• 19.05.2011, 11:52:28
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Sima/Scheed: Start der Tunnelbauarbeiten für neuen Superkanal in der Donaustadt

Wien (OTS) - Als einen "ökologischen Meilenstein für künftige
Generationen" bezeichnete Umweltstadträtin Ulli Sima den Asperner
Sammelkanal Entlaster bei der heutigen Tunnelanstichfeier: "Bis 2013
baut Wien Kanal damit an einer neuen Hauptschlagader der
Abwasserentsorgung im 22. Bezirk, der die Abwässer bestehender
Siedlungsgebiete und zukünftiger Stadtentwicklungsflächen in Aspern
sicher und umweltfreundlich zur ebswien hauptkläranlage
transportiert", erläutert Sima, die sich heute mit Bezirksvorsteher
Norbert Scheed vor Ort ein Bild vom Baufortschritt des Superkanals
gemacht hat.

1,7 km lang und 1,8 m Durchmesser: Hightech für Aspern

Mittels modernster unterirdischer Bohr- und Presstechnik wird
derzeit ein 1,7 Kilometer langer Rohrkanal mit einem Durchmesser von
1,8 Meter unter dem Biberhaufenweg neben der bestehenden Kanalisation
errichtet. Am Tiefpunkt des Kanals, in der Raffineriestraße, sorgt
ein neues Pumpwerk für die Weiterleitung der Abwässer in Richtung
Kläranlage. Die Arbeiten werden rd. 2,5 Jahre dauern, die
Fertigstellung ist für Sommer 2013 geplant. Die Gesamtbaukosten
dieses Superkanals, der bis zu 4.500 Liter Abwasser pro Sekunde
transportieren kann, liegen bei 18,6 Millionen Euro. "Die
Kanalisation der umliegenden Gebiete wird künftig im Teilmischsystem
betrieben. Das heißt, dass nicht beeinträchtigtes Niederschlagswasser
wie Dachwasser dabei aus ökologischen Gründen nicht in die
Kanalisation eingeleitet, sondern an Ort und Stelle versickert und
seinem natürlichen Kreislauf zugeführt wird", erläutert Sima.

14 Kanalbauprojekte in der Donaustadt um 76 Millionen Euro

Der Asperner Sammelkanal Entlaster stellt damit das größte und
teuerste von insgesamt 14 Kanalbauprojekten in der Donaustadt dar,
für die mit einem Investitionsprogramm 2009 der Startschuss gegeben
wurde. Das Investitionsprogramm mit einem Bauvolumen von 76 Millionen
Euro wurde 2009 in einer wirtschaftlich besonders schwierigen Zeit
geschnürt und war ein wichtiger Impuls für die Bauwirtschaft.

Mit dem neuen Transportkanal stellt man sich auch den
Anforderungen einer pulsierenden und wachsenden Metropole. "So
garantiert der neue Kanal, dass neben der Aufschließung bestehender
Siedlungen auch die Abwässer aus zukünftigen
Stadtentwicklungsgebieten problemlos entsorgt werden. Alleine die
Flächen der geplanten Seestadt Aspern sind so groß wie der 7. und 8.
Wiener Gemeindebezirk", erläutert Bezirksvorsteher Norbert Scheed.

Hohe Anforderungen an die Planer

Neben dem Schmutzwasser aus Haushalt und Gewerbe werden im ASKE
auch die belasteten Straßenabwässer der neu anzuschließenden Gebiete
eingeleitet. "Dieser Umstand stellt an die Kanalplaner eine besondere
Herausforderung, galt es doch, eine leistungsfähige, aber dennoch
wirtschaftliche Dimensionierung des Kanals zu finden", erläutert
Andreas Ilmer, Chef von Wien Kanal. Dazu bedienen sich die
Spezialisten von Wien Kanal modernster, komplexer hydrodynamischer
Abflusssimulationen. Indem verschiedenste Ausbauvarianten mit
unterschiedlichsten Niederschlagssituationen überlagert werden,
erhält man Abflussszenarien und erkennt sofort die Auswirkungen auf
das betrachtete Kanalnetz. Alleine aus dem Einzugsgebiet des Asperner
Sammelkanal Entlaster wird nach den Berechnungen von Wien Kanal bei
Trockenwetter ein Spitzenabfluss von mehr als 300 Liter pro Sekunde
aus Haushalt und Gewerbe abgeleitet. Bei Regenwetter ist es ein
Vielfaches dieser Menge, mit dem der neue Transportkanal fertig
werden muss. Ohne Kanalnetz würde diese Abwassermenge alle paar
Sekunden einen Tankwagen füllen.

Die Planer von Wien Kanal setzen in Zukunft aber auch auf Hightech
im Kanal. Kanalnetzbewirtschaftung, also die Steuerung der
Wasserströme, gewinnt angesichts der weltweiten Wetterkapriolen immer
mehr an Bedeutung. Mit Geschwindigkeitssensoren und Ultraschallpegel
ausgerüstet, kann in Echtzeit die Wassermenge im Kanal bestimmt und
damit das neue Pumpwerk und die Regulierschieber in den
Verbindungsbauwerken zwischen altem und neuem Kanal gezielt gesteuert
werden. Ziel der Kanalplaner ist, durch Steuerungsmaßnahmen auch bei
Niederschlägen eine gleichmäßige Auslastung des gesamten Kanalnetzes
zu erreichen.

Hydroschildmaschine bohrt Tunnelquerschnitt

Der Asperner Sammelkanal Entlaster wird mit einem unterirdischen
Rohrvortriebsverfahren hergestellt. Dabei wird der rund 1,7 Kilometer
lange Tunnelkanal von zwei Schächten aus aufgefahren. Mit einer
sogenannten "Hydroschildmaschine" wird der Tunnelquerschnitt mit
einem Durchmesser von 2,2 Meter gebohrt. Am Kopf der Maschine ist das
gewaltige Schneidrad montiert, das für den Abbau des Bodenmaterials
sorgt. Angetrieben wird die Bohrmaschine über gewaltige Pressen, die
mit einem Druck von bis zu 6.500 Tonnen Fertigteilrohre ins Erdreich
nachschieben und so den Bohrkopf weiter vorantreiben.

Die Geschichte der Kanalisation in Aspern

In den Jahren 1975/76 wurde der Asperner Sammelkanal als
Schmutzwasserkanal für das GM-Werk in Aspern errichtet. Damit der
Kanal die beiden Altarme der Donau, das "Mühlwasser" und die "Alte
Naufahrt" unterqueren konnte, wurden damals auch zwei Pumpwerke am
"Schilfweg" und "Steinspornweg" errichtet. Durch den Anschluss von
rd. 1.200 Haushalten an das öffentliche Kanalnetz, die bisher über
Senkgruben entsorgt wurden sowie die bevorstehende Erschließung des
ehemaligen Flugfeldes Aspern, wurde ein Ausbau des bisherigen
Sammelkanals erforderlich.

Wien Kanal - Die Abwasserprofis

Das Kanalnetz der Stadt Wien ist mehr als 2.400 Kilometer lang.
Rund 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind täglich im Einsatz und
arbeiten daran, das Kanalnetz funktionsfähig und sauber zu halten.
Täglich wird etwa eine halbe Milliarde Liter Abwasser sicher und
umweltgerecht zur ebswien hauptkläranlage in Wien Simmering
transportiert.

rk-Fotoservice: www.wien.gv.at/pressebilder

Rückfragehinweis:

Maga Anita Voraberger
   Mediensprecherin
   Umweltstadträtin Maga Ulli Sima
   Tel.: +43 1 4000 81353
   Mobil: +43 664 1658655
   E-Mail: [email protected] 
   www.ullisima.at
   
   Ing. Josef Gottschall
   Leiter der Stabstelle Öffentlichkeitsarbeit 
   Wien Kanal
   3., Modecenterstraße 14c
   Tel.: +43 1 4000 30021

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