• 13.05.2011, 08:17:08
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Lebensstil und Prävention sind auch Fragen der persönlichen Verantwortung

ÖÄK-Präsident Dorner: Solidarität keine Einbahn - Gesundheitsvorsorge als gesellschaftliche Herausforderung

Wien (OTS) - Anlässlich des Symposiums "Lebensstil und persönliche
Verantwortung" forderte der Präsident der Österreichischen
Ärztekammer (ÖÄK), Walter Dorner, am Donnerstagabend die Solidarität
des Einzelnen gegenüber der Gesellschaft ein. Jeder Mensch trage
Verantwortung für sich selbst, so Dorner. "Dazu gehört auch,
Erkrankungen durch einen ungesunden bzw. riskanten Lebensstil im
eigenen Interesse, aber auch im Interesse der Gesellschaft tunlichst
zu vermeiden", betonte der Ärztechef. Gleichzeitig sei aber die
Gesellschaft - und hier speziell die soziale Krankenversicherung -
gefordert, die mit einer Erkrankung schicksalshaft verbundenen Härten
abzufedern. Dorner: "Man muss dabei jedoch hinterfragen, inwieweit
rücksichtslose Verhaltensweisen, die eine hohe Gefahr der
Selbstschädigung mit sich bringen, immer eine Verpflichtung der
Solidargemeinschaft nach sich ziehen müssen." In der Folge warf der
ÖÄK-Präsident die Frage auf, ob die vorhersehbaren Konsequenzen eines
bewussten Raubbaus an der eigenen Gesundheit noch als
schicksalshaftes Ereignis bezeichnet werden könnten.

"Prävention und Gesundheitsvorsorge sollten ein integrierter
Bestandteil des Lebens werden", hielt Dorner fest. Lebensstil werde
damit gleichzeitig zur universellen Herausforderung und sei daher
selbstverständlich auch Teil der persönlichen Selbstverpflichtung.
Allerdings würden nicht zuletzt externe Faktoren wie Bildung,
sozialer und kultureller Hintergrund oder Gruppenzwang mitbestimmen,
für welchen Lebensstil sich ein Mensch entscheide.

Die Autonomie des Patienten sei ohne die Möglichkeit und Fähigkeit zu
"kritischer Eigenverantwortung" nicht lebbar. Es sei jedenfalls
notwendig, das Spannungsfeld zwischen persönlicher Freiheit und
gesellschaftlicher Solidarität auch vor dem Hintergrund der
Vermeidung von Krankheiten hinsichtlich ihrer ethischen, ökonomischen
und politischen Implikationen zu diskutieren. (SL)

Rückfragehinweis:
Pressestelle der Österreichischen Ärztekammer
Tel.: (++43-1) 513 18 33

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