- 18.05.2011, 09:30:24
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Seniorenmobilität: Der Zukunft auf der Spur
Neue Studie MOTION55+ entwickelt Mobilitäts-Szenarien für Menschen in der 2.Lebenshälfte - KFV zeigt auf, wie ältere Menschen auch am Land länger mobil bleiben können.
Wien (OTS) - Das Auto bleibt auch im Alter das bevorzugte
Verkehrsmittel - zumindest, solange es die Gesundheit erlaubt.
Gemeinden und Städte könnten aber viel tun, damit der Umstieg vom
eigenen Fahrzeug auf gemeinschaftlich genutzte Transportmittel in
Zukunft leichter fällt. Sammeltaxis und flexibel einsetzbare
Multi-Busse, die auch von Menschen mit Beeinträchtigungen bestiegen
werden können, könnten ältere Menschen am Land unterstützen. Das
ergab eine Studie des KFV (Kuratoriums für Verkehrssicherheit), die
in Kooperation mit dem Fachbereich Verkehrssystemplanung der
Technischen Universität Wien und Herry Consult, gefördert vom BMVIT,
durchgeführt wurde. "Die Mobilität von Menschen in der zweiten
Lebenshälfte ist ein wichtiges Thema. Die Lebenserwartung in
Österreich steigt jährlich an und liegt jetzt durchschnittlich bei
77,7 Jahre für Männer und bei 83,2 Jahre für Frauen. Damit verbunden
ist auch ein gesteigertes Mobilitätsaufkommen: Je länger die Menschen
leben, desto länger sind sie auch unterwegs. Um auf die
Herausforderung der Erhaltung der Mobilität richtig reagieren zu
können, ist es wichtig, richtige Lösungen zu finden, um die aktive
Teilnahme am Verkehr so lange wie möglich zu gewährleisten" erklärt
Klaus Robatsch, Leiter des Bereichs Prävention im KFV.
Ländliche Infrastruktur ist derzeit sehr auf Pkw ausgerichtet
Befragungen, Telefoninterviews und ExpertInnengespräche ergaben im
Projekt MOTION55+ ein detailliertes Bild, wie sich ältere Menschen am
Land fortbewegen. Dabei zeigte sich, dass das eigene Auto unter
anderem deshalb das liebste Fortbewegungsmittel bleibt, weil sich
damit nach wie vor am unkompliziertesten Einkäufe und Termine
erledigen lassen. Das Fahrrad beschrieben BewohnerInnen des
ländlichen Raums, die zum Zeitpunkt der Befragung älter als 55 Jahre
waren, in erster Linie als Sportgerät, zu Fuß lassen sich lange Wege
nicht bewältigen bzw. sei "der Straßenverkehr zu gefährlich".
Hinsichtlich des öffentlichen Verkehrs zeigten sich die Menschen
unzufrieden mit der Frequenz und den Verbindungen sowie der
schlechten Zugänglichkeit von Bus und Bahn. Spezielle Rufdienste
waren zwar vielen Interviewten bekannt, sie wurden aber kaum genutzt,
weil sie u. a. als "zu unsicher" und "kompliziert" eingestuft wurden.
Gemeindebezogene Mobilitätslösungen sind gefragt
Genau hier sollten aber Gemeinden und Städte ansetzen, um ihren - in
Zukunft immer zahlreicheren - älteren BewohnerInnen innovative
Möglichkeiten zu bieten. Das Bereitstellen von Gemeindetaxis und
Kleinbussen, die auch Rollator-FahrerInnen nutzen können, gehört zu
den zentralen Empfehlungen des Szenarienkatalogs, der im Rahmen des
Projekts erarbeitet wurde. Regionaltickets, mit denen man den
öffentlichen Verkehr flexibler nutzen kann, stellten sich ebenfalls
als wesentlich heraus. Radfahren und zu Fuß gehen sollten nicht mehr
nur als "Hobby" betrachtet werden, sondern "wieder" gezielt in die
Bewältigung von alltäglichen Wegen einbezogen werden. Gemeinden, die
in Maßnahmen und Angebote investieren, um Mobilität auch im Alter zu
ermöglichen, bleiben nicht nur attraktive Wohnorte für ältere
Menschen, sondern könnten sogar junge Familien dazu motivieren, ihren
Lebensmittelpunkt am Land zu suchen.
KFV bietet Beratung für Gemeinden und Planer
Weitere Maßnahmen des neuen Mobilitäts-Szenarienkatalogs und Beratung
zu dessen Umsetzung bietet das KFV in jedem Bundesland Österreichs.
Gerne beraten die MitarbeiterInnen des KFV in den jeweiligen
Landesstellen bei einem Mobilitätscheck die einzelnen Gemeinden.
Rückfragehinweis:
Dr. Johanna Karner
Leitung Pressestelle KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit),
Tel.: 05 77 0 77 - 1903, 0664 333 82 13, E-Mail: [email protected]
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