• 11.05.2011, 11:04:35
  • /
  • OTS0158 OTW0158

Libyen-Konflikt: UNHCR bittet dringend um Aufnahmeplätze

Flüchtlinge aus Sub-Sahara-Staaten sind zwischen die Fronten geraten

Wien/Berlin (OTS) - Das UN-Flüchtlingshochkommissariat UNHCR
bittet dringend um Aufnahmeplätze für schutzbedürftige
Sub-Sahara-Flüchtlinge, die in Tunesien und Ägypten gestrandet sind.
Der erneute Appell kommt im Vorfeld einer Aussprache der
EU-Innenminister, die von der EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström
für den 12. Mai in Brüssel anberaumt worden ist.

Vor dem Hintergrund des sich verschärfenden Libyen-Konfliktes hat
UNHCR zu einer weltweiten Solidaritäts-Initiative vor allem für jene
Flüchtlinge aufgerufen, die vor Ausbruch der Kämpfe in dem
nordafrikanischen Land Zuflucht gesucht hatten. Es handelt sich dabei
vor allem um einige tausend Flüchtlinge und Schutzsuchende aus
verschiedenen afrikanischen Krisengebieten, die in dem anhaltenden
Konflikt in Libyen zwischen alle Fronten geraten sind und deshalb das
Land verlassen müssen. Sie befinden sich in einer akuten
Notsituation, können nicht dort bleiben, wo sie sind, aber auch nicht
zurück in ihre Heimat - im Unterschied zu den vielen tausend
ehemaligen Gastarbeitern in Libyen, die inzwischen mit
internationaler Hilfe in ihre Heimatländer evakuiert worden sind. Die
Nachbarländer Ägypten und Tunesien, die sich nach den politischen
Umwälzungen der letzten Monate selbst noch in einer nicht gefestigten
Übergangsphase befinden, können ihnen ebenfalls keine ausreichende
Sicherheit gewährleisten.

"Diese Flüchtlinge sind konkret gefährdet. Für sie bleibt nur das
sogenannte Resettlement, das heißt Neuansiedlung aus einem
Erstzufluchtsland in ein Drittland, als die derzeit einzige
verbleibende Schutzalternative", sagte heute der UNHCR-Vertreter für
Deutschland und Österreich Michael Lindenbauer. Er rief die
Verantwortlichen beider Länder dazu auf, sich an der Initiative von
UNHCR zu beteiligen. "Deutschland und Österreich können hier in einer
sehr schwierigen Situation ein richtungsweisendes positives Signal
für den internationalen Flüchtlingsschutz setzen."

Lindenbauer betonte, er sei sehr zuversichtlich, dass solch eine
humanitäre Aktion auch auf eine breite Unterstützung bei den
Bürgerinnen und Bürgern beider Staaten stoßen werde. Er verwies in
diesem Zusammenhang insbesondere auf die jüngsten Tragödien auf dem
Mittelmeer.

"Mit dieser Initiative können potenziell viele Menschenleben
gerettet werden", so der UNHCR-Vertreter. Resettlement schaffe einen
sicheren Korridor zumindest für eine Gruppe von besonders
schutzbedürftigen Menschen und sei "in dieser Situation einfach auch
ein Gebot der Menschlichkeit." Die geordnete Aufnahme sei "die
humanitäre Alternative für viele Menschen, denen sonst als
Überlebensperspektive nichts bleibt als eine Flucht auf überfüllten
und seeuntüchtigen Booten."

Rückfragehinweis:
Mag. Ruth Schöffl, Mobil: 0699/1459 5307, Mail: [email protected]

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | UNH

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel