- 13.05.2011, 10:45:18
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Qualität von psychotherapeutischer Versorgung muss sichergestellt bleiben!
Wien (OTS) - "Jüngste Entwicklungen sind alarmierend", so die
Vorsitzende des Wiener Landesverbandes für Psychotherapie, Leonore
Lerch, angesichts der Meldungen, dass die pychotherapeutische
Versorgung in Wien zunehmend von PsychotherapeutInnen in Ausbildung
geleistet werden soll. Gemäß ASVG steht allen Sozialversicherten in
Österreich eine ausreichende, zweckmäßige und notwendige
Krankenbehandlung zu. "Wie kann es angehen, dass die gesetzlich
verantwortlichen Sozialversicherungsträger ihrer Versorgungsaufgabe
nicht entsprechend nachkommen, sondern aus Gründen der
Kostenersparnis dazu übergehen, vermehrt Auszubildende für die
Krankenbehandlung einzusetzen - so vorgesehen im neu geplanten
Ambulatorium für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie sowie dem
Psychotherapeutischen Bereitschaftsdienst, der seine Tätigkeit 2010
aufgenommen hat.
Es ist die Aufgabe der Krankenversicherungsträger, in
Zusammenarbeit mit den beruflichen Interessensvertretungen dafür
sorgen, dass professionelle Behandlung gemäß "State of the Art"
bereitgestellt wird. PsychotherapeutInnen in Ausbildung sind unter
begleitender Supervision berechtigt, psychotherapeutisch tätig zu
sein. Jedoch sei es das falsche Signal, so Lerch, vermehrt dazu
überzugehen, Kinder und Jugendliche sowie potentiell Schwerstkranke
von Auszubildenden behandeln zu lassen, weil Behandlungsplätze durch
praxiserfahrene PsychotherapeutInnen nicht in ausreichendem Maß
finanziert werden.
Umso problematischer erscheint dies, weil für PsychotherapeutInnen
in Ausbildung keine Pflicht-Praktikums-Plätze in entsprechenden
Institutionen und ausreichender Anzahl zur Verfügung stehen. Wenn nun
aus Kostengründen Versorgungsaufgaben in den Bereich von
Auszubildenden verlagert werden und ausbildungsabhängige Personen
ihre Dienste gratis oder zu geringen Preisen anbieten (müssen), um
primär die Ausbildungsgraduierungen zu erhalten, ist die Qualität der
psychotherapeutischen Versorgung langfristig nicht mehr
sicherzustellen.
Eine solide Versorgung mit kassenfinanzierter Psychotherapie kann
nur durch einen österreichweiten Gesamtvertrag für Psychotherapie
gewährleistet werden. Der Österreichische Bundesverband für
Psychotherapie ist zur Aufnahme von Vertragsverhandlungen bereit.
Rückfragehinweis:
Wiener Landesverband für Psychotherapie (WLP) Leonore Lerch Vorsitzende des WLP Tel.: 01/912 28 65 mailto:[email protected] www.psychotherapie.at/wlp
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