- 11.05.2011, 13:52:23
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Grillitsch: Mit starken Partnern EU-Finanzrahmen sichern
Bauernbund-Politik soll straffer und kantiger werden
Wien (OTS) - "Bei der EU-Agrarreform hat die Budgetfrage oberste
Priorität. Gemeinsam mit starken, europäischen Partnern müssen wir
den EU-Finanzrahmen in der bisherigen Höhe sichern. Sollten die
Mitgliedstaaten dieses Budget nicht halten können, wäre unsere
österreichische, bäuerliche und kleinstrukturierte Landwirtschaft
ernsthaft in Gefahr", sagte Bauernbund-Präsident Fritz Grillitsch
nach einer zweitägigen Klausur des Österreichischen Bauernbundes vor
Südtiroler Journalisten.
"Der Bauernbund ist in Südtirol zusammengekommen, um wichtige
Zukunftsfragen zu erörtern und Positionen zu konkretisieren.
Insbesondere sind die anstehende Reform der GAP und die finanzielle
Vorausschau große Herausforderungen, die es entsprechend
vorzubereiten gilt. Es geht heuer buchstäblich ans Eingemachte und
wir arbeiten mit Feuereifer daran, das Beste für Österreichs
Bäuerinnen und Bauern herauszuholen", betonte Landwirtschaftsminister
Nikolaus Berlakovich.
Berlakovich: Österreichische Position gut verankert
"Es ist uns auf EU-Ebene bereits gelungen, einige wichtige Pflöcke
einzuschlagen, so etwa beim Agrarrat im März, wo die österreichische
Position gut verankert werden konnte. Ich will, dass es weiterhin
zwei starke GAP-Säulen und eine ausreichende finanzielle Basis für
alle Sektoren gibt. Kleinbetriebe und Landwirte müssen ebenso
gefördert werden wie unsere Berglandwirtschaft, die auch ein großes
gemeinsames Anliegen mit Südtirol ist. Wir brauchen ein
Sicherheitsnetz und eine bessere Wertschöpfung für unsere Bäuerinnen
und Bauern im Lebensmittelbereich", so Berlakovich. Außerdem gelte
es, Zukunftsfelder wie etwa den Bereich der erneuerbaren Energie
gezielt zu bearbeiten und als Chance zu nützen.
Zusammenhalt in Budgetfrage notwendig
"Zusammenhalt nach innen und außen ist das Nonplusultra zur
Sicherung der bisherigen GAP-Mittel. Nur durch sehr enge Abstimmung
in Österreich, insbesondere mit der Bundesregierung, mit dem
Finanzminister, aber auf europäischer Ebene - vor allem durch
Verbündete in den wichtigsten EU-Nettozahlerstaaten Deutschland und
Frankreich - stellen wir die Weichen für ein zufriedenstellendes, die
bäuerliche Wirtschaftsweise sicherndes Verhandlungsergebnis",
ergänzte Grillitsch.
Zu den Optionenpapieren der EU-Kommission zur GAP meinte der
Bauernbund-Präsident: "Das diskutierte Greening der ersten Säule darf
für die Bauern zu keiner zusätzlichen Bürokratie-Last oder
Verkomplizierung führen. Zudem ist die Kaufkraftparität der
Mitgliedstaaten als Verteilungskriterium anzuerkennen", führte
Grillitsch zwei weitere, aus österreichischer Sicht wesentliche
Aspekte zur Agrarreform an. An die Adresse der europäischen Bürger
sagte Grillitsch, dass Agrarpolitik als moderne Gesellschaftspolitik
gesehen werden müsse. "Für die produzierende Landwirtschaft braucht
es die Klammer zwischen Konsument und Produzenten", so der Präsident.
Was für Lebensmittel selbstverständlich ist, müsse auch für die
Energieversorgung gelten. "Sicherheit für die Bauern in den
Agrarprogrammen ist zugleich der beste Konsumentenschutz. Ohne
Landwirtschaft und ihre Trägerfunktion kann der Bevölkerung im
ländlichen Raum keine attraktive Existenz geboten werden. Genauso
wenig könnte sich der ländliche Wirtschaftsraum schwungvoll und
dynamisch entwickeln", warnte der Bauernbund-Präsident. Er sprach
sich für ein möglichst unabhängiges heimisches Sicherheits- und
Versorgungskonzept aus, von dem der Bauer genauso profitiere wie
jeder einzelne Konsument.
Straffe und kantige Bauernbund-Politik
Zudem diskutierten die Funktionäre und Direktoren bei der
zweitägigen Klausur auch intensiv über die Neuausrichtung und
Schärfung der Bauernbund-Politik. Dazu stellten die Referenten Rainer
Nick und Ulrich Eith mögliche politische Zukunfts-Szenarien dar.
Innerhalb der ÖVP repräsentiert der Bauernbund laut Nick die Themen
Eigentum, Familie und Föderalismus am stärksten. "In der Offenheit
und Transparenz gegenüber Konsumenten und der Bevölkerung des
ländlichen Raumes soll der Bauernbund ein wichtiges Standbein finden.
Wer, wenn nicht er vertritt die Interessen der Regionen?" verwies
Grillitsch insbesondere auch auf die Organisationskraft im kommunalen
Bereich. Dazu müsse der Bauernbund "straffer, strammer und kantiger,
zugleich aber nach innen enger zusammengefasst positioniert werden",
hielt der Präsident fest.
(Schluss)
Rückfragehinweis:
Bauernbund Österreich
Mag. Andrea Salzburger
Tel.: +43 1 505 81 73 - 28, Mobil: +43 699 1810 1805
mailto:[email protected]
www.bauernbund.at
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