• 17.04.2011, 11:32:08
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Der Heiligenschein ist ab: Kirche lässt abtrünnige Schäfchen massenweise exekutieren

Keine Gnade: Allein 2009/10: 57.935 Klagen, 21.827 Exekutionen

Wien (OTS) - Lt. einer aktuellen parlamentarischen Beantwortung (
http://www.ots.at/redirect/kirche ) hat die röm. kath. Kirche 2009
und 2010 gegen 57.935 Personen Klage geführt, gegen 21.827 wurde
dabei eine Exekution eingeleitet. In den allermeisten Fällen ging es
dabei um die Kirchensteuer. "Während Kardinal Schönborn sich im
Missbrauchsskandal auf Verjährung beruft und Betroffene kirchlicher
Gewalt mit Almosen abgespeist werden, kennt die Kirche beim
Eintreiben der Kirchensteuer keine Gnade: schon wegen geringer
Euro-Beträge geht sie gegen ihre Mitglieder gerichtlich vor und
schreckt auch vor Exekutionen nicht zurück" zeigt sich Sepp
Rothwangl, Sprecher der Plattform Betroffener Kirchlicher Gewalt,
verärgert.

Kirchensteuer: Ein Privileg aus der NS-Zeit

Die Kirchensteuer ("Kirchenbeitrag") wurde am 1. Mai 1939 vom
damaligen Reichsstatthalter in Österreich in Kraft gesetzt. Die
Kirche profitiert auch heute noch von dieser Vereinbarung zwischen
dem nationalsozialistischen Regime und der Kirche. Auf Basis dieser
Übereinkunft unterstützt der Staat die Kirche bei der Einhebung der
Kirchensteuer, indem er seine behördliche Infrastruktur in einer
beispiellosen Bevorzugung einer privaten Glaubensgemeinschaft zur
Verfügung stellt und Zugang zu Meldedaten gewährt, alles auf Kosten
der Steuerzahler. Kirchenbeiträge sind überdies auf Kosten der
Allgemeinheit steuerlich absetzbar: eine unzumutbare Bevorzugung
einer Institution, die durch den Missbrauchsskandal jeden moralischen
Anspruch verloren hat.

Kirche erhält Zugang zu Meldedaten

Nun wurde auch noch bekannt, dass die Kirche massenweise Klagen
gegen ÖsterreicherInnen durchführt, die aus persönlichen Gründen
dieses System nicht mehr finanzieren möchten. "Möglich ist dies nur,
weil die Kirche als Sonderprivileg Zugang zu amtlichen Meldedaten
hat". Wohl kein anderer Verein in Österreich klagt seine Mitglieder,
wenn sie sich mit dem Vereinsinteresse nicht mehr identifizieren
können. Jeder andere Verein würde sich überlegen, ob sein Angebot
noch zeitgemäß oder seine moralische Integrität noch intakt ist" so
Rothwangl weiter. Um Privilegien wie den Zugang zu Meldedaten der
Kirche in Hinkunft zu verwehren, wurde nun ein Volksbegehren gegen
kirchliche Privilegien aufgelegt: www.kirchen-privilegien.at

Aus aktuellem Anlass bietet die Initiative "Ein Recht für Alle -
die Initiative gegen Kirchenprivilegien", den Betroffenen kirchlicher
Habgier eine Vernetzungsmöglichkeit. "Denn es ist so wie bei den
Betroffener kirchlicher Gewalt. Jede/r glaubt sie/er ist ein
Einzelfall, dabei hat Gewalt in der Kirche System" so Rothwangl
abschließend.

AVISO PK: Volksbegehren gegen Kirchenprivilegien - Kein Staat im
Staat. Erste PK mit den Initiatoren - eine Zwischenbilanz 

 Datum:   19.4.2011, um 09:30 Uhr
 Ort:     Cafe Leopold, MQ
          Museumsplatz 1, 1070 Wien
 Url:     www.kirchen-privilegien.at

Rückfragehinweis:
FJ PURKARTHOFER PR
Tel.: +43-664-4121491, mailto:[email protected]

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