Hilfswerk: Demografische Doppelmühle bringt 2020 viel mehr Pflegebedürftige und viel weniger Arbeitskräfte - GRAFIK
Präsident Karas: "Österreich muss sofort handeln. Alleine in der mobilen Pflege brauchen wir bis 2020 zusätzliche 9.000 Pflegekräfte!"
Wien (OTS) - "Arbeitskräfte in der Pflege sind bereits heute
knapp, aber 2020 werden wir viel zu wenige haben, wenn Österreich
nicht sofort handelt!", sagte Hilfswerk-Präsident Othmar Karas heute,
Montag, bei einer Pressekonferenz in Wien. Dabei präsentierte das
Hilfswerk alarmierende Zahlen (siehe auch beiliegende OGS-Grafik):
"Alleine durch die demografischen Daten Österreichs ist eine
dramatische Steigerung der pflegebedürftigen Menschen einerseits und
ein Rückgang der verfügbaren Arbeitskräfte andererseits
programmiert", so Karas.
Verschärfend ist auch der Umstand, dass die Pflegebedürftigkeit in
Österreich in den letzten 10 Jahren sogar noch stärker gestiegen ist
als die Alterung. "Sollte die Entwicklung der Pflegebedürftigkeit so
weitergehen, würden alle bisherigen Worst-Case-Szenarien übertroffen
werden!", so Karas weiter.
"Wir haben zur Zeit eine demografische Atempause", erklärt Karas,
"Von den Menschen, die heute pflegebedürftig sind, sind viele mit den
Jahrgängen der Wirtschaftskrise der 30er Jahre, als es deshalb
relativ wenige Geburten gab, gleichzeitig wurden die meisten der
heutigen Pflegekräfte während des Baby-Booms der 1960er Jahre
geboren!", so Karas weiter.
"2020 gerät Österreich jedoch in die demografische Doppelmühle,
wenn die Baby-Boomer nach dem Anschluss 1938 ins pflegebedürftige
Alter kommen, die verfügbaren Arbeitskräfte aber deutlich
zurückgehen!", warnt Karas. "Alleine in der mobilen Pflege braucht
Österreich 2020 zusätzlich etwa 9.000 Pflegekräfte. Mit den
Ersatzstellungen werden im Sektor bis 2020 rund 40.000 Arbeitsplätze
zur Besetzung kommen. Das ist mit der bisherigen Ausbildungsstruktur
in Österreich unmöglich zu schaffen!", so Karas.
Daher fordert das Hilfswerk von der Politik ein Bündel von
Maßnahmen, die viel mehr Arbeitskräfte in den Zukunftsberuf Pflege
bringen und dort halten sollen als heute. "Die Pflegeausbildung muss
sofort ins Regelbildungswesen integriert werden", ist Karas
überzeugt. "Dazu müssen Aufschulungen und Umschulungen noch stärker
gefördert werden als bisher. Denn es gibt viele Menschen, die in
einen Pflegeberuf wechseln wollen, aber während ihrer Umschulung auch
Geld zum Leben benötigen! Wir brauchen aber auch Maßnahmen, die den
Pflegeberuf insgesamt attraktiver machen, dazu zählen Bezahlung,
Arbeitsbedingungen und Image. Maßnahmen, die die Öffentliche Hand mit
Gesetzen und höheren Kostensätzen für die Träger gestalten kann.
Jetzt ist es höchste Zeit, dass dies auch passiert!", so Karas.
Die heutige Pressekonferenz war auch der Start zur
Hilfswerk-Jahresinitiative "Pflege ist Thema. Aber Pflegen heißt
mehr.", die ein umfassendes Servicepaket mit Hotline, Beratung,
Information und einer Fülle von Materialien bietet. Ein Schwerpunkt
liegt beim Thema "Älterwerden in Bewegung" und widmet sich
insbesondere den Einschränkungen der Mobilität im Alter wie Rheuma,
Osteoporose und Herz-Kreislauferkrankungen sowie geeigneter Vorsorge
und Therapie. Das Service-Paket ist kostenlos und kann unter der
Telefonnummer 0800 800 820 oder office@hilfswerk.at bestellt oder bei
einer der 53 Stationen der Hilfswerk Family Tour abgeholt werden.
Nähere Informationen: www.hilfswerk.at.
Die Jahresinitiative des Hilfswerks wird unterstützt vom
Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend, s Bausparkasse,
s Versicherung, Erste Bank und Sparkassen sowie Neuroth. Der
begleitende Fachschwerpunkt "Älter werden in Bewegung" wird in
Kooperation mit kika/Leiner, Sanofi-Aventis, Novartis, Pfizer,
Apomedica, Bständig und Bad Piestany durchgeführt.
Grafik(en) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM/Original Grafik Service, sowie im OTS Grafikarchiv unter http://grafik.ots.at
Bundesgeschäftsstelle
Mag. Harald Blümel
Tel.: 01 / 40442 - 12,
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