• 13.04.2011, 11:59:31
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AGES: Der Citrusbockkäfer - ein auffälliger und trotzdem unscheinbarer Käfer in Laubgehölzen

Wien (OTS) - Im vergangenen Halbjahr wurden aus den Niederlanden
und Großbritannien erneut Funde des Citrusbockkäfers bzw.
Ausbohrlöcher des Käfers an Ahorn (Acer spp.) gemeldet. Der
Citrusbockkäfer (Anoplophora chinensis) steht in der Europäischen
Union auf der Liste der Schaderreger, deren Einschleppung in die
Mitgliedstaaten der EU verboten ist und deren Ausbreitung innerhalb
der EU verhindert werden muss.

Trotz aller Kontrollmaßnahmen kann es aufgrund der versteckten
Lebensweise von Larven und Puppen des Käfers zur Einschleppung
kommen. Es ist anzunehmen, dass befallene Pflanzen bereits in der
ganzen EU verteilt wurden. So zeigte sich bei den Funden in den
Niederlanden, dass die betroffenen Pflanzen bereits vor einem bzw.
zwei Jahren gekauft und ausgepflanzt worden waren. Schon in den
Vorjahren gab es vereinzelt Meldungen aus den Niederlanden,
Großbritannien und Deutschland über Funde, die auf importierte Ware
zurückgeführt werden konnten. In Norditalien (Lombardei) hat sich der
Käfer bereits ausgebreitet und richtet in den Befallsgebieten
verheerende Schäden an Laubgehölzen an. In Österreich wurde dieser
bedrohliche Käfer bis jetzt noch nicht gefunden.

Warum ist der Käfer so gefährlich?

Der Citrusbockkäfer ist ein Käfer, der sich von Holz ernährt. Im
Gegensatz zu seinem Namen befällt er aber nicht nur Zitruspflanzen,
sondern auch viele andere Laubgehölze (z. B. Obstbäume, Ahorn,
Platane, Hainbuche, Buche, Birke). Die beinlosen, cremefarbenen, bis
zu sechs cm langen Larven leben ein bis zwei Jahre (in kühlerem Klima
auch noch länger) versteckt im Holz der Bäume. Hier unterbrechen sie
durch ihre Fraßtätigkeit die Saft- und Nährstoffversorgung der
betroffenen Pflanzen. Deren Standfestigkeit verringert sich, in Folge
stirbt die Pflanze ab.

Nur durch frühzeitiges Erkennen und sofortiges Handeln kann die
Ausbreitung des Citrusbockkäfers und damit die Bedrohung eines
Großteils der Laubbäume und Sträucher unserer Regionen verhindert
werden.

Die Mithilfe der Bevölkerung ist dabei sehr wichtig: Runde, ca.
1,5 cm große Löcher im unteren Stammbereich bei Laubbäumen können
Zeichen eines Befalls sein. Die Käfer selbst sind sehr auffällig: 2
bis 4 cm groß (ohne Fühler), schwarz mit unregelmäßigen, hellen
Flecken auf den Flügeldecken und langen, bläulich-weiß gestreiften
Fühlern. Erste sichtbare Befallszeichen sind Bohrspäne im
Wurzelbereich.

Der Citrusbockkäfer ist ein Quarantäneschadorganismus; jeder
Verdacht sollte daher dem Amtlichen Österreichischen
Pflanzenschutzdienst an der AGES (Tel.: 050 555-33301 oder 33309)
gemeldet werden.

Weitere Informationen über den Citrusbockkäfer:
http://www.ages.at/ages/landwirtschaftliche-sachgebiete/pflanzengesun
dheit/citrusbockkaefer/

Rückfragehinweis:

AGES - Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH
   Univ.Doz. Dr. Ingrid Kiefer
   Leiterin Unternehmenskommunikation
   Tel.: +43 (0)50 555-25000
   mailto:[email protected]
   http://www.ages.at
   
   Amtlicher Österreichischer Pflanzenschutzdienst:
   Dr. Barbara Langbauer
   Tel: 050 555-33309
   mailto:[email protected]
   
   Fachlich:
   Institut für Pflanzengesundheit:
   Dr. Christa Lethmayer
   Tel: 050 555-33326
   mailto:[email protected]

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