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Vorarlberger Nachrichten, Kommentar: "Grund zur Hoffnung"

Von Johannes Huber

Wien (OTS) - Die USA im Freudentaumel: Mit Osama bin Laden wurde
das Gesicht zu den Anschlägen vom 11. September 2001 getötet; der Mann also, der der Supermacht die größte Demütigung auf eigenem Territorium seit Pearl Harbor zugefügt hatte.

Die Ereignisse, die bald zehn Jahre zurückliegen, veränderten die Welt: Die USA zogen im Irak und in Afghanistan in den Krieg. Auf eigenem Territorium wurden die Sicherheitsbestimmungen dramatisch verschärft; ein eigenes Ministerium ("Homeland Security") mit mehr als 200.000 Mitarbeitern überwacht die Bürger auf Schritt und Tritt. Europa zog nach: Einige Länder unterstützen die militärischen Aktivitäten der USA aktiv; andere, wie Österreich, kooperieren bei den Sicherheitsbestimmungen.

Ist all das mit dem Tod von Osama bin Laden zu Ende? Wohl kaum: Aufgrund der Jagd auf ihn dürfte bin Laden selbst in den letzten Jahren kaum noch handlungsfähig gewesen sein. Al-Kaida scheint sich verselbstständigt zu haben. Dafür spricht, dass nun weltweit Vergeltungsschläge befürchtet werden. Im Irak und in Afghanistan wird weiter geschossen, friedliche Verhältnisse sind nicht in Sicht. Auch der Überwachungsstaat, der im Krieg gegen den Terror aufgebaut wurde, wird mit Sicherheit nicht aufgelöst; die Freiheit bleibt überall eingeschränkt.

Und doch gibt es auch Grund zur Hoffnung: In den letzten Monaten bestimmten nicht mehr Terroristen das Bild der islamischen Welt, sondern moderne Menschen, die in Ägypten, Tunesien und anderen Ländern für demokratische Verhältnisse kämpfen. Sie gilt es zu stärken. Wenn sie sich durchsetzen, wird es wirklich eng für Netzwerke wie Al-Kaida.

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