• 09.05.2011, 10:14:15
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AK: Spitzengagen für Manager und enorme Ausschüttungen an Aktionäre

Aktuelle Analyse: Vorstandsgehälter und Dividenden liegen schon jetzt auf Vorkrisenniveau

Wien (OTS) - In den Vorstandsetagen der österreichischen
Topkonzerne ist Grund zum Jubeln angesagt: Laut AK-Analyse verdienen
die Manager in den Leitunternehmen im Wiener Börsenindex ATX im
Schnitt 1,15 Millionen Euro im Jahr - so viel wie vor der Krise. Auch
die Aktionäre profitieren enorm von der günstigen Wirtschaftslage:
Für das laufende Jahr werden die Eigentümer der ATX Unternehmen mit
2,1 Milliarden Euro Dividende belohnt, damit liegt das Volumen wieder
am Niveau von Gleichzeitig geht der Personalabbau weiter. "Aus dem
Aufschwung für Manager und Aktionäre muss ein Aufschwung für alle
werden", sagt AK Präsident Herbert Tumpel. "Es kann nicht sein, dass
nur einige wenige von der Konjunkturerholung profitieren, während die
Beschäftigten mit Sparmaßnahmen und Personalabbau unter Druck gesetzt
werden."

Die heimischen Paradeunternehmen dürfen sich über die günstige
Wirtschaftslage freuen: Umsatzzahlen und Gewinne legen deutlich zu,
zeitgleich sprudeln Managergehälter und Dividenden. Die Gagen der
ATX-Vorstände liegen bereits jetzt auf Vorkrisenhöhe: Ein
ATX-Vorstand verdiente im Jahr 2010 durchschnittlich 1,15 Millionen
Euro, um ein Fünftel mehr als im Vorjahr. Damit machten die Manager
ihre Verluste aus dem Krisenjahr rasch wett. Ein Top-Vorstand erhält
das 41-fache eines durchschnittlich Beschäftigten an Gage, vor zehn
Jahren war es noch das 20-fache.

Managergagen liegen im Schnitt bei 1,15 Millionen Euro
Während die Zahlungen von Boni an die Manager um fünf Prozent
gestiegen sind, wurden die Grundgehälter in der Vorstandsetage um
beinahe 20 % erhöht und darüber hinaus enorme Abfindungen bezahlt. Am
meisten verdienen die Vorstandsmitglieder der OMV (durchschnittlich
2,2 Millionen Euro pro Kopf), gefolgt von Semperit (2,1 Millionen,
vor allem durch hohe Abfertigungen und Abfindungen), Andritz (1,9
Millionen), Raiffeisen Bank International (1,5 Millionen) und Erste
Group (1,4 Millionen).

Mehr Geld gibt\x{2588}s für die Aktionäre: 2,1 Milliarden Euro an
Dividenden
Auch die Aktionäre profitieren enorm von den steigenden Gewinnen. Die
Eigentümer der Top Börseunternehmen werden im Jahr 2011 bereits
wieder mit 2,1 Milliarden Euro für ihr "Engagement" entlohnt: Rund 20
Prozent der Lohn- und Gehaltssumme fließen damit an die Aktionäre.
Das Ausschüttungsvolumen erreicht bereits im heurigen Jahr das
Vorkrisenniveau: Den Dividendenreigen führen die Telekom Austria (332
Millionen Euro), die OMV (299 Millionen) sowie die Erste Group an
(265 Millionen).

Umgekehrt geht in den ATX-Konzernen der Personalabbau weiter: 2009
verloren 20.000 Beschäftigte ihren Job, 2010 bauten die Firmen 4.000
Beschäftigte ab. "Personalabbau auf der einen Seite, Top-Gagen und
Spitzendividenden auf der anderen Seite: So darf das nicht
weitergehen. Alleine bei einer Reduktion des Ausschüttungsvolumens
um ein Viertel könnten rd. 13.000 Arbeitsplätze finanziert werden",
sagt AK Präsident Herbert Tumpel:

+ Aus Sicht der AK sollten gerade die Leitunternehmen ihre
Gewinnsteigerungen investieren, Arbeitsplätze sichern und ausbauen,
statt einzig mit hohen Dividendenzahlungen um die Gunst der Aktionäre
zu buhlen. Die rasche wirtschaftliche Erholung wäre nicht ohne die
Einsatzbereitschaft der MitarbeiterInnen denkbar: Weniger
Beschäftigte erzielen mehr Gewinn, auch im Vergleich zu 2008. Nun
muss die Kooperationsbereitschaft mit steigenden Löhnen und Gehältern
honoriert werden.

+ Längst überfällig ist eine staatliche Bremse für die
Managergagen: Unternehmen sollen nicht mehr als 500.000 Euro
Vorstandsgage pro Kopf von der Steuer absetzen können.

+ Überdies fordert die AK gesetzlich verbindliche Regeln für
Vorstandsgehälter: Boni sollen nicht an die Steigerung des
Aktienkurses geknüpft werden, sondern sich an nachhaltige Kriterien
wie etwa Qualifizierungsmaßnahmen oder die Schaffung neuer
Arbeitsplätze orientieren.

+ Außerdem müssen die Managergehälter in einem angemessenen
Verhältnis zu den Löhnen und Gehältern der Beschäftigten stehen.

+ Und um endlich die Transparenz der Vergütungsberichterstattung zu
erhöhen, muss es ein Gesetz geben, das die individuelle
Veröffentlichung der Managergehälter verbindlich regelt.

Rückfragehinweis:
AK Wien Kommunikation
Thomas Angerer
Tel.: +43-1 501 65-2578
mailto:[email protected]
http://wien.arbeiterkammer.at

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