• 04.05.2011, 11:13:31
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Wlodkowski: Freihandel mit Südamerika schädigt nicht nur Landwirtschaft

EU-Landwirtschaft würde bei Mercosur-Abkommen EUR 13 Mrd. verlieren

Wien (OTS) - "Der Schaden für Europas Bauern würde enorm sein,
wenn die EU das Freihandelsabkommen mit den südamerikanischen
Mercosur-Staaten abschließt. EUR 13 Mrd. würden die Einbußen
betragen, dies wurde nun in einer EU-Studie errechnet. Darüber hinaus
würde auch die europäische Verarbeitungsindustrie ein deutliches
Minus erleiden und zehntausende Arbeitsplätze wären in Gefahr. Da in
den Mercosur-Ländern Umwelt- und Tierschutzstandards nicht angewendet
werden, wäre es mit der Lebensmittelsicherheit für die heimischen
Konsumenten ebenfalls vorbei. Und überdies würde eine weitere Zunahme
der Südamerika-Importe nicht nur die Abhängigkeit der EU von
Lebensmittel-Einfuhren erhöhen, sondern auch schwere Umweltschäden
und weitere Urwald-Abholzung bedeuten. Daher sind wir strikt gegen
ein solches Abkommen", erklärte heute Gerhard Wlodkowski, Präsident
der LK Österreich, zu den derzeit laufenden Handelsgesprächen.

Österreichische Bauern verlieren 3% des Einkommens

Der Einkommensverlust für die österreichischen Bauern würde rund
3% ausmachen. Wlodkowski: "So ein Abkommen braucht niemand. Es kostet
nicht nur Arbeitsplätze und Wirtschaftskraft in der EU, es schädigt
außerdem die Landwirtschaft und bringt den Konsumenten industriell
erzeugte Nahrungsmittel, von denen sie nicht wissen, mit welchen
Techniken wie etwa Gentechnik und mit welchen Zusätzen wie Hormonen,
Wachstumsförderern, Antibiotika oder Insektiziden sie behandelt
worden sind. Außerdem leidet das Klima unter einem weiter ausgebauten
Handel mit südamerikanischen Agrarprodukten. So erzeugt die
Rindfleischproduktion in Brasilien doppelt so viel
Treibgas-Emissionen, wie jene in der EU. Schon heute machen die
Rindfleischeinfuhren aus Brasilien 3% der gesamten agrarischen
Emissionen in der EU aus. Wenn wir jetzt noch mehr Rindfleisch aus
Südamerika importieren, entfernen wir uns noch weiter von unseren
Klimazielen", warnte Wlodkowski.

EU von Südamerika abhängig

Konkret ist die EU schon heute in großem Ausmaß von Lebensmittel-
und Futtermittelimporten aus den Mercosur-Staaten abhängig. Ein
Viertel aller EU-Lebensmittelimporte, 90% der Rindfleisch- und 70%
der Geflügel-Einfuhren sowie zwei Drittel des Eiweißfutters stammen
von dort. Ein bilaterales Abkommen würde die Einfuhrtore noch weiter
öffnen und die EU mit billigem Rindfleisch, Schweine- und
Geflügelfleisch, Mais, Knoblauch, Zucker, Ethanol, Zitrusfrüchten und
sogar Oliven überschwemmen.

Die Verluste würden enorm sein, wie EU-Experten der Gemeinsamen
Forschungsstelle (JRC) errechnet haben: Der EU-Rindfleischsektor
würde rund EUR 3 Mrd. verlieren, der Geflügelbereich etwa 500 Mio.,
die Getreideerzeuger hätten einen Verlust von EUR 1 Mrd., und mehrere
hundert Millionen würden auch Obst- und Gemüsebauern verlieren,
ebenso wie der Milch- und der Schweinesektor.
(Schluss)

Rückfragehinweis:
Landwirtschaftskammer Österreich
Dr. Josef Siffert
Tel.: +43/1/53441-8521
mailto: [email protected]
www.lk-oe.at

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