• 18.04.2011, 08:42:32
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Creditreform PRIVATINSOLVENZSTATISTIK 1. Quartal 2011: 43 Insolvenzen pro Werktag

4,6% mehr insolvente Privatpersonen

Wien (OTS) - Die endgültigen Zahlen der Creditreform
Privatinsolvenzstatistik für das 1. Quartal 2011 zeigen einen Anstieg
der Insolvenzen von Privatpersonen: 2.705 zahlungsunfähige Private
bedeuten ein Plus von 4,6%. Die Anzahl der eröffneten
Schuldenregulierungsverfahren ist dabei um 6,7% auf 2.389 Verfahren
gestiegen, die mangels Vermögen zurückgewiesenen Insolvenzanträge
sind um 9,5% auf 316 Verfahren gesunken. Die Insolvenzursachen liegen
hauptsächlich im falschen Umgang mit Geld. Ein Drittel der
Insolvenzen ist weiterhin auf gescheiterte Selbstständige zurück zu
führen. Hauptgläubiger sind Banken und Telekommunikationsunternehmen.
Die durchschnittliche Verschuldung beträgt ca. 80.000 Euro.

Bundesländervergleich: 4 von 10.000 Erwachsenen sind
zahlungsunfähig/überschuldet

Ein Blick auf die einzelnen Bundesländer zeigt, dass in Salzburg
(+42,9%), in der Steiermark (+15,1%) und in Niederösterreich (+13,0%)
die Insolvenzen am stärksten angestiegen sind. Im Burgenland
(-33,3%), Tirol (-15,3%) und Kärnten (-11,2%) sind sie hingegen am
stärksten gesunken. Spitzenreiter bei der absoluten Zahl an
Insolvenzen ist die Bundeshauptstadt. 1.059 Fälle (+10,1%) oder rund
40% aller Privatinsolvenzverfahren in Österreich finden in Wien
statt. 8 von 10.000 erwachsene Wiener wurden insolvent.
Österreichweit wurden hingegen 4 von 10.000 Erwachsenen
zahlungsunfähig.

Conclusio 1. Quartal 2011

Der gute alte Rechtsgrundsatz des "do ut des - ich gebe, damit du
gibst" gilt im Geschäftsverkehr nur mehr eingeschränkt. Der
Konsumlaune wird oft stante pede nachgegeben, das dafür notwendige
Geld ist allzu oft nicht vorhanden. Das Sparen in guten Zeiten und
die nachhaltige Vorsorge für allfällige schlechte Zeiten wird
angesichts geringer Sparzinsen und allgemeiner Verunsicherung wegen
der Wirtschaftsentwicklung einem oftmals hedonistischem Lebensgefühl
hintangestellt. Dazu kommt ein zumindest stagnierendes Reallohnniveau
mit einer steigenden Inflationsgefahr, die für ohnehin schon
einkommensschwache Schichten ein genaues Kalkulieren in der
alltäglichen privaten Einnahmen-Ausgaben-Rechnung erfordern, was aber
oft nicht getan wird. Neben dem eigenen Finanzmanagement ist wieder
einmal auch die Politik gefragt. Ziel- und zweckgerichtete
Sozialmaßnahmen sind sinnvoll und notwendig. Damit einhergehen sollte
aber das öffentliche Bewusstsein dafür geschärft werden, dass niemand
auf Dauer mehr ausgeben kann als er einnimmt.

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Rückfragehinweis:
Mag. Gerhard M. Weinhofer, Leiter der Öffentlichkeitsarbeit
Creditreform Wirtschaftsauskunftei Kubicki KG
Tel.: +43-1-218 62 20-551
mailto: [email protected]
www.creditreform.at

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