• 21.04.2011, 09:46:14
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Erfolgreiche Integrationsbegleitung für Asylberechtigte

Beratungsstelle "Startbegleitung" von Interface Wien zieht 3 Jahresbilanz

Wien (OTS) - Rund 500-700 Personen wird pro Jahr in Wien Asyl
gewährt. Nach oft jahrelangem Warten in Unsicherheit und erzwungener
Untätigkeit schafft der positive Asylbescheid rechtliche Klarheit.
Allerdings strömt eine Fülle von neuen Herausforderungen auf die
Flüchtlinge ein: Deutschkurs besuchen, Wohnung und Arbeit suchen,
eine eigenständige Existenz aufbauen. Seit April 2008 leistet
Interface Wien mehrsprachige Beratung und Integrationsbegleitung für
asylberechtigte und subsidiär schutzberechtigte Personen und
Familien. Das Betreuungsangebot schließt nahtlos an die
"Grundversorgung" für Asylsuchende an und bietet eine zeitlich
befristete Integrationsbegleitung von rund zwei Jahren. Die
"Startbegleitung" bei Interface Wien wird durch die MA 17
(Integration und Diversität) und die MA 40 (Soziales, Sozial- und
Gesundheitsrecht) finanziert.

Frauenberger: "Wir wollen den Menschen eine Zukunft geben,
damit sie ihr Leben in Wien selbstständig gestalten können."

Dazu die Wiener Integrationsstadträtin Sandra Frauenberger: "Weil
wir diesen Menschen eine Zukunft geben wollen, unterstützen wir sie
gezielt durch Hilfe zur Selbsthilfe, um ihr neues Leben in Österreich
eigenverantwortlich und selbständig zu gestalten. Aufgrund der
bedauerlicher Weise immer noch lange andauernden Asylverfahren ohne
Arbeitsmöglichkeit für die Betroffenen, bietet dieses Programm eine
nicht mehr wegzudenkende Starthilfe für einen echten Neuanfang."

"Wenn ihr nicht da wärt, wüsste ich nicht, wie ich das alles
schaffen kann"

Die Bilanz kann sich sehen lassen: 1.939 KlientInnen und deren
Familienangehörige wurden in den ersten drei Jahren betreut,
insgesamt waren das 4.691 Personen, das sind die KlientInnen und
deren Familienangehörige, wurden in den ersten drei Jahren betreut.
Allein im Jahr 2010 haben sich 582 KlientInnen erstmals an die
Beratungsstelle gewendet, die größten Herkunftsländer waren die
Russischen Föderation (266), Afghanistan (133), Somalia (34) sowie
Iran/Irak (jeweils 32). Rund 68 Prozent sind Einzelpersonen, 3
Prozent Paare und 29 Prozent Familien. Mehr als 50 Prozent der
Familien sind alleinerziehende Mütter mit Kindern, häufig
Kriegswitwen.

Die Beratung findet in den Sprachen Deutsch, Englisch,
Französisch, Arabisch, Farsi, Russisch, Tschetschenisch,
Bosnisch-Kroatisch-Serbisch und Georgisch statt und wird von den
KlientInnen hoch geschätzt. "Die 'Startbegleitung' ist ein
Profiverein. Dort wo die anderen mir nicht helfen konnten oder
wollten, hat sie es getan", meint ein Klient aus dem Iran. Oder eine
Frau aus Georgien hält fest: "Wenn ihr nicht da wärt, wüsste ich
nicht, wie ich das alles schaffen kann."

Arbeitsweise der Beratungsstelle: Von punktueller Beratung bis
zu umfassendem Case Managementprozess

Mit dem positiven Asylbescheid werden KlientInnen über die
"Startbegleitung" informiert. In einem ersten Clearinggespräch, das
niederschwellig ohne Terminvereinbarung am offenen Beratungstag
möglich ist, stellen die MitarbeiterInnen die individuellen
Bedürfnisse und den Beratungsbedarf fest.

"Die Erfahrung zeigt, dass rund 64 Prozent der KlientInnen nur
eines oder mehrere Beratungsgespräche benötigen, um ihre Probleme zu
lösen. 36 Prozent werden aufgrund der Komplexität der Problemlagen in
eine intensive Case Management-Betreuung übernommen. Dabei handelt es
sich häufig um Familien, die unmittelbar nach dem Asylbescheid noch
keinerlei Orientierung, Wissen und Sicherheit haben, um ihr Leben
selbstständig zu steuern, darunter viele alleinerziehende Frauen;
weiters auch um Personen, die wegen mit Behinderungen,
Kriegsinvalidität, Traumata, familiäre Probleme wie Gewalt oder
Scheidung ihren Alltag noch nicht selbständig meistern können", weiß
Mag.a Susanne Schaidinger, die Leiterin der Beratungsstelle.

Zunächst werden zwischen KlientIn und BeraterIn Ziele vereinbart,
die im Prozess gemeinsam erreicht werden sollen (z.B. eine Wohnung
finden oder einen Deutschkurs absolvieren). Wenn sich das
ausschließlich auf die neue Lebenssituation als anerkannte
Flüchtlinge und die damit zusammenhängenden Integrationsbestrebungen
(Existenzsicherung, gesicherte Wohnsituation, Spracherwerb,
bildungsadäquate Versorgung der Kinder etc.) bis hin zu einer
Erwerbstätigkeit bezieht, kann die Betreuung häufig nach wenigen
Monaten abgeschlossen werden. Dann können die nächsten Schritte
selbstständig bewältigt werden. Bestehen komplexeren Problemlagen,
wird meist der vorgesehene Zeitraum von 2 Jahren ausgeschöpft.

Besonderen Wert wird übrigens auf die Bildung der Kinder gelegt,
unter anderem durch die Möglichkeit an der KinderUni teilzunehmen.
Für Jugendliche gibt es ein Mentoring-Programm in Kooperation mit dem
Verein "Grenzenlos", um den Kontakt mit österreichischen Jugendlichen
zu fördern.
Nähere Informationen unter www.interface-wien.at (schluss)gph

Bildmaterial zu dieser Aussendung ist in Kürze unter
www.wien.gv.at/pressebilder abrufbar.

Rückfragehinweis:

Büro Stadträtin Sandra Frauenberger
   Mediensprecherin Gabriele Philipp
   Tel.: +43 1 4000 81295 
   mailto: [email protected]
   
   
   Mag.a Susanne Schaidinger, Interface Wien
   Abteilungsleitung "Startbegleitung"
   +43 1 524 50 15-54
   e-mail: s. [email protected]

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | NRK

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