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OTS0016   7. Mai 2011, 09:42

Scheuer: Bin Laden-Tod schafft keine Gerechtigkeit

Innsbrucker Bischof betont gegenüber "Kathpress": Unrecht an Terroropfern kann durch den Tod Bin Ladens nicht kompensiert oder wieder gutgemacht werden


Innsbruck, 07.05.11 (KAP) Das Unrecht an den vielen Terroropfern
kann auch durch den Tod von Osama Bin Laden nicht kompensiert oder
wieder gutgemacht werden. Das hat der Innsbrucker Bischof am Samstag
in einer Stellungnahme gegenüber "Kathpress" betont. Insofern könne
man auch nicht wie US-Präsident Barack Obama davon sprechen, dass
durch den Tod Bin Ladens der Gerechtigkeit Genüge getan worden sei.
Scheuer: "Eine Gerechtigkeit für die Opfer fordert, dass ich mit
diesen und für diese auf die Auferstehung hoffe und dass ihnen jetzt
'Recht' widerfährt. Im strengen Sinn kann nur Gott Gerechtigkeit für
die Opfer schaffen."

Er habe die US-Militäraktion mit sehr gemischten Gefühlen verfolgt,
so der Bischof. Zum einen trage Bin Laden in Erinnerung an die
Terroropfer eine große Verantwortung; zum anderen bestehe die
Befürchtung, dass durch seine Tötung die Spirale der Gewalt
weitergetrieben werde und eskalieren könne.

Zur Frage, ob Jubel als Reaktion auf den Tod Bin Ladens moralisch
vertretbar sei, sagte Scheuer, dass er persönlich keine Gefühle der
Genugtuung oder Freude empfunden habe: "Ich versuche die Reaktion
des Jubels zu verstehen, was aber nicht heißt, dass ich diese
gutheißen möchte."

Auf die Todesstrafe angesprochen meinte der Bischof wörtlich: "Es
ist eine sittliche und rechtliche Errungenschaft, dass die
Todesstrafe in unseren Ländern abgeschafft wurde. Hinter diesen
Standard sollten wir nicht zurückgehen."

(forts. mgl.) gpu/

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