• 13.04.2011, 17:00:11
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"Vorarlberger Nachrichten" Kommentar: "Späte Erkenntnis" (Von Kurt Horwitz)

Ausgabe vom 14.04.2011

Wien (OTS) - Der Rücktritt des Josef Pröll ist nicht nur die
logische Konsequenz aus seiner schweren Erkrankung und der folgenden
langen Absenz von der politischen Bühne. Sie ist auch die Folge
frustrierender Erlebnisse in der Politik und in der eigenen Partei.

Wenn Pröll gestern bei seinem Abschied Stillstand in der politischen
Entwicklung sowie das Fehlen von Anstand beklagt, hat er zweifellos
Recht. Aber er hätte es mit in der Hand gehabt, durch Personalauswahl
und klare Worte gegenzusteuern.

Insofern ist die Erkenntnis Prölls zwar richtig, aber sie kommt zu
spät: Als ÖVP-Obmann und als Vizekanzler hätte Pröll schon vor seiner
eindrucksvollen Abschiedsrede Zeichen setzen können. Das ist ihm
zumindest gegen Ende seiner politischen Karriere nicht mehr gelungen,
und das mag auch mit ein Grund gewesen sein, jetzt einen
Schlussstrich zu ziehen.

Hätte Pröll weitergemacht, so wäre das nur mit einem
personalpolitischen Paukenschlag - also einer großflächigen Umbildung
von Regierung und Partei - zielführend gewesen. Diesen Kraftakt
erspart sich der gesundheitlich angeschlagene ÖVP-Obmann. Jetzt wird
es an seinen Nachfolgern in Partei und Regierung liegen, die dringend
notwendigen neuen Akzente zu setzen.

Rückfragehinweis:
Vorarlberger Nachrichten, Chefredaktion
Tel.: 0676/88005382

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