OTS0172   12. Apr. 2011, 12:18

Expertendiskussion: Glawischnig fordert mehr Tempo in Österreichs Klimapolitik

WWF CLIMATE GROUP und KPMG Podiumsdiskussion mit Top Vertretern aus Politik und Wirtschaft


Klimaschutzchancen, -risiken und Zukunftsperspektiven
für Österreichs Unternehmen waren das Thema der gestrigen
Podiumsdiskussion der Unternehmensplattform WWF CLIMATE GROUP und
KPMG in Wien. Grünen Bundessprecherin und Klubobfrau Eva Glawischnig,
KPMG Berater und ehemaliger Leiter des UN-Klimasekretariats Yvo de
Boer, Telekom Austria Group Generaldirektor Hannes Ametsreiter,
Wienerberger Vorstandsvorsitzender Heimo Scheuch und Fronius
International Geschäftsführer Klaus Fronius diskutierten gemeinsam
mit Entscheidungsträgern heimischer Unternehmen die Qualität
politischer Rahmenbedingungen, die Klimafitness der österreichischen
Wirtschaft und Wettbewerbspotentiale für den Wirtschaftsstandort
Österreich.

Österreichs Unternehmen müssen die zwangsläufig zunehmenden
internationalen und nationalen Klimaschutzregulierungen stärker als
Chance sehen und nutzen. Darüber waren sich die Impulsreferenten der
gestrigen Podiumsdiskussion einig. Für Thomas Kaissl, Leiter der
Abteilung Unternehmenskooperationen des WWF Österreich, ist eine
klimafreundliche Zukunft durch Maßnahmen im Bereich erneuerbarer
Energiequellen und Energieeffizienz sowie der Veränderung des
Konsumverhaltens bereits vor 2050 möglich und finanzierbar. Dem
WWF-Experten fehlt es allerdings an raschen und konkreten Handlungen
seitens Politik und Wirtschaft. "Bis dato gab es zwar zahlreiche
Lippenbekenntnisse. Konkrete Klimaschutzmaßnahmen sind allerdings
immer noch Mangelware", so Kaissl.

Für den Wirtschaftsstandort Österreich sieht der internationale
Klimaexperte Yvo de Boer ein enormes Potential. "In der
internationalen Klimadiskussion nimmt Österreich eine intelligente
und ruhige Mittelposition ein. Österreichs Politik und Wirtschaft
kann mit innovativen, grünen Wachstumsideen eine aktive Rolle
spielen."

Für KPMG Geschäftsführer Gert Weidinger sind ein Langfristdenken und
die Auseinandersetzung mit der gesamten Wertschöpfungskette die
Schlüsselfaktoren für die heimische Wirtschaft. "Unternehmen die sich
diesen Themen eher früher als später stellen, werden neben den
positiven Auswirkungen für den Klimaschutz auch klare Kostenvorteile
und somit Wettbewerbsvorteile generieren können."

In der anschließend von KPMG Geschäftsführer Peter Ertl moderierten
Diskussion, war vor allem die behäbige internationale und nationale
Klimapolitik ein Thema. "In der internationalen Politik gibt es zwar
Bewegung, aber es geht viel zu langsam voran. Unternehmen sind bei
weitem schneller unterwegs" meint Yvo de Boer. "Denn für sie bedeuten
Nachhaltigkeitsmaßnahmen Kostenvorteile, Markenstärkung und
Wettbewerbsvorteile durch neue Produkte und Dienstleistungen."

Auch für Eva Glawischnig macht die österreichische Klimapolitik nicht
schnell genug Fortschritte. "Wir bewegen uns im Schneckentempo. Seit
über 20 Jahren diskutieren wir das Thema Klimaschutz aber die
Umsetzung dauert viel zu lange." Auf Unternehmensseite sieht
Glawischnig ein zentrales Problem im massiven Konflikt zwischen "old
and new economy".

Heimo Scheuch sieht die Verantwortung nicht allein bei Politik und
Wirtschaft. "Wir können noch so viele Energiesparhäuser bauen und
andere grüne Produkte anbieten, letztendlich liegt es an jedem
Einzelnen seine Lebensweise zu ändern und die Angebote auch
anzunehmen."

Diese Ansicht teilt auch Klaus Fronius. Für ihn sind beim Thema
Klimaschutz Politik, Wirtschaft als auch Konsumenten angehalten mehr
Mut zu zeigen. "Grüne Technologien bieten eine große Chance. Die von
Fronius in einem Jahr erzeugten Wechselrichter liefern beispielsweise
so viel Energie wie zwei Atomkraftwerke. Es braucht allerdings auch
eine Politik die dieses Potential erkennt und fördert."

Für Hannes Ametsreiter braucht es primär politische
Steuerungsmaßnahmen um Österreich grüner zu machen. "In Zukunft
werden Unternehmen, die nicht nachhaltig agieren, nicht mehr
existieren können. Aber es braucht eine gesunde Mischung aus
politischen Anreizen und Reglements um die gesetzten Klimaschutzziele
rascher zu erreichen."

Unter den rund 80 Gästen befanden sich unter anderem Patrick Prügger
(B & C Industrieholding), Dirk Jäger (Bundesimmobiliengesellschaft),
Markus Liebl (BRAU UNION), Sonja Bydlinski (Bundesministerium f.
Justiz), Franz Koppensteiner (OeNB), Ernst Petri (OMV AG), Anna
Niederhofer (Österreichische Post), sowie Bernhard Kohl
(voestalpine), Bernd Wehling (Welser Profile) und Stephan Seyfried
(Zielpunkt).

Fotos und Hintergrundinformationen zur Podiumsdiskussion unter
www.kpmg.at und www.wwf.at/podiumsdiskussion-klimaschutz

OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders.
OTS0172 2011-04-12 12:18 121218 Apr 11 KPM0003 0598



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Rückfragehinweis: Mag. Mariana Herrloss,
Unternehmenskommunikation KPMG,
Tel. 01-31332-730,
mherrloss@kpmg.at
Mag.(FH) Lisa Simon,
Pressesprecherin WWF Österreich,
Tel. 01-48817-215,
Mobil: 0676-83488215,lisa.simon@wwf.at

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