- 11.04.2011, 13:36:17
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Heinisch-Hosek: Gewalt am Arbeitsplatz muss aus Tabuzone herausgeholt werden
Die Frauenministerin eröffnet VIDA-Frauen-Tagung in Wien
Wien (OTS) - "Alles Private ist politisch, das war der Leitspruch
der autonomen Frauenbewegung in den 70-er Jahren", erinnerte
Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek bei ihrer Begrüßungsrede der
VIDA-Tagung an die Dynamik der ersten Familienrechtsreformen und
Gewaltschutzgesetze. Man dürfe Gewalt nicht im Privaten versteckt
lassen, weder daheim in der Familie noch am Arbeitsplatz.
Die Palette der Formen von Gewalt werde immer breiter, sagte die
Ministerin. Sie reiche von herablassenden Witzen bis hin zum Mobbing,
sexuellen Belästigungen und handfesten Gewalttätigkeiten. "Die VIDA
nimmt hier eine Vorreiterrolle ein, wenn sie das Thema Gewalt am
Arbeitsplatz aus der Grauzone herausholt. Die Betriebsräte sind die
ersten Ansprechpartner. Sie können helfen, die Untergriffigkeiten
beim Namen zu nennen, und sie können die weiteren Schritte einleiten
und die konkreten Fälle dem Arbeitsinspektorat und den
Gleichbehandlungsstellen melden." Die Gewerkschaft VIDA, die
Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen in einer Reihe von
Dienstleistungsbranchen wie Verkehr, Tourismus oder Pflege vertritt,
kenne das Problem der Frauen, die vor allem auf den unteren
Hierarchieebenen den vielen Formen der Gewalt ausgesetzt seien.
Eine wichtige Aufgabe sei die Prävention, denn die psychischen
Erkrankungen nehmen massiv zu. Menschen funktionierten nicht wie
Maschinen, gerade Frauen litten unter Drei- und Vierfachbelastungen.
"Menschen dürfen nicht wie Maschinen behandelt werden, es geht bei
der Arbeitsplatzsicherheit nicht nur um ergonomische Sitze und
korrekte Beleuchtung, sondern auch darum, sagen zu können: 'Das lass
ich mir nicht gefallen!', ohne gleich Angst um den Arbeitsplatz zu
haben", so Heinisch-Hosek. Arbeitgeber und Betriebsrat hätten auch
Fürsorgepflichten. "Es gibt schon vieles zum Nachlesen, aber man muss
auch genau hinschauen und couragiert gegen alle Formen der Gewalt
auftreten."
Im Öffentlichen Dienst gilt Mobbing bereits als
Dienstpflichtverletzung. "Das ist ein erster Schritt. Jetzt geht es
darum, noch mehr zu sensibilisieren und das Thema Gewalt am
Arbeitsplatz aus der Tabuzone herauszuholen. Dabei bin ich Ihre
Verbündete", sagte die Frauenministerin abschließend.
Rückfragehinweis:
Dr. Julia Valsky
Pressesprecherin der Bundesministerin Gabriele Heinisch-Hosek
Tel.: (01) 531 15 - 2149, 0664/610 62 76
mailto:[email protected]
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