• 02.05.2011, 18:20:38
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Vorarlberger Nachrichten, Kommentar: "Grund zur Hoffnung"

Von Johannes Huber

Wien (OTS) - Die USA im Freudentaumel: Mit Osama bin Laden wurde
das Gesicht zu den Anschlägen vom 11. September 2001 getötet; der
Mann also, der der Supermacht die größte Demütigung auf eigenem
Territorium seit Pearl Harbor zugefügt hatte.

Die Ereignisse, die bald zehn Jahre zurückliegen, veränderten die
Welt: Die USA zogen im Irak und in Afghanistan in den Krieg. Auf
eigenem Territorium wurden die Sicherheitsbestimmungen dramatisch
verschärft; ein eigenes Ministerium ("Homeland Security") mit mehr
als 200.000 Mitarbeitern überwacht die Bürger auf Schritt und Tritt.
Europa zog nach: Einige Länder unterstützen die militärischen
Aktivitäten der USA aktiv; andere, wie Österreich, kooperieren bei
den Sicherheitsbestimmungen.

Ist all das mit dem Tod von Osama bin Laden zu Ende? Wohl kaum:
Aufgrund der Jagd auf ihn dürfte bin Laden selbst in den letzten
Jahren kaum noch handlungsfähig gewesen sein. Al-Kaida scheint sich
verselbstständigt zu haben. Dafür spricht, dass nun weltweit
Vergeltungsschläge befürchtet werden. Im Irak und in Afghanistan wird
weiter geschossen, friedliche Verhältnisse sind nicht in Sicht. Auch
der Überwachungsstaat, der im Krieg gegen den Terror aufgebaut wurde,
wird mit Sicherheit nicht aufgelöst; die Freiheit bleibt überall
eingeschränkt.

Und doch gibt es auch Grund zur Hoffnung: In den letzten Monaten
bestimmten nicht mehr Terroristen das Bild der islamischen Welt,
sondern moderne Menschen, die in Ägypten, Tunesien und anderen
Ländern für demokratische Verhältnisse kämpfen. Sie gilt es zu
stärken. Wenn sie sich durchsetzen, wird es wirklich eng für
Netzwerke wie Al-Kaida.

Rückfragehinweis:
Wiener Redaktion, Tel. 01/317783410

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