Gesundheitsoffensive: OÖGKK setzt auf neue, moderne Leistungen
Linz (OTS) - Innovation und Verantwortung sind für die
Oberösterreichische Gebietskrankenkasse mehr als bloße Schlagwörter.
"Die OÖGKK gehört der Versichertengemeinschaft. Daher überprüfen wir
ständig unser Leistungsspektrum und entwickeln es mit neuen, modernen
Angeboten weiter", erklärt OÖGKK-Obmann Felix Hinterwirth. Die
Gesundheitsoffensive der OÖGKK bedeutet für Direktorin Andrea
Wesenauer konkret: "Wir investieren in die Bereiche
Gesundheitsförderung und Prävention. Hier wird es ganz neue Angebote
geben. Gleichzeitig bauen wir unsere Versicherungsleistungen aus, zum
Beispiel im Bereich der psychischen Gesundheit."
Mehr Gesundheit und die bestmögliche Versorgung ihrer Versicherten
stehen im Mittelpunkt einer groß angelegten Gesundheitsoffensive der
Oberösterreichischen Gebietskrankenkasse. Die Ziele für die kommenden
Jahre sind ambitioniert, wie Direktorin Andrea Wesenauer erklärt:
"Wir wollen den Gesundheitszustand unserer Versicherten verbessern
und dafür einerseits in Gesundheitsförderung und Prävention
investieren und andererseits auch die medizinische Versorgung in
gezielten Bereichen ausbauen. Mit dem vorhandenen Geld schnüren wir
das bestmögliche Leistungspaket."
Rund 1,7 Milliarden Euro werden jährlich für
Versicherungsleistungen aufgewendet, unter anderem für 12 Millionen
Arztkontakte, 14 Millionen Medikamentenpackungen, 2,4 Millionen
Spitalstage, 3,75 Millionen Zahnbehandlungsleistungen und 600.000
Krankentransporte. Und trotzdem wirtschaftet die OÖGKK seit Jahren
positiv. Auch die Bilanz, die Mitte Mai wieder endgültig feststeht,
wird ein solides Plus aufweisen. "Das macht es uns natürlich auch
möglich, in Zeiten, wo andere den Sparstift zücken, Geld für neue
Ideen in die Hand zu nehmen und in nachgewiesen sinnvolle Bereiche zu
investieren", meint Obmann Hinterwirth. Innovation und die gute
Zusammenarbeit mit den Partnern im Gesundheitswesen sind für ihn die
Schlüssel zur Weiterentwicklung.
Gesundheit fördern statt reparieren
Damit Gesundheitsförderung wirken kann, muss sie an zwei Hebeln
gleichzeitig ansetzen: Erstens am Verhalten des Einzelnen, zweitens
an den Verhältnissen, also an den Lebensbedingungen der Menschen.
OÖGKK-Direktorin Andrea Wesenauer verdeutlicht diesen Anspruch: "Wir
müssen den Menschen dabei helfen, selbst auf die eigene Gesundheit zu
achten. Mindestens genauso wichtig sind aber die Lebensumstände -
also etwa Arbeit, Schule und Wohnumfeld. Denn was hilft es, wenn wir
den Menschen erklären wie gesunde Ernährung funktioniert - es in der
Schule oder im Berufsalltag aber gar nicht möglich ist, sich so zu
ernähren?" Die OÖGKK setzt daher auf gesundheitswissenschaftlich
fundierte Konzepte und Angebote, die auf ganz bestimmte Zielgruppen
zugeschnitten sind. Ein Beispiel dafür ist der Einsatz einer
türkisch-stämmigen Ärztin, um vermehrt Migrantinnen zur
Vorsorgeuntersuchung zu bewegen und für die Brustgesundheit zu
sensibilisieren.
Gesundheit von Beginn an - Gesunde Babys
Ein großes Leitprojekt der OÖGKK, an dem bereits intensiv
gearbeitet wird, beschäftigt sich mit der Gesundheitsförderung der
Allerkleinsten. Rund 13.000 Babys kamen 2010 in Oberösterreich zur
Welt. Bei schwangeren Frauen und jungen Familien will man künftig
noch gezielter ansetzen, um den Babys von Anbeginn an einen gesunden
Start zu ermöglichen. Hier wird derzeit von einem Experten-Team ein
Paket geschnürt, das Information und Angebote für Schwangere (zum
Beispiel zu den Themen Ernährung und psychische Gesundheit) genauso
enthält wie Raucherentwöhnprogramme für junge Eltern, Zahnpflegetipps
für Baby- und Kleinkindzähne sowie Beratung zum
Kinder-betreuungsgeld. Das Projekt wird vom OÖ Gesundheitsfonds
gefördert.
Mehr Angebote für ein gesundes Gewicht
Übergewicht ist mehr als ein kosmetisches Problem. Ein Zuviel an
Körpergewicht, vor allem bei gleichzeitigem Bewegungsmangel, ist
verantwortlich für eine Vielzahl von Gesundheitsrisiken:
Gelenksbeschwerden, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und
fallweise auch Krebs. Unter dem Namen "Gemeinsam bewegen, leicht
genießen" bietet die OÖGKK seit Jahren zwei unterschiedliche
Programme für Erwachsene an: Eine langfristige Ernährungsumstellung
mit einem aktiven Bewegungsprogramm sind das Ziel. 439 übergewichtige
Männer und Frauen haben 2010 in 30 Kursen das Angebot genützt. Für zu
dicke Volksschulkinder und ihre Eltern wurde ein eigenes Programm mit
dem Namen "Kim Kilo" konzipiert. 166 Kinder haben sich 2010 bei elf
Kursen in ganz OÖ beteiligt.
"Mehr als die Hälfte der erwachsenen Oberösterreicher sind
übergewichtig oder adipös. Wir wollen daher zusätzlich zu unserem
Kursangebot die Masse erreichen. Daher konzipieren wir gerade ein
Projekt mit Ärzten und Unternehmen, die evidenzbasierte
Abnehmprogramm über neue Medien anbieten", erklärt Felix Hinterwirth.
Gesunde Zähne - Zahnprophylaxe und Kieferregulierungen
Im Bereich der Zahngesundheit arbeitet die OÖGKK derzeit gemeinsam
mit Partnern an einem Zahngesundheitsförderungskonzept. Auch hier
setzt man auf Prävention vor Intervention, Schwangere und junge
Eltern sind wichtige Zielgruppen.
"Individuelle Zahnprophylaxe ist sinnvoll, und spart den Patienten
unangenehme Eingriffe. Die Zähne bleiben länger gesund. In
Verhandlungen mit der Zahnärztekammer wollen wir ein Pilotprojekt auf
die Beine stellen, das mehr Versicherte als bisher erreicht", meint
Direktorin Andrea Wesenauer. Diese Leistung soll über die Zahnärzte,
aber auch über die OÖGKK-eigenen Zahnambulatorien angeboten werden.
Wichtig ist der OÖGKK, dass die Leistung bei den richtigen
Zielgruppen ankommt - insbesondere bei Kindern und Jugendlichen mit
schlechter Mundhygiene. Hier wird eine Zusammenarbeit mit den
Schulärzten überlegt.
Auch der Ausbau der kieferorthopädischen Leistungen, also der
Kieferregulierungen wird derzeit intensiv angedacht. "Wir müssen in
diesem Bereich die Leistung und die Zielgruppe genauer definieren.
Dann können wir vor allem Kinder und Jugendliche, die tatsächlich
eine Zahnspange brauchen, in Zukunft weitaus besser versorgen",
appelliert OÖGKK-Obmann Felix Hinterwirth an die Zahnärztekammer,
wieder Verhandlungen aufzunehmen, um gemeinsam zu einer für die
Versicherten leistbaren Lösung zu kommen. Auch hier sollen die
Zahnambulatorien in die Versorgung eingebunden werden. 2009 hat die
OÖGKK für Kieferregulierungen und festsitzenden Zahnersatz rund 4,3
Millionen Euro ausgegeben.
Um die Zahngesundheit der älteren Menschen kümmern sich die
mobilen Behandlungsteams der OÖGKK-Zahnambulatorien. Sie besuchen
Alten- und Pflegeheime und ermöglichen so älteren Patienten einen
komfortablen Zugang zu professioneller Zahnpflege und -behandlung.
Mehr als ein Drittel aller 129 Alten- und Pflegeheime wird bereits
betreut, an einer weiteren Ausdehnung wird gearbeitet.
Betriebliche Gesundheitsförderung: 500 gesunde Betriebe als Ziel
"Mit der Betrieblichen Gesundheitsförderung gehen wir jetzt in die
Fläche. Unser Know How und unsere langjährige Erfahrung in diesem
Bereich sollen allen Unternehmen Oberösterreichs und damit auch den
einzelnen Arbeitnehmern zugute kommen", so Andrea Wesenauer. 40
Unternehmen haben bis dato das Gütesiegel für Betriebliche
Gesundheitsförderung erhalten, bis 2020 sollen es 500 sein. Für das
Projekt gibt es eine Förderzusage aus Strukturmitteln des Landes und
vom Fonds Gesundes Österreich. Details dazu werden demnächst bei
einer Pressekonferenz präsentiert.
Psychische Gesundheit - Mehr Therapiestunden "auf e-card"
Besonders am Herzen liegt der OÖGKK die Verbesserung der Leistung
zur psychischen Gesundheit in Oberösterreich. Rund 500.000
Krankenstandstage gingen 2010 auf die Diagnose "Psychische
Erkrankung". 34,5 Tage dauerte ein durchschnittlicher psychisch
verursachter Krankenstand, Burnout Fälle oft noch weit länger. Der
Prävention dienen soll neben der Betrieblichen Gesundheitsförderung
auch ein neues Angebot des OÖGKK-Instituts für Psychotherapie namens
"Balance im Beruf und Alltag - Burnout vermeiden", das seit kurzem
gefährdeten Arbeitnehmern zur Verfügung steht.
"Wir wollen 2011 die Versorgung in diesem Bereich verbessern. Ein
wichtiger Baustein ist die Aufstockung der Therapiestunden, die wir
unseren Versicherten "auf e-card" anbieten können, um 6000 Stunden
oder fast zehn Prozent", so Obmann Hinterwirth. 2010 wurden so in
Summe über Vereine und OÖGKK-eigene Einrichtungen 79.650
Psychotherapie-Stunden erbracht. Besonderes Augenmerk soll künftig
auf die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen gelegt
werden. Ein Teil des Stundenkontingents ist für die Behandlung von
Kindern zweckgewidmet.
Rehabilitation und Kur
"Nach schweren Erkrankungen oder Eingriffen braucht es oft eine
Rehabilitation, also medizinische Unterstützung auf dem Weg zurück
ins eigenständige Leben", so OÖGKK-Direktorin Andrea Wesenauer.
Rehabilitation wird zunehmend auch ambulant angeboten, wenn dies aus
medizinischen- und Patientengesichtspunkten möglich ist. Die
OÖGKK-Fachambulatorien gehören österreichweit zu den Vorreitern bei
ambulanter Reha. Neu im OÖGKK-Fachambulatorium Linz kommen heuer die
ambulante Rehabilitation nach Amputationen und die
Wirbelsäulen-Rehabilitation für Menschen mit chronischen
Kreuzschmerzen. Die OÖGKK-Kurheime haben in den vergangenen Jahren
vor allem spezielle Kurangebote für pflegende Angehörige (ANNA, EMMA,
MIA) vorgestellt. Neu seit vergangenem Jahr sind im Hanuschhof (Bad
Goisern) Kurangebote für Patienten mit Fibromyalgiesyndrom, für
Osteoporosepatienten und zur Erhaltung der Mobilität und
Selbständigkeit im Alter.
Treffsichere Hörgeräteversorgung
Mit einer Qualitätssicherung bei der Hörgeräteversorgung will die
OÖGKK noch heuer starten. Nur der audiologisch abgeklärte und gut
informierte Patient soll künftig zum Akustiker überwiesen werden.
"Diese neue Qualitätsoffensive soll beispielsweise die Tragequote
nach der Hörgeräteanpassung entscheidend verbessern", berichtet Felix
Hinterwirth. 2009 wurden von der OÖGKK 6129 Patienten mit Hörgeräten
versorgt, das entspricht einem Leistungsvolumen von 6,5 Millionen
Euro.
Direktionsbüro und Kommunikation
Mag. Harald Schmadlbauer
Tel: 05 78 07 - 10 24 01














