- 27.04.2011, 13:21:19
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ÖGB-Oberhauser: Bildung darf kein Erbgut sein
Neue Analyse bestätigt Forderung nach gerechterer Chancenverteilung
Wien (OTS/ÖGB) - "Bildung darf kein Erbgut sein", fordert
ÖGB-Vizepräsidentin Sabine Oberhauser. Dass Bildungswege nach wie vor
von Ausbildung und Einkommen der Eltern abhängen, sei nichts Neues,
werde aber nun durch eine weitere Analyse untermauert. "Der ÖGB tritt
vehement dafür ein, dass Bildung auch für Arbeiterkinder weiter geht
als nur bis zum Hauptschulabschluss. Wir fordern faire Verteilung der
Bildungschancen, die Devise lautet Fördern statt Selektieren. Wir
müssen Defizite ausgleichen, Begabungen fördern statt Fehler
abstrafen, verstärkt im Rahmen von ganztägigen Schulformen
Förderunterricht anbieten sowie die Bildungsweg- und Berufsberatung
ausbauen."++++
Ungerechte Bildungschancen sind eine eigentlich nicht leistbare
Ressourcenvergeudung, unter der Wirtschaft und Gesellschaft leiden,
da Neigungen und Talente nicht ausgeschöpft werden. "Deshalb ist es
überfällig, dass die Entscheidung über den Bildungsweg eines Kindes
nicht bereits im Alter von zehn Jahren, sondern erst mit 14 oder 15
getroffen wird", fordert Oberhauser. Eine Bildungsreform braucht aber
auch eine Ausbildungsreform sowie bessere Arbeitsbedingungen für die
LehrerInnen.
Um die soziale Durchmischung im Bereich der tertiären Bildung zu
heben, fordert die ÖGB-Vizepräsidentin spezielle Studienangebote für
Berufstätige, außerdem Blockveranstaltungen sowie Institute und
Bibliotheken, die auch am Abend und am Wochenende offen haben.
Oberhauser: "Das Budget für die Hochschulen muss sicherstellen, dass
alle Studierenden ihr Wunschstudium beginnen können. Zusätzliche
Barrieren wie Studiengebühren und Zugangsbeschränkungen sind hingegen
der falsche Weg."
BILDUNG GEHT WEITER - Der ÖGB fordert:
FÖRDERN STATT SELEKTIEREN
- Chancengerechtigkeit: Bildungswegentscheidung mit 14 statt schon
mit 10 Jahren
- Defizite ausgleichen, Begabungen fördern statt Fehler abstrafen
- Mädchen im technischen und naturwissenschaftlichen Bereich
besonders fördern
INVESTIEREN STATT SPAREN
- Kleinere Klassen, kleinere Gruppen
- Ganztagsschulen und Tagesbetreuung statt teurer Nachhilfe
- Bessere Arbeitsbedingungen für LehrerInnen
QUALITÄT UND QUANTITÄT
- Mehr politische Bildung
- Mehr Fremdsprachen
- Mehr Berufsschultage
ABSOLVENTEN STATT DROP-OUTS
- Ausführliche Berufsinformation ab der 6. Schulstufe
- Verpflichtendes Ausbildungsjahr für alle, die mit 15 noch nicht
wissen wohin
- Berufsschule als Ort der Weiterbildung
ARBEITEN UND STUDIEREN
- Eigens für Berufstätige konzipiertes Studienangebot
in wichtigen Fächern
- Unis, Vorlesungen, Bibliotheken und Institute
auch am Abend öffnen
- Keine Studiengebühren, keine Zugangsbeschränkungen
Rückfragehinweis:
ÖGB-Öffentlichkeitsarbeit Florian Kräftner (01)53 444-39 264 (0664)301 60 96 florian.kraeftner@oegb.at www.facebook.at/fairteilen
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