- 28.04.2011, 11:20:28
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Reorganisationsbedarf bei 30.000 KMU trotz Verbesserung der betriebswirtschaftlichen Situation - BILD

Wien (OTS) -
- Eigenkapitalsituation und Ertragssituation haben sich im
Langfristvergleich deutlich verbessert
- Reorganisationsbedarf bei vielen Kleinstunternehmen mit weniger
als 10 Beschäftigten
Die jüngste Wirtschaftskrise hat auch die österreichischen KMU
getroffen - allerdings je nach Branche und Größe in unterschiedlichem
Ausmaß und zu unterschiedlichen Zeit-punkten.
Dennoch sind die Klein- und Mittelbetriebe in einer besseren
betriebswirtschaftlichen Position als vor einigen Jahren. Im
Bilanzzeitraum 2000/01 betrug die durchschnittliche
Umsatzrentabilität nur 0,7%; 2008/09 lag sie um mehr als einen
%-Punkt darüber. Auch die Eigenkapitalquote war mit 18 % um fast 10
%-Punkte geringer als 2008/09. Ins-gesamt waren die KMU damit auch
während der Wirtschaftskrise ertrags- und eigen-kapitalstärker als in
der Vergangenheit.
Klar ist allerdings auch, dass die Entwicklung sich nicht in allen
Unternehmen verbessert hat.
"Die Analysen zeigen, dass die Bandbreite zwischen den Unternehmen
größer wird - gute Unternehmen werden profitabler und können weiteres
Eigenkapital bilden, wo-hingegen Unternehmen, deren wirtschaftliche
Situation von Problemen gekennzeichnet ist, vielfach keine
Verbesserung erreichen können", so Mag. Peter Voithofer, Direktor der
KMU FORSCHUNG AUSTRIA.
Ein wichtiges Warnsignal für Unternehmen ist, wenn die
Schuldentilgungsdauer über 15 Jahre beträgt und die Eigenkapitalquote
unter 8 % liegt. Denn (spätestens) dann besteht Reorganisationsbedarf
- auch dem Gesetz (URG) nach. Maßnahmen zur Ver-besserung der
Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des im Bestand gefährdeten
Un-ternehmens wären in diesem Falle erforderlich.
Auf Basis von Analysen und Hochrechnungen ist davon auszugehen,
dass nach diesen Kriterien jedenfalls bei 30.000 Unternehmen
Reorganisationsbedarf besteht. Sowohl relativ (von 9 % auf 10 %) wie
auch absolut (von 19.000 Unternehmen auf 30.000 Unter-nehmen) ist die
Zahl der betroffenen Unternehmen gegenüber 2000/2001 gestiegen; der
starke Anstieg der absoluten Anzahl ist auf die deutlich größere
Anzahl an Unternehmen insgesamt zurückzuführen.
Bei den betroffenen Unternehmen handelt es sich um rd. 26.000
Kleinstbetriebe mit weniger als 10 Beschäftigten sowie rd. 4.000
Unternehmen mit 10 - 250 Beschäftigten.
Im Durchschnitt kann im längerfristigen Vergleich zwar eine
Verbesserung der betriebs-wirtschaftlichen Situation der
österreichischen KMU beobachtet werden, allerdings bleibt
insbesondere am unteren Ende noch viel zu tun.
"Dass trotz steigender Eigenkapitalquoten und Ertragskennzahlen im
langfristigen Vergleich der Anteil der Klein- und Mittelbetriebe, die
eine Unternehmensreorganisation benötigen, steigt, ist Ausdruck der
größeren Spannweite zwischen den erfolgreichsten und den weniger
erfolgreichen Unternehmen", führt Mag. Peter Voithofer weiter aus.
Methodische Anmerkungen:
Die Daten basieren auf Auswertungen aus der Bilanzdatenbank der
KMU FORSCHUNG AUSTRIA. Für das Basisjahr 2008/09 (Bilanzen mit
Stichtagen zwischen 1.7.2008 und 30.6.2009) wurden insgesamt rd.
74.500 Bilanzen von KMU der marktorientierten Wirtschaft (Abschnitte
B - N und Abteilung 95 der ÖNACE 2008 exklusive Holdings und
Realitätenwesen) ausgewertet. Für das Jahr 2000/01 standen rd. 57.500
Bilanzen (nach ÖNACE 2003) von KMU zur Verfügung. Die Steuerbilanzen
wurden betriebswirtschaftlich korrigiert (Ansatz eines kalk.
Unternehmerlohns von Euro 32.366 (2008/09) p. a. und kalk.
Eigenkapitalzinsen i.d.H. von 5,53 % (2008/09).
Für Rückfragen steht Ihnen Herr Mag. Peter Voithofer zur Verfügung.
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Service, sowie im OTS Bildarchiv unter http://bild.ots.at
Rückfragehinweis:
Mag. Peter Voithofer
KMU FORSCHUNG AUSTRIA
Gußhausstr. 8, 1040 Wien
[email protected]; +43 1 5059761
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