertel der Manager. Die Viertage-Woche
fällt bei deutschen Führungskräften durch, findet jedoch Anklang in
Österreich und der Schweiz.

Mehr Informationen zum aktuellen Report finden Sie unter
http://www.ots.at/redirect/hernstein

Hernstein Management Report

Der Hernstein Management Report ist eine jährlich durchgeführte
Studie zu aktuellen Leadership- und Managementtrends. Die Abwicklung
und Auswertung der Studie erfolgt durch OGM Österreichische
Gesellschaft für Marketing, Wien. Befragt wurden insgesamt 302
Führungskräfte von Großbetrieben aus Österreich, Deutschland und der
Schweiz (ab 100 Beschäftigten). Pro Land fand jeweils ein Drittel der
Interviews statt.

Rückfragehinweis:
Mag. Daniela Kaser, MAS
PR & Marktforschung, Hernstein Institut für Management
und Leadership
T: 01/514 50-5633, E: [email protected]

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