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OTS0192   3. Mai 2011, 13:28

Falter: Pröll behauptet, Faymann habe ihm zur Präsidentschaftskandidatur geraten

"Die Präsidentschaftskandidatur war Faymanns Idee". Scharfe Kritik des NÖ-Landeshauptmanns am Rechnungshof


In einem Interview mit der am Mittwoch erscheinenden
Ausgabe der Wiener Wochenzeitung Falter lässt der
niederösterreichische Landeshauptmann Erwin Pröll aufhorchen. Es sei
nicht seine Idee gewesen, für die Hofburg zu kandidieren, sondern ein
vertraulicher Vorschlag von Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) bei
einem Treffen in Radlbrunn.

"Es wäre eigentlich eine gute Vorstellung, wenn du
Präsidentschaftskandidat wirst", gibt Pröll Faymanns Worte wieder.
Getroffen habe er Faymann "am 15. August 2008 bei einem Frühstück im
Brandlhof in Radlbrunn (...)". Pröll wörtlich: "Ich war damals bass
erstaunt, weil ich nicht im Geringsten daran gedacht habe, dass das
an mich herangetragen wird. (...) Vielleicht hatte er
parteistrategische Überlegungen? Ich habe es jedenfalls von mir
gewiesen. Einige Wochen später tauchte es medial auf und wurde zum
Selbstläufer."

Auf Anfrage des Falter sagt ein Pressesprecher Werner Faymanns,
dass der Kanzler "vertrauliche Gespräche nicht im Nachhinein
kommentiert".

Scharfe Kritik übt Pröll auch am Rechnungshof, der der die
Milliardenspekulationen der landeseigenen Fibeg kürzlich vernichtend
kritisiert hat. Für Pröll sind die Rechnungshof-Prüfer "Herrschaften
im Glasturm am Donaukanal", die ihrerseits kontrolliert werden
sollten. Pröll: "Wir kommen bald in die Situation, in der man die
Frage stellen muss, wer kontrolliert die Kontrollore?" Das Land habe
das Geld aus den Wohnbaudarlehen doch gut investiert. "Wir hatten uns
die Latte hoch gelegt, zugegebenermaßen, aufgrund der internationalen
Wirtschaftskrise wurde sie nicht erreicht. Von Verplempern kann aber
keine Rede sein."

Strikt in Abrede stellt Pröll, dass das Parteibuch in
Niederösterreich bei Bestellungen eine Rolle spielt. "Ich habe in
meinen Leben noch nie, wenn jemand zu mir kam, nach dem Parteibuch
gefragt. So wahr ich hier sitze. Mir ist ein Parteibuch wurscht."

OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders.
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