• 11.05.2011, 08:12:59
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  • OTS0035 OTW0035

Ordensspitäler präsentieren Memorandum: Programm für eine Spitalsreform

Umfassende Analyse und Vorschläge zu Strukturfragen und Finanzierungsproblemen - Aufzeigen von Effizienzpotentialen und Lösungsansätzen

Wien (OTS) - Konkrete Maßnahmen für die anstehende Gesundheits-
und Spitalsreform präsentiert die Arbeitsgemeinschaft der
österreichischen Ordensspitäler. Hier einige der rund 40 Punkte des
in diesen Tagen an die politischen Entscheidungsträger übermittelten
Memorandums:

Etablierung eines Systems der Qualitätsmessung im Gesundheitssystem
Optimale Koordinierung der Planung, Steuerung und Finanzierung für
den niedergelassenen, ambulanten und stationären Bereich
Trennung der Funktion von Gesundheitsplaner, Finanzierer und
Spitalsbetreiber
Schaffung eines ökonomischen Anreizsystems für
Krankenanstaltenträger
Gleiche Rechte und Pflichten für alle Krankenhäuser im öffentlichen
Versorgungsauftrag
Übergang von Abgangsdeckung und Subvention zu kostendeckenden
Erlösen im leistungsorientierten Krankenhaus-Finanzierungssystem

Im Memorandum werden auch die Kriterien für die Beurteilung von
Krankenhäusern formuliert:

Wesentlich bei der Beurteilung müssen nachgewiesene Qualität der
Leistungen, Effizienz in der Leistungserbringung und
Patientenzufriedenheit sein
Nicht die Größe eines Spitals ist maßgeblich für dessen
Beurteilung, sondern die Qualität der dort erbrachten medizinischen
Leistungen sowie die Effizienz der Strukturen und Prozesse
Jedenfalls sind simple Kriterien wie die Anzahl der Betten in
höchstem Maße ungeeignet für die Beurteilung von Krankenhäusern.

Als Grundprobleme im österreichischen Gesundheitssystem nennen die
Ordensspitäler u. a.:

Divergierende Kompetenzen von Krankenanstalten und Ärzten
Ein duales Finanzierungssystem (Länder und Sozialversicherungen),
welches keine Vollkostendeckung sowie angemessene
Investitionsfinanzierung vorsieht
Permanente Steigerung der Ausgaben für die Aufrechterhaltung der
Gesundheitsversorgung auf hohem Niveau
Strukturelle Fehlentwicklungen: Vorhalten von Doppelstrukturen,
Fehlbelegungen etc.
Eine zu optimierende, ganzheitliche sektoren- und
regionenübergreifende Zielsetzung und Planung

Das Memorandum nennt auch Beispiele für Strukturprobleme im
europäischen Vergleich, etwa:

Rund 40 % der Gesamtausgaben für Gesundheit werden für die
stationäre Versorgung aufgewendet - ein Spitzenwert in der EU
Jeder 5. Österreicher wird stationär aufgenommen - die höchste Rate
in der EU
Mit 6,5 Akutbetten je 1.000 Einwohner liegt Österreich um 70 % über
dem EU-Durchschnitt
Keine optimale Produktivität in den österreichischen Krankenhäusern

"Wir wollen mit dieser auf Fakten und Daten bezogenen Analyse samt
umfassenden Lösungsvorschlägen einen Beitrag zu den aktuellen
Gesprächen über eine zukunftsorientierte Gesundheits- und
Spitalsreform leisten. Wir haben dieses Memorandum daher allen
Entscheidungsträgern in dieser Frage übermittelt und erwarten, dass
unsere Gedanken in die politischen Konzeptionen einfließen werden",
erklärt dazu Pater Leonhard Gregotsch, Leiter der Arbeitsgemeinschaft
der Ordensspitäler Österreichs.

Die österreichischen Ordensspitäler erbringen bekanntlich rund 20
Prozent der heimischen Krankenhausleistungen, sie sind gemeinnützig
und arbeiten im öffentlichen Auftrag.

Rückfragehinweis:

P. Leonhard Gregotsch
   Arbeitsgemeinschaft der Ordensspitäler Österreichs
   1010 Wien, Freyung 6/1/2/3
   Telefon: 01/535 12 87/13
   E-Mail: [email protected]
   
   Regina Steinbiller 
   Unitas-Solidaris Wirtschaftstreuhandgesellschaft mbH
   1010 Wien, Annagasse 4
   Telefon: 01/513 46 02/32
   E-Mail: [email protected]
   
   Dr. Michael Heinisch 
   Vinzenz Gruppe Krankenhausbeteiligungs- und Management GmbH
   1060 Wien, Gumpendorfer Straße 108
   Telefon: 01/59988/3000
   E-Mail: [email protected]

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