- 14.04.2011, 16:43:27
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"Österreich hat historische Chance, Logistikdrehscheibe Europas zu werden"
Tag der Logistik im Zeichen der Herausforderungen des wachsenden europäischen Güterverkehrs
Wien (OTS/PWK283) - "Energieeffizienz ist gleichermaßen ein
wichtiges Zukunfts- und Wirtschaftsthema. Auch im Bereich Transport,
etwa in den Logistikketten, wird der nachhaltige Umgang mit Energie
eine wachsende Rolle spielen und zu einer der wichtigsten
Herausforderungen werden", hielt WKÖ-Präsident Christoph Leitl bei
der Auftaktveranstaltung zum Tag der Logistik fest. Eine weitere
wichtige Herausforderung für die Branche ist aus der Sicht des
WKÖ-Präsidenten die EU-Donauraum-Strategie, ein zentrales Vorhaben
des ungarischen EU-Ratsvorsitzes.
Österreich habe hier die historische Chance, Logistikdrehscheibe
in Zentraleuropa zu werden, so Alexander Klacska, Obmann der
heimischen Verkehrswirtschaft in der WKÖ. Die Donauraum-Strategie
biete viele Ansätze, die Donau als natürlichen Wohlstandskorridor von
zehn Staaten mit einem Einzugsgebiet von rund 100 Millionen Menschen
weiter zu entwickeln. "Der Donauraum und die Schwarzmeerregion haben
großes Potential", so der Branchensprecher.
Die europäische Verkehrspolitik müsse mittel- bis langfristig mit
der Europäischen Regionalpolitik verzahnt werden, fordert Klacska:
"Wenn Industrieunternehmen heute in strukturschwachen Regionen am
Rand Europas platziert werden, fernab der Verkehrskorridore bzw.
"alternativer" Verkehrsinfrastruktur, darf es nicht verwundern, wenn
die dort produzierten Güter quer durch Europa, überwiegend auf der
Straße, transportiert werden."
Ambitionierte EU-Ziele
Der Versuch, durch hohe Wegekosten nun steuernd einzugreifen, löse
jedoch das Problem nicht, sondern benachteilige die
Transportwirtschaft in jenen Ländern, die entlang der
Transitkorridore liegen, so Klacska.
Die EU-Kommission setzt im soeben veröffentlichten Weißbuch
"Fahrplan zu einem einheitlichen europäischen Verkehrsraum - Hin zu
einem wettbewerbsorientierten und ressourcenschonenden
Verkehrssystem" auf ambitionierte Ziele, was die Verringerung der
Treibhausgas-Emissionen des Verkehrsbereichs um mindestens 60 % bis
2050 betrifft.
Hierbei solle die Ko-Modalität der Verkehrsträger helfen. Mit der
Zielvorgabe, 50% des Güterverkehrs über 300 km bis 2050 von der
Straße auf andere Verkehrsträger zu verlagern, gebe man jedoch die
Neutralität anderen Verkehrsträgern gegenüber auf.
Kräftiges Wachstum attestieren alle Prognosen den
Güterverkehrsleistungen, wobei die Straße der bedeutsamste
Verkehrsträger bleibt. In Westeuropa wird von 2008 bis 2025 ein
Ansteigen der gesamtmodalen Güterverkehrsleistungen um 17 % und in
Osteuropa um 22 % erwartet. Klacska: "Somit stellt sich die Frage,
wie der wachsende Güterverkehr in Europa zukünftig bewältigt werden
soll." Der Binnenmarkt für Eisenbahnverkehrsdienste müsse daher
vollendet werden, um einen einheitlichen europäischen
Eisenbahnverkehrsraum zu schaffen.
Weiters müsse die Produktion näher an die Logistikknoten, an
europäische Verkehrskorridore, gebracht werden, um damit eine
qualifizierte Auswahl der Verkehrsträger zu ermöglichen. "Denn
Transit entsteht dadurch, dass der Ort der Produktion von jenem des
Konsums losgelöst ist, und nicht, weil ihn die Mobilitätswirtschaft
will", so der Obmann.
Die nationale Politik müsse in die Pflicht genommen werden, denn
durch Angebotsreduzierung und restriktive Preispolitik finde im
Moment eine zusätzliche Verlagerung von der Schiene auf die Straße
statt - das könne verkehrspolitisch nicht gewünscht sein. Die ÖBB
müsse sich klar auf Kernaufgaben und Kernkompetenzen konzentrieren,
so Klacska.
Der internationale Tag der Logistik findet jährlich an jedem dritten
Donnerstag im April statt. Heute, am 14. April 2011, wird in
Österreich bereits zum 4. Mal die Möglichkeit geboten, Logistik
hautnah zu erleben und Unternehmen kennenzulernen, deren Türen sonst
verschlossen bleiben. (PM)
Rückfragehinweis:
Wirtschaftskammer Österreich, Bundessparte Transport und Verkehr
Dr. Erik Wolf
Tel.: Tel.: (++43) 0590 900-3251
mailto:[email protected]
http://wko.at/verkehr
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