• 18.05.2011, 12:19:49
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Zur Krise in DDr.-Wagner-Reha-Kliniken: AKNÖ bestätigt ORF-Beitrag - zahlreiche Beschwerden

Belegschaft wendet sich "in Verzweiflung" an den Bundespräsidenten

Wien (OTS/AKNö) - Der Niederösterreichischen Arbeiterkammer wurden
in den vergangenen Wochen zahlreiche vertrauliche Unterlagen von
ehemaligen MitarbeiterInnen und PatientInnen der
DDr.-Wagner-Reha-Kliniken aus ganz Österreich zugespielt. "Ja, es
gibt offenbar zahlreiche Missstände sowohl im Umgang mit dem Personal
als auch mit PatientInnen", bestätigte AKNÖ-Vizepräsidentin Brigitte
Adler den Beitrag im ORF-Report von gestern, Dienstag.

Allein in der Bezirksstelle Mödling ist ein Arbeitsrechtsexperte seit
Monaten nur mit der Aufarbeitung von arbeitsrechtlichen Misständen
aus einem der DDr.-Wagner-Häuser beschäftigt. Noch nie hat es im
Bezirk Mödling so viele fehlerhafte Lohnabrechnungen aus einem
einzigen Unternehmen gegeben. In einem Fall musste jetzt Klage beim
Arbeitsgericht eingebracht werden. Auch für Beschäftigte im
DDr.-Wagner-Haus "Raxblick" wurde bereits erfolgreich gegen
gravierende Unterbezahlung geklagt.

Belegschaft wendet sich in Aufsehen erregendem Brief an den
Bundespräsidenten

Die BetriebsrätInnen des Waldsanatoriums Perchtoldsdorf wandten sich
"in Verzweiflung" in einem Schreiben an führende Politiker, auch an
den Bundespräsidenten. "Es fehlt an allen Ecken und Enden an
Hilfsmaterial für neurologische PatientInnen. TherapeutInnen mussten
private Arbeitsmittel von zu Hause mitbringen. Wir haben den
Eindruck, dass es nicht um die Genesung der PatientInnen sondern um
Geld geht." Die DDr.-Wagner-Gruppe ist der größte Betreiber von
privaten Reha-Einrichtungen und bekommt von der
Pensionsversicherungsanstalt für rund 17.000 PatientInnen jährlich
ca. 33 Millionen Euro überwiesen.

Gesundheitsbranche darf nicht zum Selbstbedienungsladen für
private Anbieter und zum Lohndumping-Sektor für die MitarbeiterInnen
werden

Für einige private Kurhotels gibt es derzeit keinen Kollektivvertrag.
"Dies wird als Einfallstor für einen neuen Niedriglohnsektor
ausgenützt", warnt AKNÖ-Vizepräsidentin Brigitte Adler.
Gleichzeitig fließen zig Millionen aus der öffentlichen
Sozialversicherung in private Reha-Kliniken.

Die Niederösterreichische Arbeiterkammer regt daher einen "Runden
Tisch" zur Verbesserung der arbeitsrechtlichen Rahmenbedingungen mit
dem Sozialministerium und den beteiligten Sozialpartnern an.

Rückfragen: Dr. Bernhard Rupp, MBA, Tel. 05-7171-1272

Rückfragehinweis:
AKNÖ Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: (01) 58883-1247
mailto:[email protected]
http://noe.arbeiterkammer.at

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