- 29.04.2011, 10:59:48
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ÖBB Bilanz 2010: RCA-Effekte drücken Ergebnis - Sanierung läuft
Wien (OTS) - Der ÖBB Konzern weist 2010 ein negatives
Konzernergebnis in Höhe von 330 Mio EUR aus, allein die Rail Cargo
Austria (RCA) trägt mit -353 Mio EUR zu diesem Verlust bei. Das
Jahresergebnis ist ein Spiegel der Vergangenheit: Altlasten sind über
Jahre entstanden, die 2010 bereinigt wurden. Die Umsetzung des
Sanierungsprogramms für den Güterbereich hat oberste Priorität und
wird konsequent umgesetzt. Denn ÖBB sanieren heißt zuallererst RCA
sanieren. Der Trend im ersten Quartal 2011 zeigt, dass der
Sanierungsplan bereits greift.
Die Bilanz 2010 des ÖBB-Konzerns ist Spiegel der Management
Herausforderung vor der die ÖBB stehen. Margenerosion,
Forderungsabschreibungen sowie außerplanmäßige Abschreibungen bei
Auslandsbeteiligungen wie z.B. Rail Cargo Hungaria, Rumänien oder
Griechenland und operative Verluste sind Negativ-Treiber des
Konzernergebnisses. Der harte Sanierungskurs zeigt zwar erste
Erfolge, muss aber konsequent weiter verfolgt werden, um zu
vermeiden, dass die Eigenkapitalquote weiter sinkt und damit der
Unternehmensfortbestand gefährdet ist. 26 Leitprojekte sind die
Eckpfeiler der Sanierung, die 2010 implementiert wurden und die ÖBB
fit für die Zukunft machen sollen.
Steigende Umsatzerlöse, aber RCA Ergebnis belastet Konzernbilanz
schwer
Die Bilanz des ÖBB-Konzerns im abgelaufenen Geschäftsjahr 2010 ist
geprägt von Einmal-und Sondereffekten. Das EBIT ist um 254,8 Mio EUR
geringer als im Vorjahr (2009: 313,6 Mio EUR). Das EBT beträgt 2010
-329,8 Mio EUR (2009: +120,8 Mio EUR). 2009 wurde durch positive
Sondereffekte wie z.B. die Auflösung der CDOs (306,9 Mio EUR), ein
außerordentlicher Finanzerfolg erzielt. Dieser Einmaleffekt macht
einen Vergleich der Bilanz 2010 mit dem Vorjahr schwer möglich.
Die Gesamterträge sind 2010 um 334,2 Mio EUR auf 6.081,8 Mio EUR
gestiegen (2009: 5.747,6 Mio EUR). Die Gesamtaufwendungen sind mit
5.827 Mio EUR jedoch gegenüber dem Vorjahr um 393 Mio. EUR stärker
gestiegen als die Erträge (2009: 5.434,0 Mio EUR). Erfreulich ist,
dass die Umsatzerlöse 2010 im Gesamtkonzern um 6,4% auf 5.136,1 Mio
EUR gesteigert werden konnten (2009: 4.827,8 Mio EUR). Trotz
steigender Umsätze in der RCA (+9% gegenüber Vorjahr) ist das
operative Ergebnis deutlich negativ und unter Vorjahresniveau. Das
verdeutlicht das strukturelle Problem des Unternehmens.
Die EBIT Marge hat sich von 5,5% auf 4,2% reduziert. Das negative
Jahresergebnis und gestiegene Investitionen haben die
Eigenkapitalquote deutlich gedrückt. Mit Investitionen in Höhe von
2,698,5 Mio EUR bleiben die ÖBB weiterhin einer der größten
Auftraggeber der Österreichischen Industrie und Bauwirtschaft.
Erste Effekte im Personalbereich
Der Personalaufwand 2010 hat sich bereinigt um Sonderpositionen um 1%
erhöht. Sondereffekte wie a.t. Fahrbegünstigung und Pflegegeld (84,6
Mio EUR) sowie Restrukturierungsrückstellungen in Ungarn (30,4 Mio
EUR) tragen zur Gesamterhöhung des Personalaufwands von, 3,5% (inkl.
Sondereffekte) bei.
Die Mitarbeiterzahl konnte 2010 auf 42.419 (inkl. Lehrlingen 44.125)
reduziert werden. Das entspricht einem Personalabbau von 2,7%.
Das Pensionsantrittsalter wurde um ein Jahr auf 53,5 Jahre erhöht.
Krankheitsbedingte Pensionierungen nicht eingerechnet, nähern sich
die ÖBB mit 54,9 Jahren schon dem ASVG-Niveau an.
Eckpunkte des ÖBB Turnaround: Sanierung - Qualität - Wachstum
Der Sanierungsprozess der ÖBB wurde 2010 mit Hochdruck gestartet.
Ziel ist die ÖBB schlanker und schneller zu machen. Es besteht nach
wie vor Effizienzsteigerungsbedarf in vielen Bereichen. Das
Management hat es sich zum Ziel gesetzt, mit dem vorliegenden
Sanierungsplan eine Ergebnisverbesserung von +500 Mio EUR bis 2015
gegenüber dem Fortschreiben des Status Quo zu erreichen. Das heißt
2015 muss der Konzern seine Kapitalkosten verdienen können. Dann soll
das Unternehmen in der Lage sein eine positive Rendite für den
Eigentümer zu erzielen. Erste Erfolge bei der Sanierung zeigen, dass
das ÖBB-Management am richtigen Weg ist. Das Sanierungsprogramm
umfasst sowohl kosten- wie auch marktseitig Maßnahmen und Projekte.
Damit einher gehen die Steigerung der Wirtschaftlichkeit, Erhöhung
der Produktivität und eine engere Definition des Kerngeschäftes. Das
Fitnessprogramm für die ÖBB umfasst insgesamt 26 Leitprojekte. Allein
die Sanierungsmaßnahmen RCA liefern dazu einen Ergebnisbeitrag von
240 Mio EUR.
FIT 2015 - trotz schwerer Sanierungsaufgabe RCA
Bereits 2010 wurden nach einer schonungslosen Analyse, der Turnaround
des Unternehmens eingeleitet. Die im Turnaround-Programm definierten
26 Leitprojekte sind voll im Gange. RCA kommt beim Sanierungsprozess
eine wichtige Rolle zu - seit 2006 ist die Eigenkapitalquote von 69%
auf 15% geschrumpft. Ohne einschneidende Turnaround Maßnahmen steuert
das Unternehmen im Laufe des Geschäftsjahres 2011 auf eine EK-Quote
von unter 8% zu. Die Sanierung der RCA hat daher bei allen Maßnahmen
im Konzern oberste Priorität.
Schritt für Schritt zu mehr Effizienz - Management hebt
Sparpotenziale
Im Rahmen des Projekts "Führungsstrukturen & Overhead" wurden bereits
eine Reduktion des Top-Managements um 30% (von 14 auf 9 Vorstände in
den Teilkonzern AGs) sowie die Führungskräftepositionen um 270
reduziert. Im Verwaltungsbereich sollen bis Ende 2012 rund 1.000
Mitarbeiter eingespart werden. Ein weiterer wichtiger Schritt ist die
Zusammenlegung der Informations- und Kommunikationstechnologie
(IKT)-Agenden im Konzern. Die Produktionsgesellschaft soll in den
nächsten 5 Jahren deutliche Einsparungen erzielen, auch der
Konzerneinkauf mit einem Volumen von 2 Mrd Euro ist seit Ende 2010
zentral gesteuert.
Kundenoffensive: 2 Milliarden Investition
Bei aller Restrukturierung und Sanierung - die ÖBB investieren
zugunsten der Kunden. Kundenoffensive hat für die ÖBB vier
Dimensionen: schnelle Strecken, neue Bahnhöfe, moderne Züge und Busse
sowie besseres Service. Die Investitionen 2010 für die Kunden
betragen 2 Mrd EUR. 1,44 Mrd flossen in den Streckenausbau, v.a. von
Westbahn, Südbahn und Unterinntal - für mehr Tempo und Kapazität auf
den Strecken, zudem wurden die Langsamfahrstellen reduziert. Im
Endausbau 2025 werden die Streckenkapazitäten um 30% höher sein, soll
Wien-Salzburg in 2 Stunden 15 Min, Wien-München in 3 Stunden 45 Min,
Wien-Klagenfurt in 2 Stunden 40 Min gefahren werden - die bessere
Alternative zum Auto und auch zum Flugzeug. 335 Mio wurden in neue
Bahnhöfe und Haltestellen quer durch Österreich investiert. Die
großen Würfe 2010: Die Fertigstellung der Westbahnhofhalle und des
St.Pöltner Hauptbahnhofs.
Neues Wagenmaterial - besseres Service
Mit 261 Mio Euro schlagen die Investitionen zu Buche, die in neue
Busse und Züge sowie in Serviceverbesserungen investiert werden. Auf
der Agenda steht außerdem der Einsatz des Premiumzugs railjet auch
auf der Südbahn.
Bei den Investitionen ins Service stehen die Verbesserung bei Call
Center und Beschwerdemanagement sowie bei der Information der Kunden
am Bahnhof ganz oben, zudem werden neue Trolleys für die Verpflegung
im Zug angeschafft. Auch die railjet-Bistros werden auf vielfachen
Kundenwunsch zu Restaurantwägen umgebaut.
Fazit: Mehr Tempo auf der Strecke, mehr Komfort am Bahnhof und im Zug
oder Bus sowie mehr Qualität in der Leistung machen die ÖBB Schritt
für Schritt zum Verkehrsmittel der ersten Wahl.
Pünktlichkeit auf Top-Niveau
Eines der stärksten Argumente für mehr Kundenorientierung ist die
Pünktlichkeit der Züge, die mit entsprechenden Maßnahmenprogrammen
kontinuierlich gesteigert werden konnte. 2010 lag der Gesamtwert
(Fern- und Nahverkehr) bei 94,2% fast 4% über dem Vorjahr. Mit 97,4%
im ersten Quartal 2011 kratzen die ÖBB an den europäischen Top-Werten
der Schweizer Bundesbahnen (Vergleichswert SBB im selben Zeitraum:
97,8%). Schmuckstück der Pünktlichkeitsbilanz: Die Wiener S-Bahn, mit
97,6% Pünktlichkeit 2010 und 98,7% in den ersten drei Monaten des
heurigen Jahres.
Den aktuellen Geschäftsbericht finden Sie online unter:
http://konzern.oebb.at/de/Presse/Publikationen
Rückfragehinweis:
ÖBB-Holding AG, Konzernkommunikation
Sonja Horner
Pressesprecherin
Tel.: 01 93000-44087, Mobil: 0664/6170809
mailto:[email protected]
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