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Neues Volksblatt: "Wer mit wem?" (von Markus Ebert)
Ausgabe vom 19. April 2011
Linz (OTS) - Sonntagsfrage und Kanzlerfrage: das mittlerweile
schon fast wöchentliche Spiel mit der Meinung der Wähler wird immer
mit sehr viel Aufgeregtheit betrieben. Die Suppe ist oft dünn - etwa
wenn 400 Befragte ausreichen, um am Tag nach seiner Designierung als
ÖVP-Parteichef schon zu wissen, dass Michael Spindelegger nicht vom
Fleck kommt. Eines ist - bei aller Vorsicht - aber aus dem Trend der
Meinungsumfrage in der letzten Zeit schon herauszulesen: Auf
Bundesebene könnten Regierungsbildungen in den klassischen
Zweierkoalitionen bald ein Ding der Unmöglichkeit sein. Nimmt man die
aktuelle profil-Umfrage zur Hand, gibt es zwar rechnerisch eine
rot-blaue Mehrheit, aber: Die SPÖ behauptet, das wolle sie nicht.
Rot-Grün ist ein Traum, denn dazu sind die Roten und die Grünen zu
schwach. Schwarz-Blau und Schwarz-Grün sind auch nicht möglich, mit
dem BZÖ ist ohnehin kein Staat zu machen, womit sich die Sache hat.
Ein Ausweg aus dem Dilemma könnte sein, dass man nach einem Urnengang
die Frage "Wer mit wem?" gar nicht stellen muss. Allerdings müsste
man den Diskussionsprozess über ein Mehrheitswahlrecht wieder in Gang
bringen - angesichts einer möglichen realpolitischen Pattstellung
wohl eine dringliche Angelegenheit.
Rückfragehinweis:
Neues Volksblatt, Chefredaktion
Tel.: 0732/7606 DW 782
mailto:[email protected]
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