- 13.04.2011, 16:26:44
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Ludwig: Die neuen Wiener HausbetreuerInnen - schrittweiser Ausbau läuft
Nach der erfolgreichen Einführung startet jetzt die zweite Phase. Das Angebot wird überall dort, wo es die Mieterinnen und Mieter wünschen, sukzessive ausgeweitet.
Wien (OTS) - Die ersten Wiener HausbetreuerInnen sind seit
mehreren Monaten in den Wiener Gemeindebauten tätig. Die
Zufriedenheit der BewohnerInnen mit dem neuen Angebot ist
ausgesprochen hoch. Nach der erfolgreichen Einführung wird dieses
Service nun weiter ausgebaut. "Wir starten jetzt die zweite Phase. In
den kommenden Wochen und Monaten werden wir laufend, dort wo es die
Mieterinnen und Mieter wünschen, neue Wiener Hausbetreuerinnen und
Hausbetreuer zum Einsatz bringen und somit das Angebot sukzessive
ausweiten", erklärte Wohnbaustadtrat Dr. Michael Ludwig heute,
Mittwoch, im Rahmen der Präsentation der neuen Wiener Hausbetreuer.
Aktuell sind 25 Wiener Hausbetreuerinnen und Hausbetreuer bei der
Wiener Wohnen Haus & Außenbetreuung beschäftigt. Einige von ihnen
haben dieser Tage ihre Tätigkeit in jenen Wohnhausanlagen, die
nunmehr in ihrer direkten Betreuung und Verantwortung stehen,
aufgenommen. Gleichzeitig sind weitere MitarbeiterInnen, die ab Mai
als Wiener HausbetreuerInnen tätig sein werden, in Ausbildung. "In
Abstimmung mit den jeweiligen Wohnhausanlagen und in Einklang mit dem
Wunsch der Mehrheit der Hausgemeinschaft werden wir das Angebot jedes
Monat um acht bis zwölf Wiener Hausbetreuerinnen und Hausbetreuer
schrittweise ausweiten", so Ludwig.
Mit dem Modell der Wiener HausbetreuerInnen wurde von der Stadt Wien
eine Alternative zum verhinderten "Hausbesorger NEU" - also
HausbesorgerInnen, die mit einem modernem Berufsbild ausgestattet und
auf Basis einer zeitgemäßen gesetzlichen Grundlage beschäftigt sein
sollten - geschaffen. Im Mittelpunkt dieses Modells steht, dass die
MitarbeiterInnen klar definierte Betreuungstätigkeiten haben und den
BewohnerInnen vor allem auch als direkte AnsprechpartnerInnen mit
fixen Sprechstundenzeiten zur Verfügung stehen. Damit kann den
MieterInnen der Wiener Gemeindebauten trotz des politischen Vetos der
ÖVP gegen ein neues Bundes-HausbesorgerInnengesetz, das seit dem
Vorjahr als Entwurf vorliegt, ein entsprechendes Alternativangebot
gemacht werden.
Eine Anstellung von neuen HausbesorgerInnen ist seit der Abschaffung
des Bundes-Hausbesorgergesetzes durch die damalige
ÖVP-FPÖ-Bundesregierung im Jahr 2000 aufgrund der rechtlichen
Bestimmungen nicht mehr möglich. Die Beschlussfassung einer neuen
bundesgesetzlichen Regelung, die bereits wenige Wochen nach dem
eindrucksvollen Votum bei der Wiener Volksbefragung im Frühjahr des
Vorjahres vorgelegen hat, scheiterte schließlich am dezidierten Nein
der ÖVP. Ein Umstand, der vor dem Hintergrund, dass sich die
überwältigenden Mehrheit von 84 Prozent der Wienerinnen und Wiener
für die Schaffung einer Möglichkeit zur Einstellung von
Hausbesorgerinnen und Hausbesorgern mit modernem Berufsbild
ausgesprochen hat, bei vielen BewohnerInnen auf besonderes
Unverständnis stößt. "Wir nehmen das Votum der Wiener Bevölkerung
sehr ernst. Deshalb gehen wir den Wiener Weg und bieten im Bereich
der Stadt Wien, überall dort, wo es die Mehrheit der Mieterinnen und
Mieter wünscht, mit den Wiener Hausbetreuerinnen und Hausbetreuern
eine Alternativlösung - auf Basis der derzeit geltenden gesetzlichen
Bestimmungen - mit fixen Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner,
einer umfassenden Betreuung aus einer Hand und mit zeitgemäßem
Berufsbild an", erklärte Wohnbaustadtrat Michael Ludwig.
Klar definierte Aufgaben zu fixen Arbeitszeiten
Mit den Wiener HausbetreuerInnen, die täglich und ausschließlich in
der von ihnen betreuten Wohnhausanlage vor Ort sind und fixe, den
MieterInnen bekannte, Sprechstundenzeiten haben, wird dem vielfachen
Wunsch nach der ,guten Seele' im Haus entsprochen. Der
Leistungsumfang bezieht sich auf die Reinigung der gesamten Innen-
und Außenbereiche zu klar festgelegten Dienstzeiten. Ausgenommen
davon ist der Winterdienst, der aufgrund der geltenden Bestimmungen
des Arbeitszeit- und Arbeitszeitruhegesetzes nicht möglich ist. Bei
Schneefall ist vorgesehen, dass die Wiener HausbetreuerInnen die
vorherrschenden Witterungsverhältnisse telefonisch an die
Einsatzleitung melden und bei Gefahr in Verzug - etwa bei
Blitzeisbildung - eine Streuung durchführen. "Die Hausbesorgerinnen
und Hausbesorger, wie wir sie jetzt zum Teil noch haben, sind vom
Arbeitszeitruhegesetz ausgenommen. Beim Wiener Weg darf aufgrund der
gesetzlichen Rahmenbedingungen die wöchentliche Arbeitszeit von
fünfzig Stunden nicht überschritten werden", führte Wohnbaustadtrat
Ludwig aus.
Die Aufgaben der Wiener HausbetreuerInnen im Überblick
- Fachgerechte Reinigung der zugeordneten Bereiche
- Eingeschränkter Winterdienst und Meldung von Schneefall an die
Einsatzzentrale, Durchführung von Sofortmaßnahmen bei Gefahr in
Verzug
- Kontrolle der Wohnhausanlagen und Meldung eventueller Schäden an
die Hausverwaltung Wiener Wohnen
- Durchführung einfacher Kleinreparaturen oder Unterstützung des
Technikteams zur Durchführung von größeren Reparaturarbeiten
- Lagerverwaltung und Materialanforderung
- direkte AnsprechpartnerInnern mit fixen Sprechstunden für
MieterInnen und MietervertreterInnen und damit die
Kommunikationsschnittstelle zur Hausverwaltung Wiener Wohnen
- Entgegennahme und Weiterleitung von Anfragen, Wünschen und
Anregungen der MieterInnen an die Hausverwaltung
- Einführung von NeumieterInnen in der Wohnhausanlage
- Konfliktmanagement
Ausbildung in Kommunikation und Methoden zur
Konfliktmanagement
Die Wiener HausbetreuerInnen werden mit dem Ziel der internen
Qualifikation auf ihre Aufgaben praktisch und fachlich bestens
vorbereitet. Neben der allgemeinen Einführung werden die neuen
MitarbeiterInnen durch den Einsatz in einem erfahrenem Team umfassend
mit der professionellen Reinigung und Durchführung von Reparaturen -
gemäß den Standards der Haus- und Außenbetreuungs GmbH - vertraut
gemacht. Nach der Einschulungsphase im Ausmaß von 120 Arbeitsstunden
erfolgt ein Mentoring über einen Zeittraum von drei Wochen samt
Unterstützung durch kompetente AnsprechpartnerInnen. Verpflichtend
vorgesehen ist ebenso eine Aufzugsschulung, um die Betreuung der
Lifte gemäß der geltenden Rechtsvorschriften gewährleisten zu können.
Außerdem werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch in
Kommunikation und Methoden der Konfliktmanagement geschult. "Damit
entsprechen wir dem Wunsch vieler Mieterinnen und Mieter nach sozial
kompetenten und hervorragend ausgebildeten Ansprechpartnerinnen und
Ansprechpartnern", hielt Wohnbaustadtrat Ludwig fest.
Keine Dienstwohnung - faires und transparentes
Entlohnungssystem
Die Wiener HausbetreuerInnen werden nach der zu reinigenden Fläche
(Stiegenhäuser, allgemeine Flächen) und den zu verrichtenden
Tätigkeiten leistungsgerecht entlohnt. Bei der Zuordnung der zu
betreuenden Gebäudeteile wird darauf geachtet, dass neben der
Reinigung, den Kontrollgängen und Kleinreparaturen auch Zeit für die
MieterInnen vorhanden ist. Der direkte Kontakt zwischen den
MieterInnen und den Wiener HausbetreuerInnen ist ein von Wienerinnen
und Wienern vielfach geäußerter Wunsch, dem durch diese Regelung
Rechnung getragen wird.
"Aus zahlreichen Gesprächen weiß ich, dass viele Mieterinnen und
Mieter für die Betreuung aus einer Hand und dafür, dass jemand in der
Anlage ist, der auch für den sozialen Zusammenhalt sorgt, auch bereit
sind, etwas höhere Betriebskosten zu leisten. Ihnen ist sehr wohl
bewusst, dass ein Mehr an Leistung auch eine Mehr an Kosten bedeutet.
Das Wiener Modell bietet ein faires und transparentes System, das nur
einen minimalen finanziellen Mehraufwand mit sich bringt",
unterstrich Ludwig. Die Mehrkosten, die durch die ausgeweitete
Betreuung und die fixen Anwesenheitszeiten entstehen, belaufen sich
am Beispiel einer Wohnung mit 66 Quadratmeter (entspricht der
durchschnittlichen Wohnungsgröße) auf 1,43 Euro pro Monat.
Der Wiener Wohnbaustadtrat verwies außerdem darauf, dass die Wiener
HausbetreuerInnen nur dort zum Einsatz kommen, wo es auch dem Wunsch
der Mehrheit der MieterInnen entspricht: "Ich habe immer für die
Wahlfreiheit zwischen der Rundum-Betreuung aus einer Hand, bei der
auch jemand auf das gute Miteinander der Gemeinschaft schaut, und der
ausschließlichen Reinigung plädiert. Diese Wahlfreiheit bieten wir in
Wien jetzt in den städtischen Wohnhausanlagen an."
Im Gegensatz zu den bisherigen HausbesorgerInnen ist keine
Dienstwohnung vorgesehen. Die Vertretung während des Urlaubs oder im
Krankheitsfall erfolgt durch Teams der Wiener Wohnen Haus- &
Außenbetreuung und kann nicht, wie bei den bestehenden
HausbesorgerInnen selbst geregelt werden.
Vor diesem Hintergrund wird schließlich im Vorfeld in jeder
Wohnhausanlage, wo entsprechende Wünsche nach dem neuen Modell der
Wiener HausbetreuerInnen vorliegen, darüber abgestimmt, ob dieser
Wunsch auch von der Mehrheit der Hausgemeinschaft getragen ist. Zudem
gilt es, diese Wohnhausanlagen mit den BewerberInnen bzw. den
verfügbaren Kapazitäten von bereits bestehenden Wiener
HausbetreuerInnen, die im direkten Umfeld wohnen, in Einklang zu
bringen.
"Die Stadt Wien hat jedenfalls ihr Versprechen eingelöst und ein
transparentes System mit Wahlfreitheit für die Gemeindemieterinnen
und Gemeindemieter geschaffen. Im Sinne aller Wienerinnen und Wiener
- und damit unabhängig von der Wohnform - appelliere ich aber erneut
und nachdrücklich an die Verantwortlichen in der ÖVP ihre
Blockadepolitik zu beenden und ein bundesweites, modernes
Hausbesorgergesetz zu ermöglichen", so Wohnbaustadtrat Dr. Michael
Ludwig abschließend.
Informationen für MieterInnen und BewerberInnen
Interessierte melden sich bei:
Wiener Wohnen Haus- & Außenbetreuung GmbH
Landstraßer Hauptstraße 99/1/3A
1030 Wien
www.hausbetreuung-wien.at
Servicenummer: 0800 80 80 27 (Schluss) csi/kau
Rückfragehinweis:
Hanno Csisinko
Mediensprecher Wohnbaustadtrat Dr. Michael Ludwig
Tel.: 01 4000-81983
mailto:[email protected]
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