• 14.04.2011, 13:36:57
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Hohes Burnout-Risiko bei Ärztinnen und Ärzten 1

Studie belegt: Mehr als die Hälfte der österreichischen Ärzteschaft ist Burnout-gefährdet - Ärztekammer ortet Handlungsbedarf

Wien (OTS) - Das Thema Burnout beschäftigt seit einiger Zeit auch
die Ärzteschaft - und zwar als unmittelbar Betroffene. Die
Universitätsklinik für Psychiatrie der Medizinuniversität Graz hat im
Auftrag der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK) eine Studie zu diesem
Thema durchgeführt, welche die Basis für weiterführende
Untersuchungen bilden wird. Das Projekt unter der Leitung von
Univ.-Prof. Peter Hofmann lief vorerst von November 2010 bis Februar
2011 unter Beteiligung von österreichweit insgesamt 6.249 Ärztinnen
und Ärzten. Das Ergebnis: Knapp 54 Prozent der Befragten befinden
sich in unterschiedlichen Phasen des Burnouts.

Der Präsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Walter Dorner,
fordert daher Reformen im Gesundheitswesen, vor allem auch bei den
Spitälern, und ein Überdenken der kollegialen Führung, die sich neben
anderen Faktoren wie lange Dienstzeiten, Überstunden und Nachtdienste
als elementarer Stressfaktor erweise. "Das Ergebnis der Umfrage führt
uns vor Augen, unter welchem Druck Ärztinnen und Ärzte tagtäglich
stehen", resümierte Dorner am Donnerstag bei einer Pressekonferenz.

Mehr als die Hälfte der Befragten befindet sich in unterschiedlichen
Phasen des Burnouts, der Großteil davon in der harmlosen Phase 1.
"Phase 1 zeichnet sich durch emotionale Erschöpfung sowie die
Unfähigkeit zur Entspannung aus und ist temporär", so Studienleiter
Hofmann. Dieses "tägliche Burnout" sei durch entsprechende
Regeneration rasch kompensierbar und betreffe in erster Linie Frauen.
Phase 2 ist geprägt durch ein Abstumpfen gegenüber privaten
Interessen und Beziehungen sowie durch Hilflosigkeit und körperliche
Beschwerden. Diese Symptome verstärken sich in Phase 3 noch weiter,
in der von einer behandlungswürdigen Krankheit gesprochen werden
muss.

Ärzte seien im Unterschied zu anderen Hochleistungsberufen
überdurchschnittlich gefährdet: Bei Richtern, Notaren,
Wirtschaftstreibenden oder Wirtschaftstreuhändern liege die Zahl der
belasteten Personen deutlich niedriger, nämlich bei rund 40 Prozent,
so Hofmann. (Forts.) sl

Rückfragehinweis:
Pressestelle der Österreichischen Ärztekammer
Mag. Martin Stickler
Tel.: (++43-1) 513 18 33-14
Mail: [email protected]

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