• 13.05.2011, 10:41:47
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AUGE/UG: "Hohe Manager- und Aufsichtsratsgagen nicht bejammern, sondern einfach höher besteuern!"

Spitzensteuersätze für Top-Verdiener erhöhen, Steuerprivilegien streichen - dafür Sozial-, Betreuungs- und Pflegeberufe finanziell deutlich aufwerten

Wien (OTS) - "Sich über die Verdoppelung der Aufsichtsratsgagen
bei der Erste-Bank moralisch zu empören macht wenig Sinn, nicht nur,
weil Moral in der Finanzbranche ohnehin ein Fremdwort ist, sondern
weil Menschen, die sich für die gesellschaftliche und ökonomische
Elite halten für moralische Appelle ohnehin nie besonderlich
zugänglich waren. Ausserdem wissen sie genau - das haben die
Bankenrettungspakete gezeigt - dass moralischer Entrüstung keinerlei
politische Gegenmaßnahme folgt. So lange sich das nicht ändert,
werden sich auch weiterhin Vorstände und Aufsichtsräte nach Lust und
Laune bedienen," fordert Markus Koza, Bundessekretär der AUGE/UG -
Alternative und Grüne GewerkschafterInnen/Unabhängige
GewerkschafterInnen und Vertreter der UG - Unabhängige
GewerkschafterInnen im ÖGB Bundesvorstand endlich wirkungsvolle
steuerliche Maßnahmen, um Spitzeneinkommen zu reduzieren, bzw. diese
entsprechend abzuschöpfen. "Die Arbeiterkammer fordert schon lange,
dass nicht mehr als 500.000 Euro Vorstandsgage pro Kopf von den
Unternehmen steuerlich absetzbar sein sollen. Das alleine wird
allerdings nicht reichen."

Zwt.: Spitzensteuersatz auf 55 % ab 140.000 Euro/Jahr und 60 % ab
280.000 Euro/Jahr

AUGE/UG-Gewerkschafter Koza fordert die Anhebung des
Spitzensteuersatzes ab einem Bruttojahreseinkommen von Euro 140.000
auf 55 %, ab einen Top-Einkommen von 280.000 Euro/Jahr auf 60 %: "Die
Zahl der BezieherInnen von Einkommen über 150.000 Euro jährlich liegt
gerade einmal - laut integrierter Lohn- und Einkommenssteuerstatistik
2008 - gerade einmal bei knapp über 32.000 Fällen. Höhere
Einkommenssteuern wirken also garantiert treffsicher und sorgen für
mehr Verteilungsgerechtigkeit".

Zusätzlich fordert Koza die Steuergrenze - ab welcher der
bisherige Spitzensteuersatz von 50 % gilt - wieder auf die Euro
50.000/Jahr zu senken: "Die Erhöhung der Grenze für den
Spitzensteuersatz von 50.000 auf 60.000 Euro im Rahmen der
schwarz-roten Steuerreform war nur teuer und ein überproportionales
Steuergeschenk an einkommensstarke Gruppen. Die Zahl der Personen,
welche überhaupt in diese Steuerstufe kommen ist überschaubar und
liegt - ebenfalls laut integrierter Lohn- und
Einnkommenssteuerstatistik 2008 - bei rund 200.000 Personen, von
insgesamt 6,5 Mio. EinkommensbezieherInnen insgesamt. Es war und wäre
also vollkommen absurd davon zu sprechen, dass mit dem Schieben der
Steuergrenze auf Euro 60.000 die 'Mittelschicht' entlastet würde."

Stock options als Gehaltsbestandteil für ManagerInnen sollten
überhaupt gesetzlich verboten werden, da diese Anreize zu einer
kurzfristig, wenig nachhaltig orientierten Unternehmenspolitik setzen
würden, so Koza. Überlegenswert sei auch, den begünstigten Steuersatz
für das 13./14. Monatsgehalt für SpitzenverdienerInnen anzuheben: "Es
ist nicht nachvollziehbar, warum Menschen mit einem Jahreseinkommen
von Euro 140.000 für das 13. und 14. Monatsgehalt den gleichen
Steuersatz zahlen, wie Teilzeitbeschäftigte, die gerade einmal 8000
Euro im Jahr verdienen. Jedenfalls ab 140.000 Euro im Jahr soll auch
beim 13./14. Monatsgehalt die volle Progression wirken," so Koza. Im
Gegensatz dazu sollen untere und mittlere Einkommen deutlich gestärkt
werden: etwa durch eine Erhöhung der Negativsteuer auf bis zu 450
Euro/Jahr, oder die deutliche finanzielle Aufwertung und
Attraktivierung von aus öffentlichen Mitteln finanzierten Berufen im
Sozial- und Pflegebereich.

Zwt.: NEF-Studie: SpitzeneinkommensbezieherInnen verursachen größten
volkswirtschaftlichen Schaden!

In Zusammenhang mit hohen Manger- und Aufsichtratsgagen erinnert
der Unabhängige Gewerkschafter an die vielbeachtete Studie der
britische "new economics foundation", welche den
volkswirtschaftlichen Schaden, den jedes von einem Londoner City
Banker verdiente 1 Pfund verursache, mit 7 Pfund beziffert. Im
Gegensatz dazu würde jedes verdiente Pfund in der Kinderbetreuung den
gesellschaftlichen Wohlstand um 7 bis 9,50 Pfund erhöhen. "Alleine
aus Gründen der Wohlstandsmehrung spricht also alles für eine höhere
Besteuerung von Managergehältern und im Gegenzug dazu eine deutliche
Aufwertung von Sozial-, Betreuungs- und Pflegeberufen, die vielfach
von der öffentlichen Hand finanziert werden. Die Politik macht
allerdings das komplett falsche: sie kürzt im Sozial- und
Pflegebereich und schont im Gegensatz dazu vermögende und erbende
Nichtleister und Spitzenmanger, die enormen Schaden am
gesellschaftlichen Wohlstand verursachen. Damit muss endlich Schluss
sein. Statt jammern - höhere Steuern auf Spitzeneinkommen und
Vermögen!" schließt Koza.

Rückfragehinweis:
Markus Koza
Bundessekretär der AUGE/UG
Tel: 0676/951 27 82
Internet: www.auge.or.at

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