• 11.05.2011, 16:46:47
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Feierliche Sitzung der ÖAW: Bilanz und Ausblick

Nobelpreisträger Walter Kohn Ehrenmitglied der ÖAW

Wien (OTS) - Die Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW)
hat Walter Kohn, Nobelpreisträger für Chemie 1998, als Ehrenmitglied
der Gesamtakademie aufgenommen. Das gab ÖAW-Präsident Helmut Denk im
Rahmen der Feierlichen Sitzung der Akademie am 11. Mai 2011 bekannt.
Die traditionelle Feierliche Sitzung bildet den Höhepunkt im
Arbeitsjahr der ÖAW: Vor prominenten Vertreterinnen und Vertretern
aus Wissenschaft, Politik, Kultur und Wirtschaft wird Bericht über
die Tätigkeit der ÖAW erstattet.

ÖAW-Präsident Helmut Denk hob die Bedeutung der
Grundlagenforschung als zentralen Innovationsmotor hervor: "Das
Wissen über Strukturen, Zusammenhänge und Gesetzmäßigkeiten in der
Natur und beim Menschen schafft die Basis für Neuerungen. Eine
Wachstumspolitik, die unseren Wohlstand mittel- und langfristig
sichert, muss auf Innovation setzen, auf Innovation, die nicht nur
die bestehenden Systeme verbessert, sondern zu grundlegend neuen
Lösungen führt."

"Wissenschaft und Forschung bedürfen nicht nur der finanziellen
Sicherheit, sondern auch des Interesses, Wohlwollens und Respekts der
Gesellschaft", betonte Helmut Denk. Die Akzeptanz von Wissenschaft
und Forschung in ihrer Bedeutung für Innovation und als
unverzichtbares Kulturgut müssten in Österreich noch viel stärker
verwurzelt werden, so Denk. Die Akademie werde den interdisziplinären
Diskurs ihrer Mitglieder fördern und als Stimme der Wissenschaft den
Dialog mit der Gesellschaft intensivieren.

Die Akademie vertraue darauf, dass sie bei der Umsetzung der
Forschungs-, Technologie- und Innovationsstrategie der
Bundesregierung entsprechend berücksichtigt werde. "Herausragende
wissenschaftliche Leistungen der ÖAW-Institute zeigen, dass der
Akademie eine unverzichtbare Rolle zukommt, wenn Österreich in die
internationale Liga der Innovation Leaders aufsteigen soll. Eine
Budgetsteigerung ist hiefür unerlässlich", so der ÖAW-Präsident.

"Das in der Forschungsstrategie der Bundesregierung formulierte
Ziel einer Forschungsquote von 3,76% im Jahr 2020 muss aus Sicht der
ÖAW als Teilziel unbedingt die Steigerung der
Grundlagenforschungsquote am Bruttoinlandsprodukt, die derzeit nur
0,44% beträgt, enthalten," forderte der ÖAW-Präsident. Österreich
habe in den letzten Jahren bei Forschung und Innovation beträchtlich
aufgeholt. Seit einiger Zeit aber stagniere der Prozess, man müsse
befürchten, dass sich die Distanz zu den sogenannten Innovation
Leaders noch vergrößere. Die Aussage "Ausgaben für Wissenschaft,
Forschung und Innovation sichern die Zukunft eines Landes", dürfe
keine bloße Rhetorik bleiben.

ÖAW zukunftsorientiert

Bundespräsident Heinz Fischer würdigte in seiner Grußbotschaft den
hohen und zukunftsorientierten Anspruch der ÖAW. Er hob das In
Krafttreten der neuen Satzung hervor, die es der ÖAW erleichtern
werde, die nächsten Aufgaben in Angriff zu nehmen. Bei knapp
bemessenen Mitteln sei es eine Herausforderung, diese künftigen
Aufgaben mit Elan und Hartnäckigkeit zu bewältigen. Die Leistungen
der Forschungseinrichtungen der ÖAW könnten sich sehen lassen,
betonte der Bundespräsident.

Reformprozess gewürdigt

Wissenschafts- und Forschungsminister Karlheinz Töchterle würdigte
ebenfalls die exzellenten Leistungen der ÖAW-Forschungseinrichtungen.
Als positive Entwicklung hob er den Reformweg, den die ÖAW in den
letzten Jahren erfolgreich beschritten hat, hervor. Von den im
Reformprozess vorgesehenen Meilensteinen seinen zwei, die Einsetzung
eines Direktors für Finanzen und Administration und der Beschluss
über den Entwicklungsplan gesetzt. Am 4. Mai 2011 begannen die
Verhandlungen über die Leistungsvereinbarungen zwischen dem
Wissenschaftsministerium und der ÖAW.

Neue ÖAW-Mitglieder

Im Rahmen der Feierlichen Sitzung wurden den neuen Mitgliedern der
ÖAW die Dekrete überreicht. Insgesamt hat die ÖAW 2011 54 neue
Mitglieder in ihre Reihen aufgenommen. Walter Kohn als Ehrenmitglied
der Gesamtakademie, zehn wirkliche Mitglieder, 15 korrespondierende
Mitglieder im Inland, 13 korrespondierende Mitglieder im Ausland
sowie ein Ehrenmitglied der mathematisch-naturwissenschaftlichen
Klasse. 14 Forscherinnen und Forscher wurden in die Junge Kurie
aufgenommen.

Im Rahmen des Festvortrages widmete sich Wittgensteinpreisträger
Wolfgang Lutz dem Thema "Zukunft durch globale Bildung: Neue
wissenschaftliche Befunde".

Rückfragehinweis:

Dr. Marianne Baumgart
   Österreichische Akademie der Wissenschaften/Öffentlichkeitsarbeit
   Austrian Academy of Sciences/Public Relations 
   Dr. Ignaz Seipel-Platz 2, 1010 Wien 
   Tel.:  +43 1 51581-1219 
   mailto:[email protected] 
   www.oeaw.ac.at/pr

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