• 19.05.2011, 10:16:38
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Korosec: Verhandlungen zu Pflege-Strukturreform rasch aufnehmen. Alle System-Partner einbinden.

OECD-Bericht bestätigt Handlungsbedarf im Österreichischen Pflegesystem

Wien (OTS) - "Der OECD-Bericht zur Langzeitpflege bestätigt ein
weiteres Mal: auch in Österreichs Pflegesystem müssen die Strukturen
langfristig gänzlich neu aufgestellt werden. Genau das hat sich die
Regierung gemeinsam mit den Ländern auch bis Ende 2012 vorgenommen.
Dazu müssen allerdings jetzt so schnell wie möglich Verhandlungen
einberufen werden, wobei von Anfang an alle Systempartner (von Ärzten
über Pflegeberufe, von den Sozialpartnern bis hin zu den
Pflegeorganisationen) eingebunden sein müssen. Uns muss klar sein,
dass hier eine Mammutaufgabe auf uns wartet, die man ohne die
Beteiligung aller relevanten Gruppen niemals in knapp 18 Monaten wird
lösen können", erklärt LAbg. Ingrid Korosec,
Bundesobmann-Stellvertreterin des Österreichischen Seniorenbundes und
Landesvorsitzende des Wiener Seniorenbundes anlässlich der aktuellen
OECD-Studie zu den Pflegesystemen.

Die zu klärenden Fragen sind lt. Korosec umfangreich: Aus welchen
Mitteln soll Pflege bezahlt werden und von wem sollen diese
Zahlungsströme organisiert und kontrolliert werden? Wie werden
Teuerungsabgeltung der Pflegegelder und ordentliche Bezahlung der
Pflegenden garantiert? Wie kann man die Ausbildungen der Pflegeberufe
attraktiver und auch im Sinne der lebensbegleitenden
Weiterentwicklung aufstellen? Soll Pflege weiterhin im
Sozialhilfesystem verankert bleiben? Wie werden Schnittstellen
zwischen Gesundheits- und Pflegesystem verbessert?

"Diese Liste ließe sich lange fortsetzen und wir Seniorenvertreter
haben ganz klare Vorstellungen zu den Antworten", betont Korosec und
nennt hier nur einige der konkrete Punkte aus dem umfassenden
Pflege-Programm des Seniorenbundes:

- Pflege soll endlich raus aus der Sozialhilfe, muss Teil der 
   umfassenden sozialen Systeme werden. 
 - Der zu schaffende Pflegefonds soll aus Steuermitteln finanziert 
   werden. 
 - Die Unart, dass Pflegegelder heute oft auf 19 Zahlungsströme 
   aufgeteilt sind, bevor sie beim Betroffenen in einer 
   Pflegeeinrichtung ankommen, ist zu beenden.
 - Pflegegeld muss jährlich automatisch an die Teuerung angepasst 
   werden.
 - Gegen eine Umstellung von Geldleistungen (Pflegegeld) auf 
   Sachleistungen werden wir mit aller Kraft kämpfen. 
 - Pflegegeldeinstufungen müssen bundesweit einheitlich und rasch 
   durchgeführt werden - die jeweiligen Pflegenden müssen dabei in 
   die Begutachtung eingebunden sein. 
 - Pflegeausbildungen müssen von der Lehre bis zur Universität 
   geschaffen, garantiert und vor allem durchlässig gestaltet 
   werden. 
 - Pflegende Angehörige und Laienpfleger brauchen größt mögliche 
   Unterstützung und Pflege(fach)kräfte müssen ordentlich entlohnt 
   werden. 
 - Pflegewissenschaften und Pflegeforschung sind bundesweit zu 
   garantieren und auszubauen.

Rückfragehinweis:
Österreichischer Seniorenbund, Susanne Kofler, 0650-581-78-82; [email protected]; www.seniorenbund.at

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