Tumpel: Bei der Berufswahl muss es gerechter zugehen
Dritte Wiener Berufsorientierungsmesse in der AK Wien - AK Präsident Herbert Tumpel fordert Berufsorientierung als eigenes, verpflichtendes Fach
Wien (OTS) - Nicht alle Eltern können ihren Kindern einen
umfassenden Einblick in ihre späteren Berufsmöglichkeiten
verschaffen, zeigt eine AK Studie. "Da muss die Schule helfen", sagt
AK Präsident Herbert Tumpel heute Nachmittag bei der Eröffnung der
dritten Wiener Berufsorientierungsmesse für LehrerInnenn im AK Wien
Bildungszentrum: "Bei der Berufswahl muss es gerechter zugehen. Als
Lehrerinnen und Lehrer können Sie ausgleichen, dass Arbeiterkinder
allein durch das familiäre Umfeld bereits bei der Berufswahl
schlechtere Chancen haben als Akademikerkinder." In den Schulen soll
Berufsorientierung ein eigenes, verpflichtendes Fach werden, verlangt
Tumpel. Und wenn die Jugendlichen den für sie richtigen Beruf
gefunden haben, muss es für sie auch entsprechende Ausbildungsplätze
in Schulen und Betrieben geben.
"Der Weg zum Beruf ist schwer", sagt Tumpel, "oft finden
Jugendliche nicht ihre Wunschschule, und die Hälfte aller Lehrstellen
wird nur in drei Branchen angeboten, im Handel, im Tourismus und bei
Friseuren." Die Arbeiterkammer lässt die Jugendlichen und ihre Eltern
mit ihren Sorgen um gute Bildung nicht allein - auch durch das
Fortbildungsangebot für engagierte LehrerInnen, die heute zur
Berufsinformationsmesse kommen. "Das ist einer unserer Beiträge",
sagt Tumpel. In der Schule selbst erwartet er sich, das Berufs- und
Bildungswegorientierung ein eigenes, verpflichtendes Fach wird. Das
sollte der nächste Schritt sein, nachdem die Unterrichtsministerin
per Erlass festgelegt hat, dass die Berufsorientierung in den Schulen
besser koordiniert werden und dass es ein Mindestmaß an
"Realbegegnungen" der SchülerInnen mit der Arbeitswelt geben soll.
"Gute Berufsorientierung ist allein schon deshalb wichtig, weil
wir zu wenige passende Ausbildungsplätze für unsere Kinder haben",
sagt Tumpel. Der AK Präsident kritisiert, "dass die Unternehmen schon
wieder über Fachkräftemangel jammern, selber aber ausreichend
Ausbildungsplätze nur in ein paar Berufen anbieten." Bescheiden ist
vor allem das Lehrstellenangebot in Metall- und Elektroberufen, die
gute Zukunftschancen bieten. "Wir haben in Wien die
Ausbildungsgarantie, die bestens funktioniert. Aber auch die
Unternehmen müssen gerade in Zukunftsberufen mehr ausbilden", so
Tumpel: "Wir brauchen bessere Bildungschancen für unsere Jungen."
Deshalb unterstützt der AK Präsident auch den Vorschlag des
Sozialministers, dass alle bis zum 18. Lebensjahr in Schule oder
Lehre ausgebildet werden.
Auf der Berufsorientierungsmesse, die die AK gemeinsam mit dem
Wiener Stadtschulrat und der Pädagogischen Hochschule Wien
veranstaltet, werden neue Methoden für die Berufsorientierung
präsentiert. Zusätzlich stellen acht AusstellerInnen ihre Angebote
vor. Das AK Projekt Arbeitswelt und Schule bietet etwa
Bewerbungstrainings, die von den Schulen gebucht werden können.
Vertreten sind auch das Arbeitsmarktservice, die Berufsinformation
der Wiener Wirtschaft oder "sprungbrett" für Mädchen.
Peter Mitterhuber
Tel.: (+43-1) 501 65-2347
peter.mitterhuber@akwien.at
http://wien.arbeiterkammer.at














