- 12.05.2011, 16:08:21
- /
- OTS0293 OTW0293
"KURIER"-Kommentar von Daniela Kittner: "Ist die ÖVP zu retten?"
Die Streithanseln in der ÖVP beschädigen den neuen Chef noch vor dessen Wahl.
Wien (OTS) - Die Regierungsumbildung ist Michael Spindelegger
geglückt. Sie wurde pannenfrei durchgezogen, die Personalwahl hat
durchaus Positives: Drei Schlüsselressorts werden von Frauen geführt,
ein junger Staatssekretär hat die Chance, auch einmal die Sicht der
unter Dreißigjährigen einzubringen, mit Karlheinz Töchterle wurde
jemand von außerhalb des üblichen Funktionärskaders geholt. Was die
Neuen zusammenbringen, wird zu bewerten sein, wenn es so weit ist.
Ganz anders sieht es in der Partei aus. Da wird um Posten und
Einfluss gestritten, als ob die ÖVP an der 40-Prozent-Marke läge und
in Hülle und Fülle Sympathien zu verschenken hätte. Die beleidigten
Steirer kühlen ihr Mütchen am neuen Obmann, dessen
niederösterreichische Prätorianer rücken zum Gegenschlag aus. Kleine
Länder und der Westen wettern gegen die "Verniederösterreicherung",
und den Niederösterreichern mangelt es an Sensorium, die Aversionen
wahrzunehmen, die ihr machtbewusstes Auftreten auslöst.
Gerade erst hat die ÖVP kräftig mitgeholfen, dass einer der
beliebtesten Obmänner, den sie je hatte, flüchtete. Und bevor der
Neue gewählt ist, geht das alte Spiel wieder los. So wird
Spindelegger keine Chance haben, die ÖVP vor dem Abstieg auf Platz 3
zu retten.
Rückfragehinweis:
KURIER, Innenpolitik
Tel.: (01) 52 100/2649
mailto:[email protected]
www.kurier.at
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | PKU






