- 19.04.2011, 16:31:07
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Wissenschaftsrat warnt vor einer Stagnation der Universitätsentwicklung
Gefahren für die Fortsetzung eines erfolgreichen Weges - Stillstand oder Rückschritt drohen - Falsches Signal für die österreichische Wissenschaftspolitik
Wien (OTS) - Stellungnahme des Wissenschaftsrates zum
Finanzrahmengesetz 2012 - 2015
Österreich hat sich mit seinem fortschrittlichen
Universitätsgesetz 2002 auf einen verheißungsvollen Weg gemacht. Die
Idee der Universitätsautonomie hat kräftige Konturen gewonnen, das
Instrument der Leistungsvereinbarung, mit dem selbstbewusst
auftretende Universitäten und eine gesamtstaatlichen Perspektiven
verpflichtete Wissenschafts- und Hochschulpolitik sich auf gemeinsame
Aufgaben und Leistungsniveaus verpflichten, greift immer besser.
Österreich hat sich im europäischen Hochschulraum und darüber hinaus
fest etabliert; wenn von Universitätsreformen die Rede ist, schaut
man auf Österreich.
Dieser sich so positiv darstellenden Entwicklung drohen derzeit
große Gefahren. Vieles steht auf dem Spiel, wenn mit dem
Finanzrahmengesetz die Budgetampel ab 2013 auf Rot gestellt werden
sollte. Statt den erfolgreichen Weg weiterzugehen, droht Stillstand
und mehr noch: Rückschritt. Um auch nur den gegenwärtigen, ohnehin
unterfinanzierten Status zu halten, benötigen die Universitäten in
den nächsten Jahren 10 % der derzeitigen Mittel zusätzlich, nämlich
insgesamt 300 Millionen Euro pro Jahr, die aktuelle Inflationsrate
von 3 % jährlich eingerechnet. Stehen diese Mittel nicht zur
Verfügung, sind massive Kürzungen vor allem im Personalbereich
unvermeidbar. Das derzeitige Leistungsniveau, das es eigentlich
weiterhin zu stärken gälte, wäre nicht mehr zu halten.
Der Österreichische Wissenschaftsrat hat in den vergangenen Jahren
wiederholt, zuletzt in seiner Empfehlung "Universität Österreich
2025" auf diese bedrohliche Entwicklung aufmerksam gemacht und
empfohlen, mit erheblichen zusätzlichen Budgetmitteln für die
Universitäten kräftig gegenzusteuern. Orientierungsmarke muss nach
wie vor die politisch immer wieder bekräftigte und in Entschließungen
des Gesetzgebers verankerte Absichtserklärung sein, bis 2020 2 % des
BIP für den tertiären Bildungssektor aus öffentlichen Mitteln (auch,
wenngleich wenig realistisch auch unter Hinzuziehung privater
Mittel)aufzuwenden. Bildung ist die Zukunft eines Landes. Das gilt
insbesondere für den tertiären Sektor, auf dessen Leistungsfähigkeit
ein modernes Land wie Österreich in wissenschaftlicher wie
wirtschaftlicher Hinsicht unabdingbar angewiesen ist. Ein Einfrieren
der Mittel, wie es das Finanzrahmengesetz 2012 - 2015, das noch im
April beschlossen werden soll, offenbar vorsieht, würde die
Finanzmisere der Universitäten verstärken. Es wäre das falsche
Signal.
Rückfragehinweis:
Österreichischer Wissenschaftsrat, Dr. Ulrike Plettenbacher
Tel: 01-319 49 99 /20
[email protected]
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