- 02.05.2011, 09:41:03
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Patienten in Not - Landmedizin in Gefahr
Podiumsdiskussion der NÖ Ärztekammer - Immer mehr Landgemeinden erkennen die Bedrohung des Hausapothekensterbens
Wien (OTS) - Etwa 200 Teilnehmer fanden vergangenen Samstag den
Weg nach Paudorf zu einer Podiumsdiskussion über die Zukunft und die
Probleme der Landmedizin. Hintergrund ist unter anderem eine Novelle
des Apothekengesetzes aus 2006, wonach bei Übergabe von Kassenstellen
in Einarztgemeinden bei Unterschreitung eines Abstandes von sechs
Kilometern zur nächsten öffentlichen Apotheke keine Hausapotheke mehr
bewilligt wird. Mit fatalen Folgen: Ohne Hausapotheke werden sich
viele ohnehin schon schwierig zu besetzende Kassenstellen in Zukunft
noch schwerer besetzen lassen.
Unter den Besuchern waren zahlreiche Bürgermeister aus
Niederösterreichischen Landgemeinden, denen in den kommenden Jahren
dieses bedauerliche Schicksal droht. Auch das Podium war hochgradig
besetzt: Neben Kurienobmann-Stellvertreter Dr. Harald Schlögel,
Medikamentenreferent Dr. Wolfgang Geppert und Hausapothekenreferent
Dr. Gerhard Imb (alle NÖ Ärztekammer) diskutierten die
Nationalratsabgeordnete Anna Höllerer, die Gesundheitssprecherin des
Pensionistenverbandes Dr. Elisabeth Pittermann, der Bezirksobmann des
Seniorenbundes Franz Traunfellner sowie der Präsident der
Pensionistenverbandes Karl Blecha mit.
Das Interesse der Paudorfer Bevölkerung war enorm. Schließlich
sind sie von der Schließung der Hausapotheke im vergangenen Jahr vor
Ort betroffen. Das bringt vor Ort enorme Probleme für die
Patientinnen und Patienten. Gerade die ältere Bevölkerung muss nun
zusätzliche, schwierige Wege auf sich nehmen. Oft genug wird die
Situation noch dadurch erschwert, dass die nächste öffentliche
Apotheke keinen Dienst hat oder die benötigten Medikamente nicht auf
Lager sind. Was sich die Bevölkerung wünscht ist klar: Die Rückkehr
zur gewohnten Idealsituation mit ärztlicher Hausapotheke als
Bestandteil einer Wohnortnahen Versorgung. Alle Podiumsteilnehmer
waren sich jedenfalls einig: Das Interesse der Patientinnen und
Patienten muss über die Interessen der Vertreter von einzelnen
Berufgruppen gestellt werden.
Bilder von der Veranstaltung finden Sie auf www.arztnoe.at zum
Downloaden.
Rückfragehinweis:
Pressestelle der Ärztekammer für Niederösterreich
Michael Dihlmann
Tel.: 0664/144 98 94
mailto:[email protected]
www.arztnoe.at
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