- 08.05.2011, 11:58:38
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Aktionstag Diabetes OÖ 2011 - BILD

Linz (OTS) - Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer,
Sozialversicherer Mag. Peter McDonald, Vertreter der Spitzenmedizin
und der Apothekerschaft sowie der oberösterreichische Dachverband der
Selbsthilfegruppen Oberösterreichs diskutierten mit Diabetikerinnen
und Diabetikern über weitere Verbesserungen in deren Betreuung.
Beim diesjährigen Aktionstag Diabetes Oberösterreich 2011, einer
Veranstaltung von der Initiative AM Plus für Diabetiker und an diesem
Thema Interessierte aus ganz Oberösterreich, waren hochrangige
Politiker, Sozialversicherer, Spitzenmediziner, Apotheker und
Vertreter der Selbsthilfegruppe Diabetes anwesend. Diese
Persönlichkeiten diskutierten bei einer Podiumsdiskussion mit den -
trotz strahlendem Sonnenschein - über 1000 erschienenen Besuchern.
"Das österreichische Gesundheitswesen hat international einen sehr
guten Ruf und auch die Menschen in Österreich schätzen es sehr.
Trotzdem oder gerade deswegen bemühen sich die Krankenkassen, die
Ärztekammern und die Länder, die Prävention und Therapie stetig zu
verbessern", meinte Mag. Thomas Veitschegger, Präsident der
oberösterreichischen Apothekerkammer.
"Speziell im Bereich von Diabetes wird seit Jahren mit speziellen
- auf die Patientinnen und Patienten abgestimmte - Programmen
gearbeitet. So wurde in Oberösterreich bereits vor Jahren das Konzept
"Diala" von der oberösterreichischen Gebietskrankenkasse, Ärztekammer
und der Diabetologischen-Gesellschaft entwickelt, das auf die
besonderen Therapiebedürfnisse solcher Patienten eingeht. Auch das
Land Oberösterreich hat im Spitalsbereich seine Diabetesambulanzen
ausgebaut, dadurch die medizinische Qualität erhöht und eine
deutliche Verbesserung für diese Patientengruppe in Oberösterreich
erreicht", meinte Veitschegger weiter.
"Derzeit gibt es in Österreich etwa 10 Prozent Typ 2-Diabetiker -
davon 70.000 bis 100.000 in Oberösterreich - die medizinisch betreut
werden und geschätzte 180.000 nicht therapierte Menschen. Eines der
wichtigsten Ziele der Gesundheitspolitik sollte sein, diese
"unbekannten" Diabetikerinnen und Diabetiker zu finden und sie einer
angemessenen Therapie zuzuführen. Bei dieser "Suche" sollte
Oberösterreich wiederum einen neuen Weg beschreiten, indem die
Apotheker - noch stärker als bisher - nach einem strukturierten
Prozess in die Betreuung von Diabetikern miteinbezogen werden", so
Veitschegger weiter.
Die oberösterreichische Apothekerkammer brachte ihr Konzept zum
laufenden Disease-Management-Programm "Therapie Aktiv" ein, indem
folgende Vorgehensweise angedacht ist:
- Mittels Fragebogen werden in der Apotheke bisher noch nicht diagnostizierte Personen mit hohem Risikopotenzial herausgefiltert und zum Arzt zur Diagnose geschickt. - Diagnostizierte Diabetiker werden von der Apotheke für die Aufnahme in das Programm "Therapie Aktiv" beim betreuenden Hausarzt motiviert. - Wenn kein am Disease-Management Programm Diabetes teilnehmender Arzt zur Verfügung steht, betreut die Apotheke nach einem strukturierten Apothekenbetreuungsprogramm mit definierten Vorgaben, in abgestimmter Ergänzung zur Diagnose und Therapie des behandelnden Arztes.
Aussagen der Podiumsteilnehmer zum Vorschlag der oberösterreichischen
Apotheker
Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer:
"Eines unserer oberösterreichischen Gesundheitsziele aus dem Jahr
2006 lautete, dass bis zum Jahr 2010 die Häufigkeit von
Diabetesfolgen, wie Amputationen, Blindheit und Nierenversagen um 15
Prozent gegenüber dem Jahr 2000 reduziert wird. Heute kann ich
feststellen, dass wir durch gemeinsame Kraftanstrengung dieses Ziel
fast erreicht haben. Dieser Erfolg darf uns aber nicht ruhen lassen -
wir müssen diesen Kampf für die Gesundheit der Oberösterreicher
weiterführen. Damit wir weiterhin noch erfolgreicher sind, haben die
oberösterreichischen Apotheker ein zusätzliches Konzept, das eben
Präsident Veitschegger vorgestellt hat, entwickelt, dass es
einerseits ermöglichen soll, die unerkannten Diabetiker rechtzeitig
zu "finden", um sie einer Therapie beim Hausarzt zuzuführen und
andererseits die diagnostizierten zu motivieren, an "Therapie Aktiv"
teilzunehmen, wie wir dies bereits im OÖ-Reformpool beschlossen
haben. Ich freue mich natürlich über dieses zusätzliche Angebot
unserer Apotheker, wissend das diese bereits jetzt hervorragende
Arbeit in ihrer Beratungsfunktion als Pharmazeuten leisten und nehme
dieses Angebot sehr gerne an. Gerade in Zeiten, wo unsere
oberösterreichische Spitalslandschaft modernisiert wird, um auch für
die Zukunft unseren Landesbürgerinnen und Landesbürger eine hoch
qualifizierte medizinische Betreuung zu sichern - einige unbedarfte
Kritiker wollen die Zeichen der Zeit nicht verstehen - freut es mich
umso mehr, Verbündete im Kampf gegen diese Krankheit auf meiner Seite
zu wissen."
Mag. Thomas Veitschegger, Präsident der Apothekerkammer
Oberösterreich:
"Wir Apotheker beraten und betreuen täglich viele unserer Kunden
in Gesundheitsfragen und bemühen uns, bei den Patientinnen und
Patienten eine erhöhte Compliance zu den vom Arzt verschriebenen
Heilmitteln zu erreichen, damit die ärztliche Therapie auch
erfolgreich sein kann. Aus unseren unzähligen Beratungsgesprächen
erfahren wir auch viel über unsere Kunden, aber auch über deren
Angehörige, die zum Teil die Apotheke seltener Besuchen. Aus diesen
Erfahrungen haben wir unser Konzept entwickelt. Dieses soll
Diabetikerinnen und Diabetiker in eine noch bessere
Betreuungssituation versetzen und die Unerkannten in rasche ärztliche
Betreuung bringen. Wenn uns dies gelingt - dessen bin ich mir sicher
- können wir mit den Ärzten gemeinsam die Lebenssituation der
Betroffenen verbessern, manchen Schaden, der durch Diabetes
herbeigeführt wird, verhindern und auch dem oberösterreichischen
Gesundheitssystem - dem Land und den Krankenkassen - viel Geld
ersparen, das in Zukunft zweckmäßiger investiert werden kann."
Mag. Peter McDonald, Geschäftsführender Obmann der SVA der
gewerblichen Wirtschaft:
"Nach den schwierigen Verhandlungen und dem - von beiden Seiten
akzeptierten - Verhandlungsergebnis zwischen meinem
Versicherungsträger und der österreichischen Ärztekammer, wo
beschlossen wurde, Zielvereinbarungen zwischen den behandelnden
Ärzten und deren Patienten zuzulassen, um bei Erreichung dieser, den
Selbstbehalt des Versicherten zu reduzieren, würde eine neue und
weiterreichende Betreuung unserer Versicherten durch die Apotheker,
unseren Intentionen entgegenkommen. Jede zusätzliche Anstrengung für
eine rechtzeitige Prävention ist aus Sicht der Sozialversicherung und
unserer Versicherten zu begrüßen."
Die Anwesenden medizinischen Experten Hofrat Prim. Dr. Johann
Ecker (Ärztlicher Direktor des Landeskrankenhauses Gmunden), Dr.
Wolfgang Hockl (Präsident der Oberösterreichischen Gesellschaft für
Allgemein- und Familienmedizin OBGAM), Dr. Michael Hohl (Präsident
des Dachverbandes der Oberösterreichischen Diabetikervereinigungen),
Dr. Erwin Rebhandl (Präsident von AM PLUS, Initiative für
Allgemeinmedizin und Gesundheit) sowie Univ.-Doz. Dr. Raimund
Weitgasser (Präsident der Österreichischen Diabetes Gesellschaft ÖDG)
begrüßten unisono den Vorschlag von Präsident Veitschegger.
Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM/Original Bild
Service, sowie im OTS Bildarchiv unter http://bild.ots.at
Rückfragehinweis:
Mag.pharm. Thomas Veitschegger Präsident der Landesgeschäftsstelle Oberösterreich der Österreichischen Apothekerkammer Mozartstraße 26, 4020 Linz Tel.: (0732) 77 03 50 Fax: (0732) 77 03 30 - 16 E-Mail: [email protected] Internet: www.apotheker.at/ooe
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